Probleme beim Einloggen

Qualitätsmanagement für Steuerberater

Offene Gruppe für alle Steuerberater, die sich für die Themen Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung und Zertifizierung interessieren.

Reinhard Wanzek Arbeitsschutzmanagementsysteme: Unternehmer haben Qual der Wahl
Am 9. Oktober fand in Bonn die Fortbildungsveranstaltung für Managementbeauftragte des Zertifizierungsunternehmens VQZ Bonn statt. Schwerpunktthemen waren die EU-DSGVO, Interne Audits, die neue ISO 13484:2016 sowie Arbeitsschutz-Zertifikate. Zu den vortragenden Experten gehörte auch der VQZ Bonn-Mitarbeiter Thomas Fixemer, der darauf hinwies, dass angesichts der zahlreichen Arbeitsschutz-Managementsysteme auf dem Markt der Unternehmer mittlerweile die Qual der Wahl habe.
Zur Fortbildung für Managementbeauftragte des Bonner Zertifizierers VQZ Bonn kamen am 9. Oktober eine Reihe renommierter Referenten in das Maritim Hotel Bonn. Im An-schluss an ihre Fachvorträge diskutierten sie lebhaft über aktuelle Trends und Entwicklun-gen zu Themen wie EU-DSGVO, Interne Audits, die neue ISO 13484:2016 und Arbeits-schutz-Zertifikate mit den Teilnehmern der Veranstaltung. Zu den Experten zählte auch Thomas Fixemer vom Zertifizierungsteam von VQZ Bonn, der über seine jahrelangen Er-fahrungen vor allem im industriellen Investitionsgüterbereich und dem Dienstleistungs-sektor berichtete. Dabei betonte er zwei eindeutige Entwicklungen: Arbeitsschutz-Managementsystemen (ASM-Systemen) werden für Unternehmen immer wichtiger und die Unternehmen müssten aus der immer größeren Zahl von ASM-Systemen die für ihren Betrieb sinnvollste Lösung wählen.
Kompatibilität mit QM-System
Immer mehr Unternehmen, so Fixemer, benötigten Arbeitsschutz-Zertifikate als Nachweis, um Aufträge aus der öffentlichen Hand oder der Wirtschaft zu bekommen. Es gäbe bereits eine Reihe von Zertifikaten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Bei der Auswahl solle man sich im Vorfeld genau überlegen, ob eine Kombinierbarkeit mit einem schon beste-henden Qualitätsmanagement-System (QM-System) möglich ist. Aber nicht alle ASM-Systeme böten diese Möglichkeit.
Empfehlenswerte Systeme
Als neues, übergreifendes ASM-System verdiene die DIN EN ISO 45001 besondere Würdi-gung. Es handelt sich um ein besonders umfangreich angelegtes Managementsystem für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Sein großer Vorteil, so Fixemer: Es sei kompatibel zur DIN EN ISO 9001, weil es die gleiche Struktur (HLS) aufweist. Auch das SCC/SCP Regel-werk habe sich seit der letzten Novellierung im September 2011 bewährt und etabliert, vor allem in den Unternehmen der Dienstleistungsbranche. Auch einige Berufsgenossen-schaften böten mittlerweile ASM-Systeme an. Hervorheben wollte Fixemer insbesondere die MAAS BGW der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Auch bei diesem System sei eine Kombinierbarkeit mit einem bestehenden QM-System möglich. Tomas Fixemer beendete seinen Vortrag mit dem Ratschlag: „Heutige Unternehmer haben den großen Vorteil, dass sie mittlerweile die Qual der Wahl haben. Sie müssen aber dann auch die richtige Wahl für ihren Betrieb treffen.“
Reinhard Wanzek Höhepunkte Fortbildungsveranstaltung Bonn 2018_Interne Audits
Am 9. Oktober fand in Bonn die Fortbildungsveranstaltung für Managementbeauftragte des Zertifizierungsunternehmens VQZ Bonn statt. Schwerpunktthemen waren die EU-DSGVO, Interne Audits, die neue ISO 13484:2016 sowie Arbeitsschutz-Zertifikate. Zu den besonders bemerkenswerten Fachvorträgen der eingeladenen Experten zählte der Beitrag des Buchautors, Mediators und Unternehmensberaters Stephan Joseph über den Sinn und die Ziele von Internen Audits.
Sinn von Internen Audits
