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Tirol Community

Für alle die Pause brauchen von der virtuellen Welt und auch offline spannende Kontakte knüpfen und tolle Veranstaltungen erLEBEN wollen.

Carmen Eva Leitmann Kommunikation schafft Lust oder Frust!
In meinen Blog-Beitrag „Wir müssen mal miteinander reden“ berichte ich über das Phänomen, dass wir zwar im Zeitalter der unbegrenzten Kommunikations-möglichkeiten leben, jedoch gleichzeitig, sowohl in unserer privaten als auch in der geschäftlichen Kommunikation, täglich eine Menge Frust entsteht. Egal wo ich hinschaue, die Mehrzahl beklagt das Kommunikationsverhalten ihrer Mitmenschen. Im geschäftlichen Bereich kann man sich durch mangelnde Kommunikation Chancen verbauen, oder anstatt Kunden zu begeistern, sogar Kunden verlieren. Privat kann die Art wie wir miteinander reden, in einem harmonischen Abend enden, oder in Streit.
Darum ist es wichtig mal das eigene Kommunikationsverhalten zu reflektieren.
Wie gelingt es die Kauflust meiner/unserer Kunden zu wecken? An welcher Stelle gibt es immer wieder Missverständnisse, die zu Problemen führen? Wo sprechen wir zu wenig miteinander? Wann werden Informationen als nicht ausreichend empfunden? Wie lerne ich meine Bedürfnisse auszudrücken?
Was gehört zu einer wertschätzenden und respektvollen Kommunikation?
Nicht selten gibt es auch Missverständnisse zwischen den Geschlechtern, weil ein und dieselben Aussagen von Männern und Frauen unterschiedlich interpretiert werden.
Ich bin der Meinung: „Das alles muss nicht sein!“
Warten Sie nicht bis der erste Frust die Lust am Miteinander zerstreut, oder zu Verlusten führt, unabhängig davon ob es Ihre Partnerschaft betrifft, die Kommunikation unter Kollegen, oder gegenüber Kunden.
Handeln Sie am besten proaktiv und reflektieren Sie Ihr eigenes Kommunikationsverhalten, oder das Ihres Teams. Ich unterstütze Sie dabei mit individuellen Formaten, z.B. mit einem intensiven Coaching oder in einem Workshop/Seminar mit Ihrem Team. Erkennen Sie die Zusammenhänge, Ursachen und Wirkweisen einer erfolgreichen Kommunikation anhand konkreter Beispiele aus der Praxis. Verändern Sie Ihre Kommunikation so, dass sie zu positiven Erfahrungen führt.
Weitere Infos oder Buchungen unter https://www.the-holistic-business-architect.com/kommunikations-training/
Emails bitte an: info@the-hba.com
Bernd Späth Grenzüberschreitende Belastungen privat und im Job.
Auch wenn es gut gemeint ist: Man kann natürlich nicht für eine andere Person einen Coachingtermin buchen. Nur wenn der/die Betroffene selbst den Wunsch verspürt, etwas zu verändern, macht das Ganze Sinn. Ein einziges Mal in meiner sechzehnjährigen Praxis habe ich mich – wenngleich unwissentlich – auf solch eine Situation eingelassen, als ein Mann mir seinen Lebenspartner Norman schickte, offenbar mit der Maßgabe, sich jetzt gefälligst einmal coachen zu lassen, damit die Partnerschaftsprobleme – die offenbar ausschließlich auf einer Seite verortet wurden – sich lösen sollten. Norman, der in der Partnerschaft zur Unterordnung neigte, hatte den Termin folgsam mit mir vereinbart, lebte nun aber seine Auflehnung in der Coachingsitzung aus, und erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass er das Gespräch in Wirklichkeit niemals gewollt hatte: Es war ein abgehobener Dauermonolog über den „Zustand der Welt“. Dieser mag in der Tat bisweilen beklagenswert sein, im konkreten Fall allerdings hieß es: „Dir sage ich überhaupt nichts, und von mir erzähle ich dir gar nichts!“ – Als ich diese Motivationslage erkannt hatte, sprach ich Norman darauf an, und er stimmte mir lebhaft zu und meinte, ich sollte es „nicht persönlich nehmen“. Tat ich auch nicht. Einvernehmlich beendeten wir das Gespräch vorzeitig. Norman wirkte erleichtert.
