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Weniger Stress - Mehr Leistung - Zufriedene Mitarbeiter - Mehr Zeit - Weniger Fehler - Größerer Überblick --- Trainings für Führungskräfte

Qualität verbindet: BITMi setzt auf ISO 9001-Verbundzertifizierung

Der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) weiß um die Vorurteile und Bedenken, die vor allem mittelständische und kleinere IT-Unternehmen hinsichtlich einer Qualitätsmanagement-Zertifizierung nach ISO 9001. Zu hoch seien Aufwand und Kosten, zu niedrig der Outcome - so das vorherrschende Meinungsbild in der IT-KMU-Landschaft.

Dem will der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) nun entgegenwirken. Ganz im Sinne seines Mottos, nämlich der einzige IT-Interessensverband mit klarer Profilierung für die mittelständischen Interessen zu sein, bietet er Mitgliedsunternehmen nun die Möglichkeit, eine Qualitätsmanagement-Zertifizierung nach ISO 9001 im Verbund, also als Mitglied des Verbandes, zu erhalten.

Die Vorteile dabei:

- Geringere Kosten als bei Einzelzertifizierungen (insgesamt 2820 Euro für 3 Jahre) und erst dann fällig, wenn die Zertifizierung erfolgreich war

- weniger Aufwand für notwendige Auditierungen und damit auch eine Entlastung für die Ressourcen des IT-Mittelstandes

- eine systematische Einführung

Zudem beinhaltet die BITMI-ISO-9001-Verbundszertifizierung eine Zertifizierungsgarantie, wie auch die Re-Zertifizierung und anfallende Qualitätsmanagement-Schulungen

Mehrwert und Wettbewerbsvorteil durch Qualitätsmanagement

Auch in der IT-Branche ist Qualitätsmanagement nach ISO 9001 ein Gütesiegel und nicht selten entscheidend bei der Vergabe von Ausschreibungen. Um also seine Mitglieder im Speziellen und den IT-Mittelstand im Allgemeinen noch wettbewerbs- und leistungsfähiger zu machen, hat sich der BITMi dieses Themas angenommen und weist ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Einführung von Qualitätsmanagement-Systemen hin.

Schließlich dient das QM auch dem IT-Mittelstand als wichtiges Steuerungsinstrument , um eben Qualität zu gewährleisten, indem man die interne Fehlerquote senkt, Kunden gegenüber Verantwortungsbewusstsein demonstriert und alle Prozesse wie auch die Ausbildung und fachliche Qualifizierung der Mitarbeiter/innen kontinuierlich optimiert (Stichwort: Knowledge Management). Auf lange Sicht senkt dies Kosten, auch wenn eine QM-Zertifizierung nach ISO 9001 auch im BITMi-Verbund erst einmal Geld kostet, die Gebühren für die Mitgliedschaft inklusive.

Dennoch ist diese Initiative seitens BITMi zu begrüßen. Natürlich sollen so einerseits Neumitglieder geworben werden. Aber mehr als nur ein Incentives ist die QM-Verbundsqualifizierung dennoch. Schließlich können sich IT-KMU so weiterhin auf das operative Geschäft konzentrieren und müssen nur wenige Ressourcen für die Zertifizierung aufbringen. Dazu Dr. Oliver Grün, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband IT-Mittelstand in einer BITMi-Presseerklärung: „Mit der VDEB ISO 9001-Verbundzertifizierung schaffen wir den Spagat zwischen der zwingend notwendigen Einführung von QM und der für ein IT-KMU stets drängenden Kosten- und Kapazitätsfrage."

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Qualität 4.0 Autor René Kiem, Inhaber KONTOR GRUPPE by René Kiem.

