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324 members | 460 posts | Public Group
Hosted by:Dorothe Liebig

Wie wird sozialer Raum einladend, lebendig, herausfordernd und produktiv? Was braucht Eigensinniges und Gemeinsames? Wie entsteht Vitalität?

WAS HEISST ES HEUTE, SYSTEMISCH ZU DENKEN, ZU FÜHLEN UND ZU HANDELN? Wie wird es möglich, unsere Erde wieder in den Mittelpunkt zu rücken? Wie können wir die Verbindung von Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie neu denken?

Wie gestalten wir im Umbruch, als Führungskräfte und Berater*innen, Dialogräume, in denen wir, was tabuisiert scheint, in den Fokus nehmen? In denen ein Gemein­Sinn – jenseits von Zweck und Mittel – gemeinsames Handeln zum Aufbruch ermöglicht!

Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.

Viktor E. Frankl

Wie bist Du angefragt von den großen tranformativen Umbrüchen unserer Zeit? Welche Antworten brauchen diese von wachen Organisationen? Welche Möglichkeiten haben wir, uns diesen Antworten anzunähern? Und wie kann die vitale Organisation der Zukunft ausschauen? Wenn Dich Fragen wie diese beschäftigen ist das GWS forum 2020 eine dringende Empfehlung. Es eröffnet den Raum zum Denken, Dialog führen und zum finden Deiner Antworten.

Können Sie STAUNEN?

„Ah, da ist etwas, was in meine Aufmerksamkeit kommt!“

„Ah, so ist das also, was ich hier wahrnehme…spannend, interessant“. Und jetzt: spüren Sie Ihrem Erstaunen über die Entdeckung des jetzt-gerade-Wahrgenommenen nach. Diese seelische Bewegung nenne ich Staunen.

Staunen ist die emotionale Energie, die in der Neugier, im Interesse enthalten ist

Staunen ist eine hilfreiche seelische Bewegung, die einlädt, das Neue, das Unbekannte, das Überraschende erst einmal möglichst unvoreingenommen zu betrachten.

Staunen = Zustand der. Schöpferischen Indifferenz / Flow / schöpferisches Chaos / fruchtbare Leere.

Dazu ein Satz von Thomas von Aquin (Quelle unbekannt)

„indem wir staunen, gelangen wir zur Untersuchung & durch diese gelangen wir zum Wissen.“

Das in die Aufmerksamkeit Tretende kann ein anderer Mensch sein, kann auch die Umwelt sein (Naturerlebnisse, technische Phänomene wie z.B. ein neuer Wasserstoffmotor) – oder, die höchste Kunst, ist, sich selbst, seine Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen mit überraschtem Staunen zu betrachten („ah, so bin ich gerade unterwegs…“)

Ein paar Beispiele dazu:

- Ein Vertriebler kann faktische Fragen stellen – und dem Gesprächspartner durch Staunen eine Resonanz geben, die mehr ist als „aktives Zuhören“. Bzw. wirklich gute, wirkungsvolle Fragen entstehen aus einer staunenden Haltung.

- In der transformatorischen Mediation kommt dem Moment des Perspektivwechsels eine elementare Bedeutung zu. Dann, in der Erfahrung des Staunens meines Gegenüber „ah, so erlebst Du das aus Deiner Perspektive…“ nicht nur im kognitiven Erkennen, entsteht das Vertrauen in eine neue gemeinsame Lösung.

- Eric Berne hat den kreativen Beitrag des „Marsischen“ in die TA-Welt gebracht: der Marsmensch Mario kommt also sozusagen zur Erde herab und wird später wieder zum Mars zurückkehren, um zu berichten, „wie es dort zugeht“. Mario wird anders berichten, als wir Erdenmenschen dies tun würden. Er glaubt nämlich nicht an Statistiken und Tabellen, sondern beobachtet vielmehr das, was die Leute tatsächlich füreinander, miteinander oder gegeneinander tun, anstatt sich bloss darauf zu verlassen, wie sie selber ihr Tun interpretieren (Berne, E., „Was sagen Sie…..“, S. 58).

Und weiter meint Berne (S.21, ebenda): „…Gruppenmitglieder, die das „Marsische“ verstanden…waren sich einig, dass das Leben auch aus so einfachen Dingen bestand, wie: Bäume betrachten, die Vögel singen hören und guten Tag zu anderen Menschen sagen.“

- In einer aktuellen Führungskräfteentwicklung ist die Energie des Staunens eine wesentliche Intervention. Jedes Teammitglied hat die anderen Personen in der Gruppe als Inspirationspartner – und das Ziel ist, für seine gewohnten Denk- und Verhaltensmuster neue Anregungen zu erhalten: „ah, so kann man das auch sehen; ah, so kann man das auch machen.“

Die Einladung zum Staunen … ist für mich damit immer wieder eine der zentralen wirksamen Interventionen in Workshops/ Seminaren/ Coachings. Vor allem, wenn eine große Vielfalt von unterschiedlichen, kontroversen Meinungen und daraus entstehenden Möglichkeiten erstmal im Raum steht…

Diese Fähigkeit braucht es noch mehr, wenn das Neue fremd, verwirrend, unübersichtlich in seiner Vielfalt ist.

Oder auch, wenn es darum geht, das „Selbstverständliche“ wieder aus seiner Selbstverständlichkeit herauszuholen und wieder neu wahrzunehmen.

Je fremder, je mehr abweichend von meiner Art zu denken, fühlen, werten – desto schwieriger UND desto notwendiger….

Dazu ein Beispiel aus der Wissenschaft: C. Koppetsch untersucht ein Thema, das geradezu einlädt, (zumindest implizit) parteiisch zu werden, den Rechtspopulismus (Die Gesellschaft des Zorns).