Joseph wies zunächst darauf hin, dass ein Interner Audit eine effektive Methode sei, um die hohe Komplexität von Unternehmen auch vollständig abbilden zu können. Mit ihnen können die Auditoren unter anderem ermitteln, ob die vom Unternehmen beabsichtigten Ziele hinsichtlich der Qualität von Produkten und (Dienst-) Leistungen auch wirklich mit den im Unternehmen etablierten Prozessen erreicht werden kann.
Der Experte empfahl Unternehmensleitungen, in Abstimmung mit den Auditoren genau zu planen, wann welcher Prozess oder welcher Bereich des Unternehmens von wem auditiert werden sollen. Auch die Auditkriterien, -methode und Form der Berichtserstattung sollten im Vorfeld genau festgelegt werden.
Turtle-Diagramm und Multisite-Zertifizierungen
Besondere Aufmerksamkeit erfuhr Joseph mit seinen Ausführungen zu sogenannten Turtle-Diagrammen und Multisite-Zertifizierungen. Turtle-Diagramme seien ein probates Mittel, so Joseph, um geeignete Audithemen auch ohne Audit-Checkliste zu identifizieren. Wenn in einem Prozessaudit jedes dieser Turtle-Themen mit der Systematik des PDCA-Zyklus hinterfragt wird, erhalten die Internen Auditoren ein vollständiges Bild von den Arbeitsprozessen im Unternehmen und erkennen mit hoher Wahrscheinlichkeit potenzielle Verbesserungsmöglichkeiten.
Abschließend erklärte Joseph die Möglichkeiten zur Multisite-Zertifizierung. Diese können den Aufwand für Unternehmensaudits von Firmen mit mehreren Standorten begrenzen, indem sie entscheiden, dass nicht jedes Jahr jeder Standort auditiert wird. Insbesondere wies er auf die Voraussetzungen für diese Form der Zertifizierung hin und auf die Besonderheiten für die Anwendung des Stichprobenverfahrens im Rahmen von Multisite Zertifizierungen.
Kontakt Dipl.-Ing. (FH) Stephan Joseph
Berater | Trainer | Mediator | Autor
http://www.joseph-beratung.de
Evelyne Hett Was ist neu an der ISO 9001:2015?
Die Norm ISO 9001:2015 wurde mit der Intention überarbeitet, einen höheren Praxisbezug herzustellen. Diese Zielsetzung hat umfangreiche Anpassungen mit sich gebracht, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Die nachhaltigsten Veränderungen liegen in der tieferen Einbindung der Geschäftsführung in das QM, der Stärkung des Wissensmanagements, der Einführung eines Risikomanagements und der verpflichtenden Integration des QM in die unternehmerische Strategie. Für die Einführung der neuen Norm wurde eine Übergangszeit von drei Jahren festgesetzt. Es wird im QM-System jetzt also höchste Zeit für:
Die Einbindung in die strategische Ausrichtung
Die ISO 9001:2015 verlangt die Integration des QM-Systems in die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Ziele und Politik des QM müssen also notwendigerweise mit der Unternehmensstrategie unter einen Hut gebracht werden. Das wird natürlich nur mit einer eingehenden strategischen Analyse funktionieren. Sowohl interne als auch externe Einflussfaktoren müssen dabei identifiziert und erfasst werden. Das gilt für gesetzliche und technische, oder beispielsweise auch für wettbewerbliche und soziale Belange.
Die Anpassung der Zielgruppen
Gemäß der neuen Norm müssen sich Unternehmen die Frage stellen: Welche interessierten Parteien sind für das QM-System von Relevanz und welche Anforderungen haben diese? Die Frage muss für Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten genauso beantwortet werden wie für eventuelle Kooperationspartner und Kostenträger. Die ISO 9001:2015 fordert an dieser Stelle eine Verstärkung der Kundenorientierung durch die Erweiterung der Zielgruppen im QM. Dazu soll auch die Feststellung der Auswirkung relevanter Parteien auf Produkte und Dienstleistungen sowie deren Konformität beitragen. Alle Interessengruppen müssen im QM-System künftig stärker berücksichtigt werden.