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Und natürlich gerne persönlich: e.hett@kontor-gruppe.de

Herzlichen Gruß

Evelyne Hett

Digitalisierung – Nicht nur für Fischzüchter

Was hat ein kleiner Unternehmer wie ein Fischzüchter mit Digitalisierung zu tun? Noch nicht besonders viel, wenn man einer aktuellen Studie der KfW glaubt. Denn die immensen digitalen Möglichkeiten unseres modernen Zeitalters sind im Mittelstand bei weitem noch nicht angekommen. Über eine eigene Website und eventuell eine Präsenz in den sozialen Netzwerken gehen die meisten Mittelständler nämlich nicht hinaus. ‚Zu teuer‘ heißt es lapidar als Begründung. Diese uninformierte Einstellung von Unternehmern könnte ein fataler Fehler sein.

Unkreatives Chaos

Wer sich heute noch durch das Chaos von papiernen Ausdrucken, Excel-Tabellen und unauffindbar abgelegten Worddokumenten wühlen muss, um ein Angebot oder eine Rechnung zu erstellen, ist nun wirklich selbst schuld. Denn vom Kleinbetrieb bis zum Großunternehmen sind die Softwarelösungen in Sachen CRM & Co so breit gefächert wie nie. Und so bezahlbar. Denn es geht ja nicht alleine um die Kosten, die für so ein unternehmensangepasstes Allroundprogramm ausgegeben werden müssen, viel ausschlaggebender für die Bilanz sind die Zeiteinsparungen, welche mit einer digital durchgestylten Organisationsstruktur einhergehen.

Besonders peinlich kann es im digital-analogen Durcheinander werden, wenn mal ein Kunde überraschend anruft und um eine kleine Auskunft bittet. Dann kommt schnell ein weiterer Kostenfaktor ins Spiel. Ein Kunde findet das langwierige ‚Auf zum fröhlichen Suchen‘ am anderen Ende der Leitung vielleicht einmal lustig. Vielleicht. Ein zweites oder drittes Mal aber bestimmt nicht mehr. Und schon hat der Unternehmer einen Ex-Kunden mehr. Nur wegen einer kleinen, aber im Moment unauffindbaren Information. Allzu leicht drängt sich dem Anrufer da nämlich die Frage auf: Wenn dieses Unternehmen seine Administration so schlampig organisiert, wie sorgfältig werden sie dann wohl bei der Produktion meiner bestellten Waren vorgehen? Umso drängender wird diese Frage angesichts der zur Verfügung stehenden digitalen Organisationsmöglichkeiten der heutigen Zeit ausfallen.

Welches mittelständische Unternehmen kann sich das in der aktuellen Konkurrenzsituation noch leisten? Wer meint, es zu können, soll doch an seinem antiquierten Faxgerät sitzenbleiben und dort weiterhin auf von selbst hereinflatternde Aufträge warten. Viel Erfolg!

Die Kirche im Dorf

Und wer meint, die Kirche im Dorf lassen zu müssen, der sollte sich auf die unmittelbare Nachbarschaft als einzige Zielgruppe beschränken. Denn vor Ort auf dem Schreibtisch mag das Zettel-Dateien-Chaos ja noch angehen, schaut man aber mal über den Tellerrand des heimischen Kirchplatzes hinaus, wird´s kompliziert. Schon bei einer Geschäftsreise in die nächstgelegene Stadt wird der Aufwand der Informationsbeschaffung aus dem daheimgebliebenen Computer zur schier unlösbaren Aufgabe, wenn die digitale Organisation nicht stimmt. Wer die neuen Möglichkeiten jedoch voll ausschöpft, kann auch am anderen Ende der Welt auf alle Firmendaten jederzeit zugreifen. Und wenn er wieder nach Hause kommt, wird die Kirche trotzdem noch an ihrem angestammten Platz in der Dorfmitte stehen. Wetten?!

