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Wie wird sozialer Raum einladend, lebendig, herausfordernd und produktiv? Was braucht Eigensinniges und Gemeinsames? Wie entsteht Vitalität?

Dorothe Liebig ARGUMENTE FÜR VERNUNFT, WISSENSCHAFT, HUMANISMUS UND FORTSCHRITT
Das lesenswerte Interview von Andrian Kreye mit dem Harvard Professor für Psychologie und Linguistik Steven Pinker trägt den Titel "Verfluchte Romantik".
Beim Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung in München legt Pinker dar, warum die Aufklärung gegenüber der Authentizität ins Hintertreffen geraten ist.
Pinkers neues Buch "The Case for Reason, Science, Humanism and Progress" ist am Dienstag in den USA erschienen und wird im Herbst vom S. Fischer Verlag auf Deutsch veröffentlicht.
Pinker beschreibt darin, warum es der Menschheit faktisch so gut geht wie nie, die Stimmung trotzdem schlecht ist - und Aufklärung die Rettung bleibt.
SZ: Ihr neues Buch trägt einen eher kämpferischen Titel: Aufklärung jetzt: Das Argument für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt.Warum so appellativ?
Steven Pinker: Weil wir ironischerweise in einer Zeit leben, in der wir von den Errungenschaften der Aufklärung mehr profitieren als je zuvor. Trotzdem sind ihre Werte im Bewusstsein vieler in den Hintergrund gerückt. Außerdem gibt es viele Kräfte, die Werte wie Vernunft, wissenschaftliche Erkenntnis oder ausgleichende Gerechtigkeit bekämpfen, während gleichzeitig kaum jemand bereit ist, sie zu verteidigen.
SZ: Welche Kräfte sind das?
SP: Populismus, Nationalismus, Religionen, reaktionäre Ideologien, die sich nach vermeintlich goldenen Zeiten zurücksehnen.
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SZ: Warum ist die Aufklärung so in den Hintergrund gerückt?
SP: Viele glauben fälschlicherweise, dass wir in einer Ära wachsender Armut, ansteigender Gewalt und allgemeinen Niedergangs leben. Dieses Krisengefühl weckt das Bedürfnis nach radikalen Lösungen, die in der Regel wenig mit der Aufklärung zu tun haben.
SZ: Und dieses Gefühl trügt?
SP: Wenn man den Verlauf der Geschichte betrachtet, ja. Der Menschheit geht es besser, sie ist gesünder, wir alle leben länger, die Gewalt nimmt ab. Das ist buchstäblicher Fortschritt. Und ich wollte die Leute daran erinnern, dass dieser Fortschritt das unmittelbare Resultat der Aufklärung und ihrer Institutionen ist, also der Demokratie, des freien Handels und der Organisationen internationaler Zusammenarbeit.
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SZ: Warum kritisieren Sie die Intellektuellen dafür?
SP: Die große Ironie des Intellektualismus ist, dass ausgerechnet die Intellektuellen, die sich selbst als progressiv beschreiben, also als fortschrittlich, Fortschritt verleugnen. Das ist die Nische, die sie sich geschaffen haben - zu kritisieren, wie sich die Gesellschaft entwickelt. Nun sind Intellektuelle zwar nicht dafür zuständig, dass sauberes Wasser aus den Leitungen kommt oder Strom aus der Steckdose, deswegen fällt es ihnen auch so leicht, ihre gesellschaftlichen Konkurrenten zu kritisieren, wie Geschäftsleute, Regierungsbeamte, Bürokraten, Ingenieure und so weiter.
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SP: Sobald sich die Aufklärung verbreitete, kamen auch schon die ersten Gegenbewegungen, allen voran die Romantik.
SZ: Feiert die gerade eine Wiederkehr?
SP: Absolut. Vor allem das Ideal der Authentizität. Man sieht das vor allem in der populistischen Rechten, aber auch bei den Gerechtigkeitskriegern der regressiven Linken, die ich gerade nicht progressiv nennen würde. Und die nicht besonders viel Respekt vor der Meinungsfreiheit haben. Das ist bei beiden eine Reaktion auf die Erkenntnis, dass wir Menschen fehlbar sind und nur durch den Austausch von Ideen unter der Ägide der Vernunft zu einer Wahrheit und zu einer Politik kommen, die wir alle annehmen können.