Umso erstaunter war ich, als er sich ein halbes Jahr später telefonisch meldete: Frank, sein Lebensgefährte, hatte mitten während der Arbeitszeit sein Büro verlassen und war seit Tagen verschwunden. Norman hatte bereits eine Vermisstenanzeige aufgegeben und war völlig aufgelöst. Er bat um einen Gesprächstermin. – Ich war nicht der Meinung, dass hier etwas zu coachen war, aber ich lud ihn auf eine Tasse Kaffee ein, denn offenbar brauchte er jemanden, mit dem er reden konnte. Frank hatte ich einmal flüchtig kennen gelernt, er schien mir ein maßloser Egozentriker zu sein, der unentwegt Auftritt und Selbstinszenierung brauchte und sehr unruhig wurde, wenn er aus dem Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit an deren Rand zu rutschen drohte. Wie viele Egozentriker war er der selbstkritischen Reflexion unfähig und verstand sich meisterhaft darauf, anderen – notfalls auch völlig Unbeteiligten – Schuld zuzuweisen. Insgesamt ein hysterisch strukturierter Charakter, kein Zweifel.
Im Gegensatz zum vorhergegangenen Gespräch sprudelte Norman dieses Mal förmlich: Die Partnerschaftsprobleme hatten kulminiert, da Norman mit Franks übersteigerter Eifersucht nicht mehr klarkam. Franks daraus resultierende Gesamtverfassung wiederum hatte sich auf seinen Vertriebsjob ausgewirkt, und er war in den letzten Monaten abgestürzt zum „low performer“, was ihm mehrere Rüffel eingebracht hatte. Er hatte auf altvertraute Weise reagiert und die Schuld ausschließlich bei seiner Vorgesetzten gesehen, die ihm dafür gleich noch eine drübergab. Der Druck in der Partnerschaft und im Job hatte sich gleichermaßen ins Unerträgliche gesteigert. Es lag also die Vermutung nahe, dass Frank unter der akuten Belastung in eine Kurzschlussreaktion verfallen war und die Flucht angetreten hatte. Norman hatte ausgiebig mit Franks Vorgesetzter telefoniert, die sich sehr einsichtig gezeigt und eine ähnliche Vermutung geäußert hatte. – Half aber alles nichts: Frank blieb verschwunden, und so war die Befürchtung eines Suizids nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Umso mehr, als die Polizei erst mal nicht weiterkam: Er und sein Auto blieben verschwunden, und nun machte Norman sich die bittersten Vorwürfe.
Die Geschichte fand eine bizarre Aufklärung: Frank wurde nach dreizehn Tagen in einer kleinen dänischen Pension in der Nähe von Sønderburg von der Polizei geschnappt. Er hatte sich dort vor wenigen Tagen unter falschem Namen eingebucht und sich bizarrerweise als Honiggroßhändler aus Dinslaken ausgegeben, trotz seines Regensburger Kennzeichens. Norman kriegte den Mund nicht mehr zu. Letztlich war Frank der Pensionsinhaberin aufgefallen, weil er auf sie oft seltsam trancehaft wirkte und trotz wiederholter Aufforderung seinen Pass nicht vorgelegt hatte. Sie hatte diesen allerdings mit weiblichem Wissensdrang in einer Schublade gefunden, als sie Franks Zimmer aufräumte, und daraufhin die Polizei verständigt. Frank war täglich sechs-sieben Stunden lang am Meer entlanggelaufen. In der amtlichen Vernehmung konnte er sich nicht erinnern, wie er hierhergekommen war, wo er längs gelaufen war, und er konnte auch keinerlei Angaben zu sich selber machen. Er war offenbar ziellos herumgereist, und man fand Tankrechnungen und Pensionsbelege, mittels derer man eine völlig widersinnige Reiseroute quer durch Deutschland bis nach Dänemark rekonstruierte. Frank schwieg dazu, denn er erinnerte sich an nichts. Anscheinend hatte er teilweise im Auto übernachtet. Norman erzählte mir alles am Telefon, er war verstört.
„Haben Sie denn eine Erklärung für sowas?“
„Paris, Texas.“, sagte ich.