Mit gutem Beispiel vorangehen

Ein Chef, der das Thema Digitalisierung mit einem unüberlegten ‚Zu teuer‘ abtut, macht es seinen Mitarbeitern leicht, sich auf die analoge Faulhaut zu legen. Zwar heißt es ‚Wer Ordnung liebt, ist nur zu faul zum Suchen‘ – und der oben beschriebene Chaos-Schreibtisch bietet viele Gelegenheiten zur fleißigen Suche – letztendlich geht es hier aber um die Bereitschaft zum Change-Prozess. Eine neue Software ist eigentlich relativ schnell begriffen und erlernt, wenn man den Zeitaufwand mit dem permanenten Zeiträuberspiel ‚Suche und Finde‘ vergleicht.

Nimmt der Chef die digitale Herausforderung selbst vorbildhaft an, werden ihm seine Mitarbeiter bald willig nachfolgen. Vorausgesetzt, er kommuniziert die zahlreichen Vorteile für alle entsprechend klar und verständlich. Die Mitarbeiter werden schnell selbst erleben, dass Organisieren mehr Spaß macht und auch viel effektiver ist als Suchen. Das digitale Zeitalter bietet also nicht nur im technologischen Bereich neue Möglichkeiten, auch ihre Führungsqualitäten kann die Chefetage hier besonders anschaulich unter Beweis stellen. Andererseits zeigt die Herangehensweise an Digitalisierungsmaßnahmen und das Erkennen der zeitgemäßen Notwendigkeiten Führungsschwächen drastisch auf.

Noch deutlicher wird das, wenn die Katze den Kirchplatz mal verlässt, und die Mäuse im Turm auf den chaotischen Tischen zu tanzen beginnen. Die digital durchstrukturierte Katze hätte ihren Kirchturm auch von Japan, Großbritannien oder Papua-Neuguinea aus unter Kontrolle gehabt. Das wissen natürlich auch die Mäuse.

Ein Fischzüchter macht´s vor

In einer Fischzüchterei gehören weder Führungsqualitäten noch Geschäftsreisen zu den obersten Prioritäten? Weit gefehlt, wenn man die Sache in so großem Stil angehen will wie der hessische Fischzüchter mit 20 Mitarbeitern, der unlängst in der Zeitschrift Impulse vorgestellt wurde. Er macht seinen mittelständischen Kollegen vor, wie die Sache mit der Digitalisierung funktioniert. Aus der ländlichen Idylle von Teichen, Wiesen und Wäldern werden Fischprodukte deutschlandweit vertrieben. Außer der Schlachtung und dem Filettieren läuft die Produktion komplett digitalisiert ab – die computergesteuerten Sensoren der Zuchtbecken sorgen rund um die Uhr für perfekt abgestimmte Lichtverhältnisse, fischkonforme Temperaturen und optimale Sauerstoffkonzentration im Wasser. Gefüttert wird die Fischbrut vom Computer, der jedem Entwicklungsstadium den jeweils idealen Nährstoffcocktail zukommen lässt. So beschleunigt sich die Aufzucht und Verluste werden minimiert. Neben Hofladen, Biergarten, Räucherei und Imbiss hat der erfolgreiche Fischzüchter den ersten Onlineshop für Frischfisch etabliert und liefert seine Produkte ins gesamte Bundesgebiet. Große Investitionen in Cloudlösungen, Big Data und CRM lohnen sich also auch im Kleinen, wie dieser innovative Unternehmer bewiesen hat.

So geht das mit der Digitalisierung!

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Herzlichen Gruß

Evelyne Hett

Unternehmenskultur 4.0

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Und würden Sie als Chef diese Frage genauso beantworten wie Ihre Mitarbeiter? Ist der digitale Wandel bereits real, oder erleben nur Sie alleine eine Digital Culture als fortgeschritten? Mit diesen Fragen kommen Sie dem Status quo auf die Spur. Sollten Sie auf Diskrepanzen in der Wahrnehmung der Unternehmenskultur stoßen, müssen diese störenden Steine auf dem Weg in die digitale Zukunft schnellstens aus dem Weg geräumt werden. Denn das tägliche Umgehen dieser Steine kostet bares Geld und hemmt den digitalen Wandel ungemein. In zehn Schritten können Sie die Kluft zwischen Führungsebene und Mitarbeitern schließen.

