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Michael Ilgner Perspektiven der Digitalisierung in der maritimen Branche
Um die Perspektiven von digitalen Geschäftsmodellen ging es kürzlich bei einer Veranstaltung im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer im Rahmen des Projekts “Mittelstand 4.0“. Ganz konkret ging es um die Nutzung von Daten eines ausrüstungspflichtigen Navigationsgerätes für Schiffe (Automatic Identification System - AIS), mit dem statische und dynamische Schiffsinformationen zwischen verschiedenen Empfangsstationen - an Bord oder an Land - ausgetauscht werden. Diese so genannten AIS-Daten ermöglichen vielfältige Nutzungs- und Optimierungspotenziale, und können für digitale Geschäftsmodelle innerhalb der Logistikkette, wie beispielsweise dem Flottenmanagement, genutzt werden. Das Schiff ist in dieser Kette darin ein wichtiger Faktor, denn der Zulauf der Rohstoffe muss termingerecht erfolgen, um einen reibungslosen Produktionsprozess zu gewährleisten. Von entscheidender Bedeutung ist es beispielsweise, im Ladehafen den Terminal vorauszusagen, an dem das Schiff liegen wird und wie lange es sich voraussichtlich an diesem befinden wird.
Der Innovationsworkshop zielte neben dem Informations- und Erfahrungsaustausch insbesondere auf die Entwicklung kommerzieller Nutzungs- und Optimierungsmöglichkeiten für Reedereien, Verfrachter und weitere Beteiligte ab. Als mögliches Geschäftsmodell ist ein Zertifizierungsstandard für Datenqualität denkbar, ebenso ein effizienteres Performance-Monitoring und Hafenmanagement, sowie die Ursachenermittlung in Schadensfällen. Die wohl größten Herausforderungen sind gleichwohl die Schaffung einer Akzeptanz bei den Besatzungen bezüglich der Nutzung ihrer AIS-Daten, die Datensicherheit bzw. der Datenschutz und der damit verbundenen Möglichkeit der Datenmanipulation.
Hintergrundinformationen
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen gehört zum Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. „Mittelstand-Digital“ (http://www.mittelstand-digital.de) informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Kompetenzzentren in ganz Deutschland helfen mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch, Veranstaltungen und praktischen Beispielen.
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen besteht aus sechs Projektpartnern und wird von der IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland (it.emsland) geleitet. Es bietet für die kommenden Jahre eine Vielzahl von Unterstützungsleistungen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Region. Das Hauptziel des Kompetenzzentrums ist dabei die erfolgreiche und nachhaltige Digitalisierung von KMU und deren Öffnung für neue datengetriebene Wertschöpfung.
Kontakt:
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen, Maritime Branche
Hochschule Emden/Leer - Fachbereich Seefahrt & Maritime Wissenschaften
Bergmannstraße 36
26789 Leer
Prof. Rudolf Kreutzer
Tel: +49 491 92817-5035
E-Mail: Rudolf.Kreutzer@hs-emden-leer.de
oder
Marc Hillers (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Tel.: +49 491 92817-5077
E-Mail: Marc.Hillers@hs-emden-leer.de