„Was?“
„Wim Wenders, 1984. Grandioser Film. Harry Dean Stanton und Nastassja Kinski.“
„Sind Sie jetzt auch übergeschnappt?“
„Nein“, sagte ich. „Aber der Film beschreibt eine sogenannte ‚dissoziative Fugue‘. Und genau das ist bei Frank passiert.“
„Ja, um Himmels Willen, er ist doch mein Mann! Wird er denn wieder?“
„Ich denke schon.“, sagte ich. „Wenn´s wirklich nur die Fugue ist. – Ist er denn jetzt in Behandlung?“
„Die Polizei hat ihn in die Psychiatrie gesteckt. Entsetzlich!“
„Nein“, widersprach ich. „Er braucht Hilfe. Und da bekommt er sie.“
Dissoziative Fugue (früher: psychogene Fugue) ist ein seltenes Phänomen, aber für die Betroffenen hammerhart. In der Regel ist sie eine Reaktion auf eine extreme psychische Belastungssituation, in der unbewusste Fluchtwünsche durchbrechen. – Unbewusst deshalb, weil der/die Betroffene sich nicht rational zur Flucht entschließt, sondern dabei eher wie im Halbschlaf oder in einer Trance agiert: Es ist ein sinn- und zielloses Getriebensein, Herumirren und bisweilen auch Verbleiben. Die Betroffenen haben die Erinnerung verloren, wer sie sind und wo sie herkommen, und sie wirken verloren. Im Allgemeinen dauert der Zustand einige Tage. Es sind aber auch Fälle bekannt, wo die Betroffenen buchstäbliche eine neue, völlig wesensfremde Identität annahmen. Das kann so weit gehen, dass solche Menschen dann an sozialen Aktivitäten teilnehmen, die früher für sie undenkbar gewesen wären. - Nur ca. 0,2% der Bevölkerung sind von diesem Phänomen betroffen. Übrigens hat auch David Lynch seinen Film „Lost Highway“ als psychogene Fugue definiert.
Was die „retrograde Amnesie“ betrifft, also das rückwärtige Vergessen von Reiseroute, Herkunft, etc., so wird man nicht falsch gehen mit der Annahme, dass es sich um eine Schutzfunktion des psychischen Apparates handelt, der mit der Verarbeitung extremer Erlebnisinhalte massiv überfordert ist und diese ins Unbewusste abschiebt, wo sie nach besten Kräften randalieren. In der Regel ist diese Amnesie durch psychotherapeutische Maßnahmen lösbar. – Natürlich müssen andere Erkrankungen und Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente ausgeschlossen werden.
Frank begann in der Psychiatrie nicht nur mit einer Aufarbeitung der jüngsten Geschehnisse, sondern er ging auch erstmalig im Leben die massiven Selbstwertstörungen an, die die tiefere Ursache seiner rasenden Eifersucht gewesen waren. Denn die Eifersüchtigen werden vom Gefühl gequält, per se erst einmal nicht liebenswert zu sein und deshalb ihren „Besitz“ mit allen Mitteln verteidigen zu müssen. Oft bewirken sie damit das Gegenteil. Norman jedenfalls nutzte Franks längeren Klinikaufenthalt, um sich in einigen Sitzungen bei mir mit seiner Tendenz zu Gehorsam und Unterwerfung zu befassen und wirkte danach befreiter. Die Beziehung hielt nicht mehr allzu lange, man trennte sich einvernehmlich. Frank, dem seine Chefin den Posten freigehalten hatte, fühlte sich durch seine Flucht in der Firma zu sehr desavouiert und wechselte in eine neue Position, wo niemand ihn und seine Geschichte kannte.
Anton Dippel 2. Tiroler Online Marketing Konferenz
In den Marketingstrategien von Unternehmen und Institutionen gewinnt die Nutzung von Online Medien stark an Bedeutung. Je nach Produkt, Thema oder Zielgruppe kommt man an Online-Kanälen nicht mehr vorbei. Doch die Vielfalt an digitalen Plattformen ist groß und die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten fast unüberschaubar. Hinzu kommt, dass die Dynamik an neuen Entwicklungen das „Schritt halten“ zusätzlich erschwert.
Daher hat das BFI Tirol die Tiroler Online Marketing Konferenz - in Kooperation mit der FH Kufstein - ins Leben gerufen, die über aktuelle Neuerungen und wertvolle Tipps für die Praxis informiert. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr beschäftigt sich die Konferenz heuer am 8. November 2018 wieder mit aktuellen Trends. Beleuchtet werden neben der neuen DSGVO besonders Themen wie die effektive Nutzung von Suchmaschinen, der richtige Einsatz von Facebook und die Vorteile von Content Marketing.