1. Klare Verantwortlichkeiten schaffen

Achten Sie darauf, wirklich alle Mitarbeiter in den Entwicklungsprozess einzubinden. Nur, wenn jeder Einzelne mit dem CEO am selben Strang zieht, kann digitale Unternehmenskultur erfolgreich etabliert werden.

2. Keine Leadership Isolation

Was denken meine Mitarbeiter, wo steckt die Motivation hinter ihren Aussagen und Fragen? Das zu wissen kann für Führungskräfte mit Entscheidungsverantwortung in Sachen digitaler Wandel äußerst hilfreich sein.

3. Silo-Mentalität verabschieden

Funktionsübergreifende Teams sind für eine Digital Culture wesentlich zuträglicher als starre Abteilungen, Funktionen und Berichtslinien. Weniger Hierarchie und mehr Selbstorganisation eröffnet allen Beteiligten neue Chancen.

4. Kulturbeauftragte

Ausgebildete Change Agenten können die Entwicklung einer digitalen Kultur maßgeblich vorantreiben und dazu beitragen, dass jeder einzelne Mitarbeiter die Bedeutung der digitalen Transformation selbst verinnerlicht und befördert.

5. Klare Kommunikationskultur

Ein reger Austausch, zu dem offene Feedbacks selbstverständlich dazu gehören, schafft einerseits Klarheit, andererseits aber auch ein Gefühl der Gemeinsamkeit. So wird die Umsetzung der digitalen Vision zu einem Gemeinschaftsprojekt des gesamten Unternehmens.

6. Kultur begreifbar machen

Ein spezielles Team, dessen Aufgabe es ist, die digitale Kultur voranzutreiben und das auch zu kommunizieren, schafft Transparenz. In dieses Projekt sollten Mitarbeiter aller Ebenen integriert werden.

7. Kontrollfragen stellen

Teamübergreifende Hospitationen können Einblicke in den Fortschritt des digitalen Kulturwandels verschaffen.

8. Digitale Kollaborations-Tools

Diese dienen dem Kontakt zu Mitarbeitern und der allgemeinen Transparenz.

9. Kennzahlen festlegen

Die Ziele der digitalen Unternehmenskultur klar setzen.

10. Risiken wagen

Übertriebenes Sicherheitsdenken, das zu Stillstand führt, blockiert den digitalen Wandel. Wer sein Unternehmen in die Zukunft führen möchte, sollte auch mal Experimente wagen, die ihm digitale Türen öffnen könnten.

Fazit

Als Unternehmer sind Sie selbstverständlich für den digitalen Wandel zuständig. Sie bestimmen den kulturellen Weg, den Ihr Betrieb in der Zukunft beschreiten wird. Aber diesen Weg können Sie alleine nicht gehen. Für die Entwicklung einer digitalen Vision brauchen Sie einen Verantwortlichen, der die Agenda in die Tat umsetzt. Kultur betrifft aber alle miteinander.

Was wäre ein Orchester ohne den Dirigenten? Genauso wenig leistungsfähig wie ohne die erste Geige oder die letzte Flöte. Das ohrenschmeichelnde Konzert ist immer eine Teamleistung, bei der alle am selben Strang ziehen müssen. Und alle den Erfolg wollen. Diese kulturelle Leistung können Sie 1 zu 1 auf Ihr Unternehmen übertragen. Hierarchische Strukturen von oben nach unten sind eine Einbahnstraße, die nicht zum Erfolg führen kann, wenn es um Digital Culture geht. Eine gemeinsame Vision kann nur auf einer soliden Vertrauensbasis entstehen.

Nur ein glaubwürdiger Dirigent kann für harmonische Töne des gesamten Orchesters sorgen, indem er jeden einzelnen Musiker zur Bestleistung für das Team anspornt. Durch eine gemeinsam erlebte Kultur kann auch im Unternehmen die zukunftshemmende Kluft zwischen oben und unten geschlossen werden.