Eine stärkere Gewichtung der Prozessorientierung
Mit einem systematischen Prozessmanagement soll nach der neuen Norm die Fehlervermeidung im Unternehmen optimiert werden. Dadurch werden wiederum kontinuierliche Verbesserungen einfacher zu verwirklichen sein. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die Identifizierung von Risiken und Chancen, welche sich auf die Erreichung der Ziele auswirken könnten, sowie die Darstellung von Leistungsindikatoren und erwarteten Ergebnissen. Prozesse, die einen Bezug zur Realisierung von Produkten oder Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit haben, sollen mit der neuen Norm in Zukunft eine noch stärkere Gewichtung erfahren.
Eine höhere Verantwortlichkeit der Geschäftsführung
Mit der Einführung der ISO 9001:2015 wird die Führungsebene stärker für die Umsetzung der Ziele des QM in die Pflicht genommen. Im Gegenzug verzichtet die überarbeitete Norm auf einen Qualitäts-Management-Beauftragten, dafür soll die Geschäftsführung mehr Verantwortung für das QMS und dessen Effizienz übernehmen. In das QM eingebundene Mitarbeiter müssen entsprechend angeleitet und eingesetzt werden, um das System wirksam unterstützen zu können. In der Praxis bringt das mehr Flexibilität bei der Verteilung von QM-Aufgaben ein.
Die Einführung eines Risikomanagements
Eine Neuerung innerhalb der Norm ist die Forderung nach einem systematischen Risikomanagement. Die ISO 9001:2015 verlangt erstmals die Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken im QM. Das Resultat soll die Ausweisung von Gegenmaßnahmen sein, die in der Folge auch geplant und umgesetzt werden müssen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen muss kontrolliert werden. Die Realisation eines Risikomanagements legt die Norm in die Hände der Unternehmer, für die Umsetzung werden keine konkreten Vorgaben gemacht.
Einen systematischen Umgang mit Wissen
Auch für die Einführung eines systematischen Wissensmanagements werden von der ISO 9001:2015 keine Vorgaben zur praktischen Umsetzung gemacht. Das Ziel eines systematischen Umgangs mit Wissen soll sein, dass alle Mitarbeiter Zugang zu sämtlichen Fakten bekommen, welche für die Durchführung von Prozessen von Bedeutung sind. Dafür soll dieses Wissen gesammelt und permanent verfügbar gemacht werden. Jedes Unternehmen muss dafür eine individuelle Lösung finden, die zu den praktischen Gegebenheiten innerhalb der Organisation passt. Weiterbildungsmaßnahmen und die Weitergabe von Wissen älterer Mitarbeiter an die jüngere Generation im Unternehmen könnten beispielsweise Aspekte eines systematischen Wissensmanagements sein.
Die Verabschiedung des papiernen QM-Handbuchs
Bei der Dokumentation gewährt die ISO 9001:2015 den Unternehmen einen größeren Spielraum. Auf ein QM-Handbuch darf in Zukunft verzichtet werden, um die Dokumentation auf den neuesten technischen Stand bringen zu können. Hier wird eine papierlose QM-Dokumentation angestrebt und den Anforderungen der Digitalisierung Rechnung getragen. In der EDV abgespeicherte, sogenannte ‚dokumentierte Information‘ ersetzt dann die früheren ‚Dokumente und Aufzeichnungen‘.
Fazit
Der Geschäftsführung bringt die ISO 9001:2015 einerseits mehr Flexibilität, andererseits aber auch mehr Verantwortlichkeit ein. Wer die Neuerungen dazu nutzt, bisherige Strukturen zu hinterfragen und dadurch Weiterentwicklungen auf den Weg zu bringen, gewinnt auf lange Sicht an Praxisnähe im QM-System. Die bessere Einbindung in die strategische Organisation in Kombination mit der stärkeren Berücksichtigung von Chancen und Risiken rückt das QM noch konzentrierter in den Fokus der Unternehmensrealität. Der dadurch entstehende höhere Praxisbezug soll die Kundenzufriedenheit stärken, unter anderem indem das vorhandene Wissen als Kapital gesehen und effizienter gemanagt wird. Wenn Unternehmen alle diese Möglichkeiten nutzen, welche sich durch die überarbeitete Norm ergeben, gewinnen sie die Chance, mit den Anpassungen eine optimierte Marktpositionierung und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.