Und sie verpflichtet sich zur „Methodologie der theoriegeleiteten Empathie“. Neben den kognitiven Elementen der Theorie die seelische Bewegung des STAUNENS, dem Fremden, dem unverständlichen und sogar abgelehnten „Betrachtungsgegenstand“ unvoreingenommen neugierig sich zu nähern.

Dazu gehört ein sehr relevanter Gedanke von ihr: die „De-Zentrierung des eigenen Standpunktes“ gegenüber dem staunenden (und strukturierten) Erkunden der jeweiligen Standorte.

Etwas Theorie dazu:

Staunen ist in einem von mir entwickelten Konzept über die Ökologie der Gefühle eines von 5 Grundgefühlen.

Ausgangspunkt für dieses Konzept war das Buch von Luc Ciompi: Die emotionalen Grundlagen des Denkens – Entwurf einer fraktalen Affektlogik. Ciompi beschreibt darin, mit entsprechender Quellenangabe) Neugier und Interesse als eines von 5 auch neurologisch beobachtbaren Gefühlen.

Nur Neugier und Interesse ist eher Faktenorientiert – erst im Staunen drückt sich für mich die emotionale Energie aus.

Staunen bedeutet (in Anlehnung an H. Rosa) in Resonanz gehen mit der Welt.

Zentraler Unterschied zum sich neugierig betrachten im ZEN. In der ZEN-Meditation ist nach Auskunft eines ZEN-Lehrers Resonanz mit den Beobachtungen „strikt zu unterlassen“.

Staunen ist Resonanz pur.

VitalizingSpaceWorks is a digital salon

for social architects and cultural entrepreneurs.

NEUE WEGE - NEUE RÄUME

Natürlich ist ORGANISATIONSENTWICKLUNG eine Herausforderung!
Sie ist ein Herausforderung im Hinblick auf
EINFACHHEITund STIMMIGKEIT,
VITALITÄT und MENSCHLICHKEIT!
Es geht uns nicht um intellektuelle Modelle und hochkomplexe Konzepte.
Es geht uns eher um einen Abschied von der Bevormundung durch Experten.
Es geht uns um einen pragmatischen und respektvollen Umgang mit den vielfältigen Herausforderungen
der sogenannten Postmoderne.
Letztendlich geht es um die GESTALTUNG EINES GEMEINSAMEN LEBENSRAUMS.
ViA PUNK

ViA PUNK

VITALIZING SPACEWORKS is connected to ViA PUNK, Dorothe Liebig, Erich Wlasak und Ute Langthaler

VITALE SYSTEME ©

Jeder Raum verfügt über eine buchstäbliche und eine kulturelle Anatomie. Die eine sieht man, die andere nicht. Die eine besteht aus sichtbaren Artefakten und Raumelementen. Die andere aus der Leidenschaft und dem Engagement, den Erfahrungen und Visionen, den vitalen Vernetzungen der Menschen im Raum. Wahr sind sie beide.

VITALE SYSTEME (c) Dorothe Liebig und Barbara Albrecht

VITALIZING SPACEWORKS is connected to WAS WIRKT PROJEKT * Stefan Latt und Dorothe Liebig

AM ANFANG STEHT DER RAUM. Nicht nur der physische, objektive, materielle Raum, sondern auch und gerade der mentale, subjektiv erlebte und soziale Raum. Wir richten uns ein! Wir machen unsere Lebens- und Arbeitsräume zu dem, was sie sind.
Wir entwickeln WIRKLICHKEITSRÄUME zu MÖGLICHKEITSRÄUMEN und umgekehrt. Wir gestalten Räume so, dass sie RESONANZ UND WIRKUNG erzeugen.
Wir fragen uns: Was macht einen Lebens- und Arbeitsraum einladend, produktiv, kreativ, lebendig, gastlich und begeisternd? WIE KÖNNEN RÄUME WIRKEN? Wie wollen, können und müssen wir
Räume neu vermessen, umgestalten, verbinden, auflösen, neugestalten,damit sie in Zeiten des Umbruchs neue Wirkungen erzielen? DAMIT SICH NEUE PERSPEKTIVEN ERÖFFNEN KÖNNEN?

© Christoph Beck, Frances DeWolf Hoffmann und Dorothe Liebig

WIRKLICHKEITSSINN UND MÖGLICHKEITSSINN

"Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will, muss man die Tatsache achten, dass sie einen festen Rahmen haben: Dieser Grundsatz, nachdem der alte Professor immer gelebt hatte, ist einfach eine Forderung des Wirklichkeitssinns. Wenn es aber einen WIRKLICHKEITSSINN gibt, und niemand wird bezweifeln, dass er seine Daseinsberechtigung hat, dann muss es auch etwas geben, das man MÖGLICHKEITSSINN nennen kann.
Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies und das geschehen, muss geschehen; sondern er erfindet: Hier könnte, sollte, oder müsste geschehen; und wenn man ihm erklärt, dass es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als Fähigkeit definieren, alles, was ebenso sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist…….
Ein mögliches Erlebnis oder eine mögliche Wahrheit sind nicht gleich wirklichem Erlebnis und wirklicher Wahrheit weniger dem Werte des Wirklichseins, sondern sie haben, wenigstens nach Ansicht ihrer Anhänger, etwas sehr Göttliches in sich, ein Feuer, einen Flug, einen BAUWILLEN UND BEWUSSTEN UTOPISMUS, der Wirklichkeit nicht scheut, wohl aber als Aufgabe und Erfindung behandelt."
aus Robert Musil; Der Mann ohne Eigenschaften