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Herzlichen Gruß

Evelyne Hett

Eine schwäbische Hausfrau sieht rot

Erinnern Sie sich noch an Frau Hägele? Dann lesen Sie hier eine weitere Episode aus dem Leben der schwäbischen Hausfrau und Hausmeisterin. Neulich hat Frau Hägele nämlich rot gesehen. Wie das einer so umsichtigen und besonnenen Person passieren konnte? Nun, es geschah kurz nach den Ferien im neuen Schuljahr der jüngsten Hausbewohner.

Roter Schock am Morgen

Als Frau Hägele morgens ihre Haare aufgedreht hatte und in ihre Kittelschürze geschlüpft war, betrat sie mit Lockenwicklern auf dem Kopf und einem leichten Gähnen im Gesicht den Hausflur. Als sie sich mit Schrubber und Eimer bewaffnet auf dem Weg nach oben befand, blieb sie plötzlich wie angewurzelt stehen. Die Kinder hatten treppab Kirschsaft verschüttet und damit eine rote Spur nach unten hinterlassen. Keine der Mütter hatte das wohl bisher bemerkt, sonst hätte Frau Hägele jetzt nicht rot sehen müssen. Natürlich waren die Spuren des Missgeschicks schnell beseitigt, eine der leichtesten Übungen für Frau Hägele. Aber das Ganze hatte später am Tag noch ein Nachspiel.

Zum Gespräch, bitte

Nachdem unsere schwäbische Hausmeisterin in aller Ruhe ihre Putzpflichten erledigt hatte und das Treppenhaus wie immer glänzte, bat sie die beiden Mütter der kleinen Übeltäter zum Gespräch. Bei einer Tasse Kaffee wurde die Angelegenheit in lockerer Runde diskutiert. Dabei ging es keineswegs um Vorwürfe oder Tadel der Mütter. Auch die Kinder sollten nicht ausgeschimpft und bestraft werden. Man erörterte viel mehr gemeinsam, wie man den Kleinen eine sinnvolle Lektion erteilen könnte. Damit sie ihr nächstes Malheur von selbst beseitigen würden, ohne dass Frau Hägele erneut rot sehen müsste.

Frau Hägele als KVP Coach

Wenn man sich diese Anekdote einmal vor Augen führt, könnte man meinen, Frau Hägele hätte eine fundierte Ausbildung zum KVP Coach absolviert. Denn ihr Auftreten als Motivator und Moderator war in diesem Fall mal wieder vorbildhaft. So manch ein Qualitätsmanager könnte sich da eine Scheibe abschneiden. Denn wenn so eine Führungskraft rot sieht, dann kann es im Betrieb schon mal laut werden. Wer sich ärgert, lässt das ja nur allzu gerne an Anderen aus. Wie praktisch, wenn man der Chef ist, und dafür eine erkleckliche Zahl an Untergebenen zur Verfügung steht. Frau Hägele ist zwar Niemandes Chefin, hätte ihren Ärger über die ausgedehnten Kirschsaftflecken aber gut und gerne an den Müttern und ihren Kindern auslassen können. Damit hätte sie aber ganz sicher nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Nämlich die Fleckenverursacher dazu zu bringen, ihre Hinterlassenschaften beim nächsten Mal selbst und sofort zu beseitigen.

Frau Hägele löst ihre Probleme mit Motivation anstatt mit Wutausbrüchen. Weil sie dabei die gesamte betroffene Gruppe miteinbezieht, erweisen sich ihre Lösungsansätze stets als nachhaltig. Um ein simples Problem wie Kirschsaftflecken auf der Treppe muss sich die Hausmeisterin in der Regel also nur einmal kümmern. Ohne jemals von den Mechanismen der Kommunikation innerhalb von heterogenen Gruppen gehört zu haben. Hut ab, Frau Hägele. Was aber kann nun ein tatsächlich fundiert ausgebildeter KVP Coach daraus lernen?