Programm
- Big Data im Fadenkreuz der DSGVO und E-Privacy Verordnung, Referent: Philipp Amann, IKB
- Warum Sie künftig auf Content Marketing nicht verzichten können!, Referentinnen: Mag. Patricia Köll, Mag. Claudia Angerer-Foissner, socialmediatirol
- Google Ads und die Customer Journey - Erfolge richtig zuweisen, Referentin: Alexandra Pauna, Agentur Otago
- Die Sichtbarkeit im Netz als Marke/Unternehmen, Referentin: MMag. Karin Mair, impalawolfmitbiss
- Facebook Marketing nach der DSGVO?, Referent: Thomas Thaler, Facebook Performance Marketer
- anschließend Podiumsdiskussion: Spannungsfeld DSGVO – rechtliche Vorgaben und Anforderungen des Marketings
zum Abschluss Come together zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken
Bei mehreren Teilnehmern eines Unternehmens profitieren Sie vom attraktiven Firmenpackage. Informationen und Anmeldung unter marketingkonferenz.bfi.tirol.
Kontakt Abteilung IT und Technik
BFI Tirol, Othmar Tamerl, MBA, Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck
Tel. 0512/59 660-813, othmar.tamerl@bfi-tirol.at, http://www.bfi.tirol
René Kiem Fehler beim Fehlermanagement: Aus dem Bauch heraus daneben
An der Software scheitert Fehlermanagement nicht. Davon gibt es mehr als genug, eine besser als die andere (wobei auch deutlich weniger gute oder bessere dabei sind, also Obacht!). Auch aufgrund mangelnder Hilfe von außen wurde wohl noch kein neu eingerichtetes System „gegen die Wand gefahren.“ Woran liegt es aber dann, dass der Umgang mit Fehlern oft so schlecht gelingt? In erster Linie an den beteiligten Menschen.
„Wir suchen Lösungen, keine Schuldigen!“
Ein toller Satz, oder? Er sagt eigentlich alles aus, was wichtig ist. Doch oft ist er nicht mehr als eine hohle rhetorische Seifenblase, denn wenn es hart auf hart kommt, wird eben doch in erster Linie nach Schuldigen gesucht und nur in zweiter nach einer sinnvollen Lösung. Das liegt an unterschiedlichen Dingen. Zum einen sind Fehler etwas, das grundsätzlich als ein Mangel definiert wird. Was aber nur bedingt stimmt, denn jeder Fehler – also auch jeder Mangel – bedeutet auch eine Chance. Ok, jetzt wird es wohl langsam Zeit, fünf Euro in das Phrasen-Schwein zu werfen, was ich mit dem größten Vergnügen tue, denn diese vermeintliche Phrase ist der Schlüssel zum richtigen Umgang mit Fehlermanagement.
Wer verinnerlicht, dass der Umgang mit Fehlern eine Möglichkeit ist, Fehler im System aufzudecken, ist einen großen Schritt weiter. Und wenn sich herausstellen sollte, dass es an menschlichen Unzulänglichkeiten lag, dass es überhaupt zum Fehler kam, dann man tut gut daran, auch das Versagen des oder der Betroffenen genau unter die selbstkritische Lupe zu nehmen. Denn niemand macht gerne etwas falsch, also liegt womöglich der Grund für den Fehler in unklaren Aufgabenstellungen oder missverständlichen Anweisungen.
Fehler von Mitarbeitern nutzen? Geht das?
Der „Fall Linus“, der vor einigen Jahren durch die Presse ging, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Fehler entstehen und dass die richtige Einordnung nicht immer ein Selbstgänger ist. Ein Baby hatte damals durch einen Fehler die falsche Menge Augentropfen erhalten, was zu schweren Verätzungen führte. Der Kinderarzt einer Klinik hatte Gramm und Milligramm verwechselt, zwei Apothekerinnen aus Köln erkannten den Fehler nicht. Insgesamt drei Babys bekamen die falsch dosierten Augentropfen und trugen schwere gesundheitliche Schäden davon.
Was damals überraschte und schockierte, war die Tatsache, dass die Klinikleitung den Kinderarzt nicht feuerte und dies unabhängig vom Gerichtsurteil zum Ausdruck brachte. Es ist nachvollziehbar, dass die Familie von Linus, einem der drei Babys, die Praxis der Klinik nicht nachvollziehen konnte. Doch laut Klinikleitung handelte es sich um eine Kette von Fehlern, die nicht durchbrochen werden könne, wenn man an nur einer Stelle, dem Kinderarzt, ansetze.
