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Reinhard Kloiber Wo ist der Anstand hin?
Neulich in Bonn
... stehe ich mit meinem Roller vor einer roten Ampel. Es ist ein wundervoller, sonniger Tag.
Neben mir auf dem Fußweg (!) wartet eine junge Dame – ordentlich gewandet, modisches Sommerkleid, schicke Frisur, stylishe Brille – auf einem ihrem Habitus adäquaten Fahrrad darauf, dass die Fußgängerampel (!) grün wird.
Sie verzehrt während des Wartens etwas aus einer kleinen Tüte. Dann knüllt sie die Tüte mit dem Restinhalt zusammen und legt diesen ihren Müll auf die Umrandungsmauer neben sich und fährt los.
Meinen zugegebenermaßen nicht gerade dezent geäußerten Hinweis „schade, dass es in Bonn keine Mülleimer gibt“ nimmt die junge Dame zur Kenntnis ohne auch nur ansatzweise den Eindruck des Ertapptseins oder gar eines Schulbewusstseins zu erwecken.
Und, ja, natürlich weiß ich, dass Bonn, Deutschland, Europa und die Welt wichtigere und größere Probleme haben als eine Mülltüte auf einer Umrandungsmauer.
Trotzdem bin ich immer und immer wieder fassungslos darüber, dass das, was ich (Jahrgang 1955) noch als Anstand beigebracht bekommen und kennengelernt habe, offenkundig bei vielen, nicht bei allen, keinen Stellenwert mehr hat.
Dirk Scharpenberg WM Zeit und ihre Auswirkung auf die Herrengarderobe
Sehr verehrte Damen und Herren,
nicht mehr lange, dann ist wieder WM. Fußballweltmeisterschaft.
Auch solche bekennenden Fußballmuffel wie ich freuen sich auf diese Zeit. Die Nachbarn rüsten die Garage zum Fernsehstudio um. In den Gärten und Parkanlagen wachsen Großleinwände wie Pilze aus dem Boden. Wildfremde Menschen rücken auf Bierbänken zusammen, trinken und grillen, jubeln, fluchen und heulen gemeinsam…
Schon Monate zuvor bewegen Fragen die Nation, die sonst keiner gestellt hätte:
Darf eigentlich jeder Reporter nach Russland? Spielt Özil auf der richtigen Seite, oder gar neuerdings falsch? Darf man die Flagge von Saudi-Arabien auf Kronenkorken drucken und das Bier auch noch in Umlauf bringen? Und lebt der alte Orakelkrake noch und wenn ja, wurde er ausreichend trainiert?
Bei aller Freude über diese Vorgänge, eigentlich keine ausgesprochen satoriale Zeit. Der Dreiteiler wird auf Bierbänken eher selten getragen, edle Krawatten meist vor dem Anpfiff entfernt und über das schöne, sommerliche Maßhemd wird nach Dienstschluss schnell noch das Nationaltrikot gezogen.
Und dennoch, außerhalb dieser 90 bis 120 Minuten geht das Leben ja weiter. Leichte, geschmackvolle Garderobe für den Herrn. Edle Stoffe und Tuche mit Klimafunktion. Feine, gut sitzende Hemden.
Ja, auch das ist heute Fußball. Schauen Sie sich die jungen Athleten abseits des Spielfeldes an (ok, bei der Frisur war ich in diesem Lebensabschnitt auch noch nicht so stilsicher!) Aber so ein dunkelblauer Anzug macht doch echt was her und aus fast jedem Kerl einen Gentleman! Fürs Business, auf Reisen mit oder ohne Mannschaftsbus und bei Partys ohne Bierbank.
Anregungen hierzu finden Sie wie immer unter: http://www.baronandearl.com
Uns allen eine an- und aufregende Weltmeisterschaft und bleiben Sie aufmerksam bei der Wahl Ihrer Garderobe!
Herzliche Grüße und auf bald
Ihr, Dirk Scharpenberg 😉😁
Alfred F. Schmidt Warum sollte man seine Lehrerin oder seinen Professor grüßen?
Guten Tag in die Runde!
Ja, ich kenne die Regel: Der Angestellte (der Rangniedere) grüßt und der Chef (der Ranghöhere) gibt die Hand als Erster. Und der Kundenbetreuer grüßt die Kundin und die Kundin (die Geld zahlt) reicht die Hand.
Aber wie lautet die Begründung bei der Beziehung "Lehrer - Schüler" oder "Professorin - Student". Ja, die Professorin ist ranghöher, aber der Schüler und der Student zahlen doch Geld (an den Staat oder die Schule oder Uni), sind somit Kunden.
Gibt es noch andere Situationen, in denen es üblich ist, dass der, der Geld zahlt, grüßen sollte und der Gegenüber das Recht hat, die Hand als Erster zu reichen?
Auf die klärenden Antworten bin ich sehr gespannt!
Ein schönes Wochenende wünscht Allen
Alfred F. Schmidt
Alfred F. Schmidt Astrid Fiedler
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Alfred F. Schmidt
Guten Tag Herr Horstmann,
da ist es noch einfacher: Wer kommt (in Hörsaal, Zimmer oder Aufzug) grüßt.
Das mit "es gibt der die Hand, der innerhalb der Organisation, in der ich mich gerade befinde, den höheren Rang hat" regte zu weiteren Diskussionen an: Was ist mit dem Hausmeister oder der Sekretärin in der Uni? Und was mache ich in der "Organisation" Finanzamt, Baubehörde? Geben mir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Hand als erstes? Auch der Lehrling? Alle werden von den Bürgern indirekt bezahlt.
Gar nicht so leicht, bin gespannt auf die Ideen und Vorschläge.
Viele Grüße
Alfred F. Schmidt

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