Die praktische Lösung

Frau Hägele diskutierte mit den Müttern unterschiedliche Lösungsansätze. Die Kinder sollten einerseits verstehen, was sie der Hausmeisterin für eine Arbeit verursacht hatten. Andererseits sollten sie einsehen, wie schnell so ein Kirschsaftfleck beseitigt ist, wenn man sich sofort und unmittelbar darum kümmert. Und was es für einen Gewinn für die Sauberkeit im Haus wäre, wenn jeder dies beherzigen würde. Bevor die Kinder von der Schule nach Hause kamen, wurde auf der Treppe etwas von dem Kaffee verteilt, den die drei Strateginnen zusammen genossen hatten. Das entging den Kids natürlich nicht und sie berichteten ihren Müttern davon. Diese erwiderten, dass die Flecken durch eine Wortmeldung nicht verschwinden würden, und schlugen den Kindern vor, selbst zur Tat zu schreiten. Mit wenig Begeisterung wischten sie die vergleichsweise kleinen Kaffeeflecken fort. Dafür gab´s dann zum Nachtisch eine Extraportion Schokoladenpudding. Und hinterher ein klärendes Gespräch. Jetzt hatten die Kinder begriffen. Die Mütter hofften, dass sie ihre Erkenntnisse in der Zukunft auch praktisch umsetzen würden. Sie wussten, dass sie sich dabei auf die Kontrollinstanz Frau Hägele hundertprozentig verlassen konnten.

Die Umsetzung auf höherer Ebene

„Was hat das Alles mit meiner Unternehmensrealität zu tun?“ werden Sie jetzt vielleicht fragen. „Sehr viel“ müsste die Antwort lauten. Nehmen Sie die Kirschflecken als Metapher für einen Produktionsfehler, den nicht die verantwortlichen Produktionsmitarbeiter, sondern der KVP Coach entdeckt. Selbstverständlich wird er sich daraufhin nicht mit seinen Nachbarn auf einen Kaffee verabreden. Aber er wird zunächst die betroffenen Führungskräfte zum Gespräch bitten. Er wird das nicht Kaffeeklatsch, sondern Teambesprechung nennen. Er wird den Konflikt ansprechen und dabei Fragetechniken anwenden, die er in seinen hochbezahlten Seminaren gelernt hat.

Wie Frau Hägele wird auch der KVP Coach in diesem ersten Gespräch eine Veränderung des Prozesses anstreben. Sein nächstes Ziel wird die Institutionalisierung seines Veränderungsmanagements sein. Bei der schwäbischen Hausmeisterin ging es um eine praktikable Lösung, die sich bei den Kindern verinnerlichen könnte. Also nix Anderes.

Natürlich ist ein Produktionsbetrieb kein schwäbischer Hausflur. Aber die Prinzipien, auf denen hier wie dort eine dauerhafte Qualität basiert, unterscheiden sich im Grunde nicht. Und es geht ja ums Prinzip. Denn wer einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anstrebt, muss gewisse Prinzipien einhalten, sich an bestimmte Regeln halten. Vor allem, wenn es um die Kommunikation geht. Darin unterscheidet sich die schwäbische Hausmeisterin nur marginal vom Qualitätsmanager eines Weltunternehmens. Denn mit guter oder schlechter Kommunikation steht und fällt der Erfolg von Maßnahmen der kontinuierlichen Verbesserung. Ob es sich dabei nun um Kirschsaftflecken handelt, die Kinder gedankenlos hinterlassen haben, oder um Fehler, die sich von den Mitarbeitern unbemerkt in den Produktionsprozess einschleichen.

Who is ok?