Zugegeben, dies ist ein drastisches Beispiel, das zudem noch die moralische Komponente enthält, aber auch bei anderen Fehlern ist es meist nicht ein „Sündenbock“, der verantwortlich zeichnet, sondern mehrere Beteiligte, die alle ihren Anteil haben. Gutes Fehlermanagement setzt genau hier an, untersucht, wie Mitarbeiterfehler entstehen, wer noch daran beteiligt war und wie man sie künftig verhindern kann. Man kann nur spekulieren, wie es sich beim Kinderarzt verhielt. Dennoch ist die einzige Möglichkeit, solche verheerenden Fälle zu vermeiden, eine genaue Analyse der Hintergründe.
Aus Fehlern wird man klug
Einverstanden, hier kommt der nächste Fünfeuroschein fürs Phrasen-Schwein. Trotzdem: Aus Fehlern zu lernen, ist leider keine Selbstverständlichkeit. Vielleicht kennen Sie das Einstein-Zitat, das Wahnsinn definiert: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Mit Fehlern verhält es sich nicht anders. In unzähligen Unternehmen werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht, und das Management wundert sich, statt den Ursachen auf den Grund zu gehen. Dabei kann der Fehler eines einzigen Mitarbeiters wertvolle Erkenntnisse zutage fördern, die für die Zukunft schnell Besserung versprechen. Man muss die Fehler aber wertfrei betrachten und Lehren daraus ziehen. Dann wird man tatsächlich klüger, Phrasen-Schwein hin oder her.
Andere Branche, andere Fehler?
Die Frage, ob es bei der Behandlung von Fehlern Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen gibt, wurde eigentlich indirekt weiter oben beantwortet. Wenn es um die Gesundheit oder gar das Leben von Menschen geht, haben Fehler eine ganz andere Bedeutung. An der Herangehensweise des Fehlermanagements ändert das aber nur wenig, wenngleich die Folgen andere sind. Man könnte es gewissermaßen „unaufgeregt“ wie eine Software sehen. Für sie ist es egal, welche Konsequenzen Fehler haben, sie bewerten auch nicht nach Schwere oder Branche, sondern haben „nur“ die Aufgabe, Fehler zu vermeiden. Ob es dabei um Menschenleben geht oder um die Funktionalität einer Maschine, ist der Software „egal“, sie bewertet nicht moralisch, sondern auf Fakten basierend. So gesehen könnte man überspitzt sagen, dass es keinerlei Unterschiede zwischen Branchen gibt, wenn es um das Fehlermanagement geht. Doch die Moral ist eine wichtige menschliche Eigenschaft, so dass man letztlich eben doch sagen muss, dass es Unterschiede gibt. Das Ziel jedoch ist immer das gleiche: Fehler zu vermeiden.
Angst essen Mitarbeiter auf
Der Film „Angst essen Seele auf“ aus dem Jahr 1974 von Rainer Werner Fassbinder ist ein Klassiker. Und er zeigt, welche destruktiven Auswirkungen Angst haben kann. Im Arbeitsleben ist das nicht anders. Ängstliche Mitarbeiter neigen dazu, eher Fehler zu machen als selbstbewusste. Es ist schon fast eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wenn Mitarbeiter sich Fehlerszenarien ausmalen, die dann auch tatsächlich eintreten. Für die Führungskräfte ist das eine echte Herausforderung. Einerseits gilt es, bei den Mitarbeitern Selbstvertrauen zu fördern, andererseits darf dieses natürlich nicht in Sorglosigkeit enden, die wiederum zu Fehlern führt.
Die gesunde Mischung macht‘s. Fehler lassen sich nicht gänzlich aus dem Arbeitsleben verbannen, sie lassen sich aber massiv eindämmen. Und wer angstfreie Mitarbeiter hat, wird sowieso weniger Probleme mit Fehlern haben, insbesondere, wenn sie regelmäßig geschult werden. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind nicht nur ein Bonbon, um die Motivation oben zu halten. Sie sind wichtig, um bei Mitarbeitern ein Bewusstsein für Fehler und ihre Bedeutung zu erzeugen. Selbst Seminare über Fehler können helfen, deren Häufigkeit zu reduzieren. Denn es ist in unserer Zivilisation fest verankert, dass Fehler etwas Schlechtes sind. Nun, das stimmt ja auch, aber der Mensch, der Fehler macht, ist eben nicht automatisch schlecht. Diese Erkenntnis in die Köpfe der Mitarbeiter zu kriegen, ist eine Herausforderung, aber eine, die anzugehen sich lohnt.
