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Scrum User Group Austria

Die Scrum User Group Austria ist eine Austausch-Plattform, die sich neuen Wegen der Zusammenarbeit widmet. Allen voran Scrum und Agile.

Peter Fürst Sind Sie schon Beyond Stage-Gate?
In der kürzlich erschienenen 5. Auflage seines Bestsellers „Winning at New Products“ stellt Prof. Robert G. Cooper eine neue Generation des Stage-Gate® Systems vor.
Auf den ersten Blick ähnelt Beyond Stage-Gate dem traditionellen Stage-Gate (Generation 2 bis 4). Es gibt Stages, in denen die Projektarbeit verrichtet wird und Gates, an denen Go-Stopp Entscheidungen über das Projekt gefällt werden. Auf den zweiten Blick gibt es jedoch signifikante Weiterentwicklungen – angepasst an die über die letzten Jahre veränderten Rahmenbedingungen für Neuprodukt-Projekte:
• Im Umfeld von Digitalisierung, Internet of Things, Künstlicher Intelligenz, etc. wissen Kunden immer weniger, was sie eigentlich brauchen.
• Trends, Bedürfnisse und Wettbewerbsangebote verändern sich immer schneller. Mitunter ändern sich die Rahmenbedingungen für ein Projekt mehrmals während eines Entwicklungszyklus.
Dadurch ist es beinahe unmöglich geworden, ein vollständiges, längerfristig gültiges Lastenheft zu definieren und „einzufrieren“. Hält eine Organisation an diesem Vorgehen fest, steigt der Anteil der wenig erfolgreichen Projekte bzw. die Projektlaufzeiten verlängern sich mitunter massiv, weil es mehrfach heißt „zurück zum Start“.
In einem Stage-Gate Systeme der neuesten Generation passen die Projektteams das Vorgehen dem jeweiligen Projektkontext an. Drei Praktiken haben Top-Innovatoren dazu etabliert:
• Spiral Development: Über iterative Lernschleifen nähert sich das Projektteam gemeinsam mit potenziellen Zielkunden dem finalen neuen Produkt an. Diese Iterationen finden in allen Projektphasen statt. Das kann bedeuten, dass das zu entwickelnde Produkt zu Beginn der Entwicklungsphase noch zu weniger als 50% definiert ist.
• Kontextbasierte Stages und Gates: In einem Beyond Stage-Gate System wird die Anzahl der Stages und Gates dem Risiko bzw. der Komplexität des Projekts angepasst. Je höher das Risiko / die Komplexität desto mehr Gates im Sinn von Qualitäts- und Ressourcen-Kontrollpunkten sollte das Projekt durchlaufen. Die besten Innovatoren vertrauen bei dieser Art von Projekten auf Kriterien, welche die Erfolgskriterien innovativer Produkte abprüfen, z.B. Kundennutzen, Überlegenheit gegenüber Wettbewerbslösungen, Marktattraktivität, Machbarkeit, etc.
• Risk-based Contingency Model: Innerhalb der Stages ist die Zeit des „sklavischen“ Abarbeitens von Checklisten endgültig vorbei. Das Projektteam identifiziert jene Aktivitäten, welche das Projekt am effizientesten voranbringen und Ungewissheit bzw. Risiken rasch reduzieren. Dieses Vorgehen wird dann am Gate mit den Gatekeepern vereinbart. Die Deliverables für das darauf folgende Gate werden entsprechend festgelegt. Cooper empfiehlt dazu – insbesondere zu Beginn des Projekts – das „Innovation Project Canvas“ als Werkzeug. Unternehmen, die es einsetzen, berichten von einer Verkürzung der frühen Projektphase um 1 bis 2 Monate bei gleicher oder sogar höherer Qualität der Ergebnisse.
Wenn Sie meinen, dem Innovationssystem Ihres Unternehmens könnte ein Update gut tun, empfehlen wir zunächst, „Beyond Stage-Gate“ im Detail zu verstehen. Dazu eignet sich das neue Buch „Winning at New Products“ vorzüglich. Alternativ bietet sich das Seminar zum Buch an, das am 23./24. April 2018 im Raum Frankfurt stattfindet: http://www.five-is.com/thema/winning-at-new-products . Dort haben Sie die Möglichkeit von Professor Cooper selbst zu erfahren, wie Beyond Stage-Gate im Detail funktioniert. Dieses Seminar eignet sich übrigens auch ausgezeichnet, Führungskräfte für die Neuproduktentwicklung und für die Entwicklung des Innovationssystems im Unternehmen (wieder) zu begeistern.
Peter Fürst Ist Ihr Stage-Gate System in den 1990ern hängen geblieben?
Vor kurzem hat Professor Dr. Robert G. Cooper die 5. Auflage seines Bestsellers „Winning at New Products“ veröffentlicht, in dem er eine neue Generation des Stage-Gate® Systems vorstellt. Wer heute noch ein Stage-Gate-System der 2. Generation verwendet, ist demnach in den 1990ern stehen geblieben und nimmt damit bedeutende Nachteile in Kauf in Bezug auf
• Erfolgsquote von Innovationsprojekten,
• Time-to-Market neuer Produkte und
• Motivation der Projektteams.
Und wie aktuell ist das Stage-Gate System in Ihrem Unternehmen? Das können Sie feststellen, indem Sie prüfen, ob Ihr Innovationssystem systematisch und durchgängig folgende Praktiken sicherstellt:
1. Überzeugender Kundennutzen und Mehrwert für Käufer / Nutzer stehen im gesamten Innovationsprozess im Fokus aller Beteiligten. In allen Phasen setzen wir Aktivitäten, um Anwendung und Anwendungsumfeld sowie Kundenbedürfnisse vertieft zu verstehen.
2. Bei unseren Innovationsprojekten ist ein interdisziplinäres Projektteam durchgehend für die Ergebnisse verantwortlich: von der Konzeptphase über die Entwicklung bis zur erfolgreich eingeführten neuen Marktleistung.
3. Wir fokussieren unsere Ressourcen auf die attraktiven Projekte. Das bedeutet, dass wir an Gates Projekte stoppen, auch wenn es weh tut.
Falls eine oder mehrere Aussagen auf Ihr Unternehmen nicht zutreffen, kann es mehr bringen, zunächst die Grundpfeiler des Stage-Gate Systems zu renovieren bevor Sie sich in Richtung Beyond Stage-Gate bewegen. Treffen diese drei Aussagen auf die Innovationspraxis Ihres Unternehmens zu, lautet die Diagnose: alt aber gut! Ihre Organisation lebt wohl einen Stage-Gate-Prozess der Generation 2 oder 3. Sich mit den Weiterentwicklungen zu beschäftigen wird sich lohnen.
Wenn Sie meinen, dem Innovationssystem Ihres Unternehmens könnte ein Update gut tun, empfehlen wir zunächst, „Beyond Stage-Gate“ im Detail zu verstehen. Dazu eignet sich das neue Buch „Winning at New Products“ vorzüglich. Alternativ bietet sich das Seminar zum Buch an, das am 23./24. April 2018 im Raum Frankfurt stattfindet: http://www.five-is.com/training/themen . Dort haben Sie die Möglichkeit von Professor Cooper selbst zu erfahren, wie Beyond Stage-Gate im Detail funktioniert. Dieses Seminar eignet sich übrigens auch ausgezeichnet, Führungskräfte für die Neuproduktentwicklung und für die Entwicklung des Innovationssystems im Unternehmen (wieder) zu begeistern.