Stellen Sie sich vor, Frau Hägele wäre nach der Entdeckung der Kirschsaftflecken wutentbrannt zu den Müttern geeilt, um die lautstark aufzufordern, diese umgehend zu beseitigen. Die Mütter hätten dem sicherlich sofort Folge geleistet. Aber was hätte die Hausmeisterin dadurch gewonnen? Fünf Minuten, die sie nicht selbst hätte in die Reinigung investieren müssen. Und auf lange Sicht? Nichts. Warum? Weil sie sich über ihre Gesprächspartner erhoben und nur ihre eigene Sichtweise der Dinge hätte gelten lassen. Die kluge Hausfrau jedoch hat sich in ihrer effizienten Kommunikation unbewusst der Transaktionsanalyse bedient. Frau Hägele ist eben keine gewöhnliche Hausmeisterin.

Die Transaktionsanalyse kennt vier Grundhaltungen, welche die zwischenmenschliche Kommunikation maßgeblich beeinflussen:

• Ich bin nicht ok – Du bist ok

Eine Haltung, die nicht gerade Autorität ausstrahlt. Damit hätte Frau Hägele mit Sicherheit kein Gespräch auf Augenhöhe hinbekommen. Die Mütter hätten sie mit ihrem Problem überhaupt nicht ernst genommen.

• Ich bin nicht ok – Du bist nicht ok

Auch diese Einstellung vermittelt beim Gesprächspartner keinen souveränen Eindruck. Wenn man damit an Problemlösungen herangeht, ist das Scheitern schon vorprogrammiert. Frau Hägele und die beiden Mütter hätten mit dieser Haltung vielleicht einen mehr oder weniger plauschigen Kaffeeklatsch abhalten können, zu konstruktiven Lösungen wäre es aber bestimmt nicht gekommen.

• Ich bin ok – Du bist nicht ok

Auch keine Einstellung, die zum Erfolg führt. Damit hätte Frau Hägele zwar als Autoritätsperson auftreten können, eine gemeinsame Lösungsfindung wäre aber nicht möglich gewesen. Auf die unverzichtbare Kooperation der Mütter hätte die Hausmeisterin mit dieser Von-oben-herab-Haltung sicher nicht bauen können.

• Ich bin ok – Du bist ok

So sieht Kommunikation auf Augenhöhe aus, welche die Meinungen und Sichtweisen aller Gesprächsteilnehmer berücksichtigt. Die einzige Möglichkeit, gemeinsam zu einem praktikablen Ergebnis zu kommen. Und Frau Hägeles natürlich Art der Kommunikation.

Ein wirklich von innen heraus souveräner Chef kann selbst seiner Putzfrau signalisieren „Ich bin ok – Du bist ok“, ohne seine Autorität einzubüßen. Damit wird eine angenehme Kommunikationsatmosphäre hergestellt, die alle Gesprächsteilnehmer motiviert, sich einzubringen. So schaffte es Frau Hägele, die Mütter aktiv in den Lösungsprozess einzubinden. Und was diese schwäbische Hausfrau kann, das werden Sie als Qualitätsmanager oder KVP Coach doch schon lange können, oder nicht?! Leider ist das nicht immer der Fall. Deshalb ist die Geschichte von den Kirschsaftflecken für Jeden eine Überlegung wert, der in irgendeiner Weise mit Qualität zu tun hat. Und wer hat das nicht?

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Herzlichen Gruß

Evelyne Hett

Führen und erfolgreich sein mit TOP GUN Leadership

In der Luftfahrt weiß man:

In besonderem Maße ist Erfolg von so genannten „weichen“ Faktoren abhängig: Entscheidungsfindung, Stressbewusstsein und -resistenz, Situationsbewusstsein, Wahrnehmung, Teamwork, Konflikt-Management, Fehlerkultur, Disziplin und Motovation.

Zwei erfolgreiche TORNADO-Piloten und 747 Kapitän haben einen Weg gefunden, die wertvollen Methoden und Werkzeuge aus Luftfahrt und HROs lebendig und nachvollziehbar auf andere Bereiche zu übertragen.

Das einzigartige Wissen, welches sie hier mit Hilfe der TOP GUN Leadership Matrix/Checkliste vermitteln, wird auch SIE zu mehr Erfolg und Zufriedenheit führen. Bei gleichzeitig weniger Stress.

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