Abschließend an dieser Stelle noch ein Hinweis zum Thema Arbeitsbelastung: Es ist klar, dass wir in einem Wettbewerb leben, der nicht weniger, sondern mehr wird. Und es ist auch klar und nachvollziehbar, dass es Bereiche gibt, bei denen gespart werden muss, Effizienz gesteigert und Personal so eingesetzt werden muss, dass Kosten und Nutzen in einem erträglichen Verhältnis stehen. Dennoch: Wer hoffnungslos überarbeitet ist, gar nicht mehr nachrechnen kann, wie viele Überstunden er inzwischen aufgebaut hat und den letzten Urlaub hatte, als Telefone noch in einer Ecke im Flur standen, lange Kabel hatten und wahlweise Rot oder Grün waren, der ist anfällig für Fehler. Ein fataler Fehler, das zu übersehen!
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Kennen Sie schon unser Fachbuch zum Thema Qualität und Industrie 4.0?
Qualität 4.0 Autor René Kiem, Inhaber KONTOR GRUPPE by René Kiem.
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http://www.hanser-fachbuch.de/buch/Qualitaet+40/9783446447363
Und natürlich gerne persönlich: r.kiem@kontor-gruppe.de
Herzlichen Gruß
Bernd Späth Erfolg, Erfolg, Erfolg!
Als es Kahlenborn nach allen Regeln der Kunst zusammenhaute, hatte niemand im Betrieb damit gerechnet. Sie kriegten ihn reanimiert, und nach zwei Wochen Intensivstation und drei Wochen auf Station schickten sie ihn erst nach Hause und dann in die Reha. Insgesamt war er ein halbes Jahr außer Gefecht, und er rechnete es seiner Firma hoch an, dass sie ihm nicht gekündigt hatte. Sie hielten ihm den Job frei, und als er den ersten Tag wieder antrat, gab es sogar ein kleines Fest für ihn, bei dem er vor Rührung Rotz und Wasser heulte. - Niemand kannte die Hintergründe, und so konnten sie nicht ahnen, wie sehr sie mit dieser Geste ins Schwarze getroffen hatten.
Der Chefarzt der pfälzischen Reha-Klinik, für den ich schon einige Vorträge gehalten hatte, hatte ihm meine Kontaktdaten gegeben und ihn mir per Mail avisiert. Es erschien ein Berg von Mittfünfziger, der physisch stabil wirkte, bei dem ich aber den Eindruck hatte, dass er sich psychisch irgendwie nur mit Mühe aufrecht hielt und dies durch ein betont „professionelles“ Auftreten zu überspielen suchte. Er komme, sagte er mir, um die „strategischen Defizite“ seines Zusammenbruchs aufzuarbeiten und „Lösungsstrategien zu erarbeiten“, damit ihm so etwas nicht nochmals passierte. Denn ein zweites Mal, so meinte er, würde die Firma ihm nicht den Job freihalten. – Eine Formulierung, die mich aufmerken ließ, es schien mir eine unbewusste Äußerung über sich selbst zu sein: Es ging demnach nicht um Veränderung, sondern um die Wiederherstellung reibungsloser Funktionsfähigkeit.
„Was treibt Sie an, so rücksichtslos mit sich umzugehen?“
„In der Wirtschaft muss man eben Leistung bringen.“
„Bis zum Defibrillator.“ Immer wieder erstaunlich, wie Menschen sich selbst betrügen können. Leistung als Daseinslegitimation. Ohne Leistung bin ich nichts. Nur durch Leistung kann ich meine Existenz rechtfertigen und mir Wert verschaffen. Denn ich bin weniger wert als meine Arbeit. – So viel zum Thema Selbstwert. Man glaubt es gar nicht, wie viel innerlich zutiefst verunsicherte Menschen auf Führungssesseln sitzen, angstgetrieben, mit perfekter Fassade.
Die nächsten fünfundvierzig Minuten wurden zu einem Referat über die Prinzipien der Marktwirtschaft. – Beginnt jemand allerdings sich in der Darstellung eines ich-fremden Themas festzubeißen, so ist höchste Wachsamkeit geboten: In der Regel deutet dies auf einen unbewussten Widerstand sich zu öffnen. – Ein Ablenkungsmanöver also, das auf Unsicherheit schließen lässt und auf die Angst, ein – noch – unbewusstes Thema anzugehen. Ich hörte erst mal zu.
