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Mathias Frenzel Firmenwagen während Weihnachtsmarkt gestohlen - auch bei Ihren Betriebsausgaben Privatsache?
Firmenwagen während Weihnachtsmarkt gestohlen - auch bei Ihren Betriebsausgaben Privatsache?
Für die steuerliche Behandlung Ihres Firmenwagens ist es bekanntlich nicht so tragisch, wenn er auch einmal privat genutzt wird - bis zu 49% Privatnutzung sind zum Beispiel für die Anwendung der in der Praxis recht attraktiven 1% - Regel steuerlich unschädlich. Doch was ist, wenn der Firmenwagen ausgerechnet bei einer Privatveranstaltung gestohlen wird?
Der Fall aus der Praxis:
Ein Arzt war mit seinem Betriebsfahrzeug zum Weihnachtsmarkt gefahren. Er parkte in der Nähe des Marktes und stellte sein Fahrzeug, soweit dies ermittelt werden konnte, nicht ganz ordnungsgemäß ab. Das Fahrzeug wurde gestohlen. Die Kaskoversicherung verweigerte die Regulierung des Schadens. Der Arzt wollte den Restbuchwert als Schadensposition (Betriebsausgabe) in der Einnahmenüberschussrechnung geltendmachen. Das Finanzamt verweigerte das mit Hinweis auf den privaten Charakter des Unfalls.
Zu Recht, entschied der BFH (XI R 60/04). Der Schaden sei hier Privatsache, da der Wagen unstreitig während einer Privatveranstaltung gestohlen worden sei. Das Gericht folgt hier im Wesentlichen auch seiner bisherigen Rechtsprechung zu Betriebsunfällen. Auch bei Unfällen kommt es für die steuerliche Anerkennung des Schadens darauf an, ob das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Unfalles konkret betrieblich oder privat genutzt worden sei.
Experten-Rat
Der BFH hat allerdings auch noch einmal daraufhin gewiesen, dass das Abstellen von Firmenwagen zur Übernachtung im Rahmen einer Betriebsfahrt ebensowenig privat veranlasst sei wie das Parken vor der Wohnung nach Rückkehr aus dem Betrieb. Für Sie wichtig: es gibt hier also eine Grauzone zwischen „betrieblich“ und „privat“, bei der der Betriebsausgabenabzug des Schadens zumindestens nicht gefährdet ist.
Insider-Tipp
Selbstverständlich können wir Ihnen an dieser Stelle nicht empfehlen, privat veranlasste Fahrten im Fahrtenbuch als betrieblich darzustellen. Eine geschickte Kombination von privaten und betrieblichen Belangen ist aber sehr wohl anzuraten. Verbinden Sie die Fahrt zum Weihnachtsmarkt mit einem Patienten Besuch und/oder einem Dienstgang zur Ärztekammer. Wenn Sie danach noch auf den Weihnachtsmarkt gehen, so ist das für die (Teil -) betriebliche Veranlassung nicht schädlich.
Und so steht´s auch - in aller Deutlichkeit - im Fahrtenbuch ..
Frohe Festtage und guten Glühweingenuss auf dem Weihnachtsmarkt!
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Mathias Frenzel Stimmt so! Wann ist Trinkgeld wirklich Trinkgeld - und damit steuerfrei?
"Stimmt so!" schallt es des Öfteren durch das Restaurant. Zwar entspricht das nicht dem Knigge, denn wenn man dem glauben darf, wäre ein leise gesprochenes "Vielen Dank" der angemessene Umgang des Gastes mit dem Kellner. Aber den freut es trotzdem: es hat Trinkgeld gegeben. Und das ist auch noch steuerfrei: nach fehlgeschlagenen Freilandversuchen wurde im Jahre 2002 die unbeschränkte Steuerfreiheit von Trinkgeld wieder eingeführt. Aber das verlockt: allzu bereitwillig ordnen Steuerpflichtige Zahlungen jeglicher Art als steuerfreies Trinkgeld ein. Klar ist: das Aufgeld an den Kellner, dass der Gast gibt, ist tatsächlich Trinkgeld. Aber wie ist es mit freiwilligen Sonderzahlungen der Konzernmutter an die Arbeitnehmer Ihres Hauses? Die sind nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht als Trinkgeld einzustufen und damit auch nicht steuerfrei.
Was also ist Trinkgeld?
Trinkgeld ist dem allgemeinen Sprachgebrauch folgend eine vom Kunden oder Gast gewährte zusätzliche Vergütung, die als freiwillige und typischerweise persönliche Zuwendung eine Anerkennung oder Belohnung darstellt. Der Empfänger erhält einerseits vom Arbeitgeber Lohn für die erbrachte Arbeitsleistung und andererseits die zusätzliche Honorierung von einem fremden Dritten, dem Gast. Kürzer: was der Sprachgebrauch Trinkgeld nennt (und so empfindet), ist auch Trinkgeld. Was man sich gefühlsmäßig erst da hindrehen oder listig zurechtargumentieren muss, ist dagegen kein Trinkgeld, sondern eine andere Art der begleitenden Zuwendung - und die ist zumeist steuerpflichtig.
Z.B. die Sonderzahlungen innerhalb eines Konzernverbundes, siehe oben.
Trinkgeld sind aber auch die Gelder, die die der Arbeitgeber als übliche Tronc - Zahlungen (der Begriff kommt aus den Spielcasinos und betrifft dort insbesondere Croupiers) in die Gehaltshöhe mindernd einkalkuliert hat. Das könnte ja auch steuerpflichtiger Lohn von dritter Seite sein - Sie dürfen es aber getrost als steuerfreies Trinkgeld vereinnahmen.
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