Schulungen, Webinare und Termine finden Sie auf:
http://www.seminar-plenum.de
Kennen Sie schon unser Fachbuch zum Thema Qualität und Industrie 4.0?
Qualität 4.0 Autor René Kiem, Inhaber KONTOR GRUPPE by René Kiem.
Erhältlich beim Hanser Verlag:
http://www.hanser-fachbuch.de/buch/Qualitaet+40/9783446447363
Und natürlich gerne persönlich: e.hett@kontor-gruppe.de
Herzlichen Gruß
Evelyne Hett
Klaus Uhlmann
ISO 9001:2015 – Projektstruktur erleichtert Umsetzung
Eingebettet in die einfach zu bedienende Aufgabenmanagement-Software factro, kann Ihnen ein Leitfaden mit allen Anforderungen der ISO 9001:2015 in einem einzigartigen Projektstrukturbaum bereits in der kostenlosen factro Basic Cloud zur Verfügung stehen.
Verteilen Sie die vorbereiteten „ISO-Aufgaben“ direkt im Unternehmen oder planen Sie die Aufgabenbearbeitung für sich ein.
Auf einen Blick sehen Sie im Strukturbaum, welche Aufgaben zu welchem Themenfeld gehören. Sie können Kommentare zu jeder Aufgabe erfassen oder Dateien anhängen, damit alle Beteiligten bestens informiert sind. Und das in Echtzeit.
Unter https://www.factro.de erfahren Sie mehr.
Viel Erfolg bei Ihren ISO9001:2015-QM-Systemarbeiten,
Ihr
Klaus Uhlmann
Dipl.-Ing. und DGQ-/EOQ-QM-Auditor
Schuchert Managementberatung GmbH & Co. KG, Bochum
Reinhard Wanzek VQZ Bonn baut Schwerpunkt Datenschutz aus
Der VQZ Bonn baut seinen neuen Schwerpunkt im Bereich Datenschutz konsequent weiter aus. Entsprechende Akkreditierungen durch die DAkkS werden bereits für das nächste Jahr angestrebt. „Unser Ziel ist, bei den ersten akkreditierten Stellen mit dabei zu sein“, bestätigt der Geschäftsführer des VQZ Bonn, Reinhard Wanzek. Darüber hinaus ist der Zertifizierer für Managementsysteme auch selbst in der Entwicklung von Zertifizierungsprogrammen für Verantwortliche und Auftragsdatenverarbeiter aktiv. Die letzten Monate wurden intensiv zur Vorbereitung auf dieses neue Geschäftsfeld genutzt.
Erste Auditoren wurden bereits geschult, allerdings besteht noch weiterer Bedarf an sowohl internem als auch externem Personal. Wer Interesse hat, kann sich unter http://www.vqz-bonn.de/karriere informieren. Im Informationspapier stehen auch die erwarteten Kompetenzen.
Für den VQZ Bonn kann aber nur arbeiten, wer auch die gesetzlichen und Akkreditierungs-Anforderungen an die Unparteilichkeit erfüllt. Mitarbeiter dürfen nicht als Berater im Datenschutz tätig sein, externe Auditoren dürfen den jeweiligen Kunden nicht beraten haben. In einem Papier der DAkkS heißt es ergänzend dazu: „Nach Absatz 4 des Artikels R 17 des Beschlusses Nr. 768/2008/EG dürfen … die für die Erfüllung der Konformitätsbewertungsaufgaben zuständigen Mitarbeiter nicht Konstrukteur, Hersteller, Lieferant, Installateur, Käufer, Eigentümer, Verwender oder Wartungsbetrieb der zu bewertenden Produkte oder Bevollmächtigter einer dieser Parteien sein, sofern diese Verbindung aufgrund geringer Erheblichkeit die Unparteilichkeit nicht in Frage stellt.“ Ob damit auch eine Tätigkeit als Datenschutzbeauftragte/-r als nicht mehr ausreichende Unparteilichkeit angesehen werden muss, wird sich in den nächsten Wochen noch erweisen müssen.
Interessenten können sich gerne an Frau Bolanca beim VQZ Bonn wenden an: bolanca@vqz-bonn.de

Moderatoren

Infos zu den Moderatoren

Über die Gruppe "Qualitätsmanagement für Steuerberater"

  • Gegründet: 21.09.2012
  • Mitglieder: 437
  • Sichtbarkeit: offen
  • Beiträge: 189
  • Kommentare: 50