„Ich muss gut sein. Ich darf nicht enttäuschen. Denn sonst verliere ich meinen Wert.“, sagte ich schließlich.
„Wie bitte?“ Mit einem Schlag war Kahlenberg rot angelaufen. „Was… was... meinen Sie?“
„Es sieht so aus, als hänge Ihr gesamtes Selbstwertgefühl daran, die Erwartungen Anderer zu erfüllen: Siehst du, ich bin doch etwas wert!“
Seltsamerweise kam er ins Stottern.
Oft muss man Verhaltensweisen vorsichtig anstupsen, die der Klient / die Klientin als selbstverständlichen Persönlichkeitsbestandteil betrachtet: „So bin ich, das hab ich noch nie anders gemacht.“ Nun sind wir ja alle – frei nach Wilhelm Reich – die „Summe unserer Reaktionsbildungen“. Fragwürdig wird es halt, wenn es zu massiver Selbstschädigung führt. In den weiteren Sitzungen kostete es einiges an behutsamer Frage- und Deutungskunst, bis Kahlenborn so weit war, seine Glaubenssätze in Frage zu stellen. Immer bedrückender jedenfalls wurde erkennbar: Da hatte jemand einen eisernen Zuchtmeister im Nacken, den nichts interessierte außer Disziplin/Leistung/Funktionieren/Ergebnisse.
Zusammenbruch? Nebensache! „Am Ende zählt die Punktzahl.“
Irgendwie ja verwirrend, dass ein intelligenter und gebildeter Mann an dieser Stelle einen weißen Fleck hatte. Noch verwirrender, dass er eine Überzeugung, die ihn fast das Leben gekostet hätte, mit äußerster Verbissenheit verteidigte: Er selbst war sozusagen der statistische Ausreißer, der durch sein „Versagen“ den allgültigen Glaubenssatz diskreditiert hatte. Das machte es nur noch schlimmer für ihn.
So etwas ist ein gutes Beispiel für die Richtigkeit der Aussage meines Hypnose-Ausbilders Richard Clarke: „Everybody is right. In everything he does. IN HIS OWN WORLD.“ – Bedeutet: Jeder ist subjektiv von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt, weil seine innere Welt sich nun mal so gebildet hat, einschließlich seiner Zwänge. Zu fragen ist nun allerdings: Wer oder was hat dazu geführt? – Kahlenborn meinte erst mal, darüber brauche man nicht zu reden, denn es sei alles in Ordnung. Allerdings wurde er zusehends fahriger.
„Wen dürfen Sie nicht enttäuschen?“ Es arbeitete in ihm. „Wer hat Sie so entwertet?“
Plötzlich legte er das Gesicht in die Hände.
Er blieb minutenlang still. Bis sein ganzer massiger Oberkörper sich zu schütteln begann und er bitterlich schluchzte.
„Entschuldigung!“, flüsterte er schließlich, als er sein Gesicht aus den Händen hob. Es war das Gesicht eines kleinen Jungen: unsicher, bittend, verstört.
„Also, was ist wirklich los?“, fragte ich leise.
„Kann ich nen Espresso haben?“
„Klaro.“
„Papa war Vereinsmeister.“, sagte er schließlich. „Tennisverein.“
„Mhm.“
„Er hatte da einen unmenschlichen Ehrgeiz.“
„Im Hinblick auf Sie?“
„Yip. Er bildete sich ein, ich müsste genauso gut werden wie er und später ein echter Tenniscrack. Profi. Das war sein Ziel. Dem hat er alles untergeordnet.“
„Es war SEIN Ziel. Dem hat er SIE untergeordnet.“
„Meine gesamte Kindheit. Nur Drill. Nur Schleiferei.“ Er rang nach Atem. „Nur Runter-gemacht-werden: ‚Ich bin sehr enttäuscht von dir! Du strengst dich nicht genug an!‘ Jeden Tag. - - Jeden Tag!“
„Und Ihnen war nie nach Tennis?“
Stumm schüttelte er den Kopf. Unsere Gespräche hatten einen Mann mit sensiblen und musischen Seiten gezeigt. Mit einer gewissen Zartheit sogar, die man bei diesem Riesenmannsbild erst einmal nicht vermutet hätte.