SZ: Wobei die Authentizität längst in das Vokabular und den Kanon des Konsums und der Popkultur eingezogen ist.
SP: Ich habe ja auch kein Problem mit Micro-Breweries in Brooklyn, sondern mit einer Politik der Authentizität. Egal, ob sie von links kommt oder von Trump.
SZ: Wie schlägt sich das in Politik nieder?
SP: Eines der Ideale der Romantik ist, dass Menschen von Natur aus tugendhaft sind. Und dass ihre Tugendhaftigkeit von einem starken, charismatischen Führer verkörpert werden sollte und man deswegen die Mechanismen der Demokratie abbauen muss. Die populistische Rechte dämonisiert diese gerne als Verwaltungsstaat, als "tiefen Staat". Aber der demokratische Staat ist eine Erfindung der Aufklärung, um die Defizite des Menschen auszugleichen, eine Gegenmaßnahme gegen die Authentizität. Denn der Mensch, jede homogene Gruppe von Menschen neigt dazu, sich etwas vorzumachen, ist voller Vorurteile und Zerrbilder.
Quelle: SZ vom 15.02.2018
Nina Thüllen
Liebe ist die Fähigkeit, Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen.
Theodor Adorno
Dorothe Liebig SPACE IMPERATIV
SPACE IS YOUR PLAYGROUND NOT YOUR PRISON!
BE TOGETHER, NOT THE SAME!
Erfahrungen entspringen aus der Auseinandersetzung zwischen den eigenen Urteilen und dem, was mir der Raum anbietet an Erlebnissen. Dabei kommt es darauf an, dass ich mich einlasse auf das Fremde, Überraschende und es nicht sofort beurteile und ins Gewöhnliche ziehe. Erfahrungen mache ich, wenn ich Respekt behalte vor dem Eigensinn, der Eigenart des anderen. Wenn ich die Fähigkeit wahrzunehmen bewahrt habe, die eigene Unsicherheit im Umgang mit dem Anderen spüren kann, ohne sie in Abwertung umwandeln zu müssen.
BE THE CHANGE YOU WANT TO CREATE!
ViA PUNK
Dorothe Liebig
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Dorothe Liebig
„EIGENSINN" IST WIDERSTAND GEGEN VEREINNAHMUNG.
Wikipedia schreibt: Eigensinn (Eigensinnigkeit) ist eine Charaktereigenschaft, die durch das konsequente Beharren auf und Vertreten der eigenen, von Überzeugungen getragene Meinung gekennzeichnet ist.
Eigensinnige Menschen besitzen zwar klare und feste eigene Meinungen und Überzeugungen und lassen sich nicht „verbiegen“!
Sie können aber durchaus anderen Meinungen gegenüber aufgeschlossen und kritikfähig sein und ihre Meinungen und Überzeugungen überdenken und ggf. ändern, wenn sie durch gute Argumente überzeugt werden.
Äußerem Druck setzen eigensinnige Menschen Widerstand entgegen und beharren auf ihrem Standpunkt. Dadurch haben eigensinnige Menschen oft Probleme mit Autoritäten und blindem Gehorsam.
GEMEINSINN BRAUCHT EIGENSINN!
Dorothe Liebig GUERILLA GARDENING
1. Look for really local opportunities - stuff that is right on your street and on your way to work. That way you can get enjoyment and look after it.
2. Don´t wait for anyone else. It won´t happen unless you do it.
3. Start small and use the success of that to gain momentum. If you are thinking about a sidewalk start with one plot and spread your way down the sidewalk.
4. Be Optimistic - and pragmatic. It´s not all going to work. Learn from your mistakes. Gardening is trial an error.
5. Talk to people about it. Don´t be shy just straightforward. Explain to people that you´re a volunteer gardener.
Source: Guerilla Gardening Book - Richard Reynolds - 2013
Dorothe Liebig
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Nina Thüllen Der richtige Ton - künstlerisch interessierte Ärzte verstehen ihre Patienten besser
Ein wunderbarer Artikel darüber, dass gute Medizin wesentlich mehr ist als als Wissen und Fertigkeiten. "Angehende Ärzte mit Neigung zu Musik und Kunst bringen mehr Empathie gegenüber Patienten auf und gehen emotional intelligenter auf Nöte der Kranken ein als der Fachidiot. " Eine Einladung "die linke und die rechte Hirnhälfte zusammenzuführen - zum Wohle der Patienten wie der Ärzte."