„Je-den Tag Training. Je-den Tag Anschiss. Je-den Tag Vorwürfe, dass mir die richtige Einstellung fehlt. - - Meine ganze Kindheit lang. Ich kam kaum dazu Kind zu sein.“
„Sie hatten seine Ansprüche zu erfüllen, sonst wandte er sich ‚enttäuscht‘ von Ihnen ab. Es ging nur um ihn. Ein reines Erpressungssystem.“
„Wir hatten eine Theatertruppe an unserer Schule. Als ich elf war, hätte ich da sooo gerne mitgemacht. Für ihn war das ‚Killefitz‘. Mein Vater machte seine Zustimmung davon abhängig, dass ich irgendein Vereinsturnier gewann. Ich hab´ nur den vierten Platz belegt, da war das Thema wieder mal gegessen. ‚Zur Strafe für dein Versagen!‘ Verstehen Sie? Ich hab ihn GEHASST dafür!“ Der ganze Mann bebte.
„Er hat Sie als Geisel genommen für sein eigenes Geltungsbedürfnis.“
Es gibt Väter, die aus lauter Egozentrik und Verbohrtheit die wertvollsten Seiten ihrer Kinder auszulöschen versuchen. Die Kinder werden zu Gefangenen der väterlichen Entwertungsängste.
„Als ich vierzehn war, hab ich wieder so´n wichtiges Match verloren. Da hat er erst eine volle Stunde mit mir herumgebrüllt, dann hat er mich hochoffiziell ‚aufgegeben‘ und mich aus seinem Training verstoßen und mir gesagt, dass ich seine ganze Mühe nicht wert war. Danach hat er zwei Wochen lang nicht mit mir geredet.“
Er weinte wie ein Kind. Ich weiß nicht, wie viele Klienten ich schon hatte, die vom Ehrgeiz oder den Ängsten ihrer Eltern buchstäblich zertrampelt worden waren. Kahlenbergs Schluchzen rüttelte den ganzen Mann durch. – Erinnerungen, so dachte man früher, seien im Gehirn gespeichert. Seit Bruce Lipton wissen wir, dass sie in jeder einzelnen Körperzelle abgespeichert sind: als Bilder mit den zugehörigen Gefühlen. Mir schien, als wollten Milliarden an Körperzellen sich nun gleichzeitig entladen.
„Noch´ n Espresso?“ Bittend hielt er mir die Tasse hin.
„Klaro.“
Es war ein Vulkanausbruch. Nun endlich begann er zu reden und zu reden und zu reden. Sportgeile Väter, die ihre Kinder missbrauchen, um sich selbst damit zu dekorieren. Stur, uneinsichtig, wichtigtuerisch, kalt. Und auch noch stolz darauf. Schon einmal hatte ich solch einen Fall gehabt, wo ein Manager die väterliche Kälte auf seine Mitarbeiter übertrug und das gesamte Betriebsklima ruinierte. Alles, was sich in über fünfzig Jahren in Kahlenborn aufgestaut hatte, brach sich nun Bahn. Das Wechselspiel zwischen fortwährender Demütigung, Angst zu enttäuschen und panischem Erfolgszwang, es zeigte sich wie unter Laborbedingungen. Und eine misshandelte Kinderseele forderte endlich ihr Recht.
Als die zwei Stunden zu Ende gingen, bat Kahlenborn darum, die Sitzung zu verlängern. Da es mir zeitlich möglich war, willigte ich ein. Für Kahlenborn war es das erste Mal, dass er über seine innersten Nöte reden konnte, und dass jemand sie annahm, ohne ihn dafür herunterzumachen. Es stellte sich heraus, dass auch seine eheliche Beziehung auf der Kippe stand, weil seine Frau sich darüber beklagte, sie komme nicht an ihn heran. Seine dritte Ehe.
„Sie wissen ja, wie das ist. Mit dem Schwäche-zeigen.“
„Ich vermute, Ihre Frau wäre glücklich, Sie zu sehen, wie Sie wirklich sind.“
Nach vier Stunden Sitzung, vier Espresso für ihn und zwei Cappuccino für mich waren wir beide wie ausgewrungen. Kahlenberg hatte viel geweint. Er wirkte befreit.
„Jetzt fahr ich nach Haus und red´ mit ihr. Das hat sie verdient.“
Es war Kahlenborns Turning-Point. Zwischendrin schickt er immer wieder mal eine Mail.

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