Unternehmer- Zukunft und GegenwartUnternehmer- Zukunft und Gegenwart

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Thomas Kuth
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Ein Unternehmen in der heutigen Zeit zu führen ist eine tägliche Herausforderung. Die gesetzlichen und steuerlichen Klippen werden immer mehr. Lassen Sie uns gemeinsam den richtigen Kurs finden.

Die erste Frage, welche(r) sich jede(r) Existenzgründer/in stellen sollte:

Besitze ich die Fähigkeiten, ein Unternehmen zu führen? Hierbei geht es um die Punkte

• Brauche ich Hilfe, um geeignete Ansprechpartner/Informationsquellen zu

finden?

• Bin ich in der Lage, die vorliegenden Informationen alleine auszuwerten?

• Ist meine Gründungsplanung plausibel und tragfähig?

• Kann ich meine Unterlagen aufbereiten, um diese in Bank- und Investoren-

gesprächen überzeugend zu präsentieren?

• Besitze ich ausreichend kaufmännisches und unternehmerisches Wissen?

Prüfung der Gründungsidee

Die Gründungsidee sollte zunächst schnell und kompakt (aus der Vogelperspektive) hinsichtlich der grundsätzlichen Erfolgsaussichten überprüft werden. Diese dient dazu, völlig aussichtslose Schnapsideen bereits im Vorfeld zu erkennen, bevor zeit- und arbeitsaufwendige Markt-, Konkurrenz- und Standortanalysen erfolgen.

Persönliche Voraussetzungen

• Bin ich gesundheitlich und geistig in der Lage, eine 70-80 Stunden-Woche zu verkraften?

• Unterstützt meine Familie mich (psychologisch und/oder aktiv)?

• Kann ich das finanzielle Risiko tragen?

• Besitze ich genügend Verhandlungsgeschick und Kommunikationsfähigkeit?

Fachliche Voraussetzungen

• Erfülle ich die gesetzlichen Voraussetzungen für die angestrebte Tätigkeit (Meisterbrief, Sachkundenachweis, Konzessionen)?

• Verfüge ich über ausreichend Branchenkenntnisse?

• Sind meine fachlichen Kenntnisse in dem angestrebten Bereich ausreichend?

• Habe ich genügend Kenntnisse bei Planung, Organisation, Mitarbeiterführung, Marketing?

• Besitze ich hinreichend kaufmännische Kenntnisse in den Bereichen Buchführung, Rechnungswesen, Kostenrechnung/Kalkulation?

• Habe ich Führungserfahrung?

Sind fachliche Lücken oder Defizite vorhanden, stellen sich folgende Fragen:

• Kann ich mir die erforderlichen Kenntnisse aneignen?

oder

• Ist es möglich, Tätigkeiten auf qualifizierte Personen zu delegieren?

Marktanalyse

Eine zentrale Frage bei Ihrem Gründungsvorhaben ist, ob es für Ihr Dienstleistung oder für Ihr Produkt einen Markt gibt. Ist es möglich, Ihr Angebot zu einem betriebs-wirtschaftlich sinnvollen Preis anzubieten.

Besitzen Sie ausreichend Fach- und Branchenkenntnisse, um die notwendigen

Informationen zu beschaffen?

Konkurrenzanalyse

Nach Möglichkeit sollten die Mitbewerber in einer Checkliste zusammengefasst und analysiert werden. Die Rangfolge bestimmt die Detailgenauigkeit und Intensität der Analyse. Es gibt viele Informationsquellen, auf welche ein Gründer zugreifen kann.

Umsatzplanung

Jeder Existenzgründer hat einen individuellen Bedarf für seine Lebenshaltungskosten. Durch eine Mindestumsatzplanung zeigt sich, inwieweit das Projekt tragfähig ist. Für die Kalkulation können übliche Branchenwerte verwendet werden.

Rechtsformwahl

Was sind typische Aspekte bei der Wahl der Rechtsform?

• Haftungsrechtliche Aspekte

• Steuerliche Aspekte

• Betriebswirtschaftliche Aspekte

• Auf die persönlichen Umstände abgestimmte Wahl

Standortwahl

Insbesondere im Einzelhandel kommt der Standortwahl eine große Bedeutung bei. Einzugsgebiet und regionale Kaufkraft, Nachfragepotenzial, Verkehrsanbindung. Fehlentscheidungen bei diesen entscheidenden Faktoren können nur bedingt durch Marketingmaßnahmen kompensiert werden.

Im Teil 2 werden wir uns intensiv mit den Themen Businessplan und Finanzierung beschäftigen. Beim Teil 3 berichten wir über eine Existenzgründung durch den Er-werb eines Unternehmens aus der Insolvenz.

Seit vielen Jahren gibt es die Steuerbefreiung bei arbeitgeberseitiger Gesundheits-vorsorge im Lohnsteuer- und Einkommenssteuerrecht (§3 Nr. 34 EStG). Da dort je-doch vieles noch unklar ist, hat die OFD Karlsruhe eine sehr ausführliche Arbeitshilfe veröffentlicht (OFD Karlsruhe, Verfügung vom 21.07.2020, S 2342/135-St 142, DStR 2020, 2073).

Die Rechtsgrundlage der Steuerfreiheit arbeitgebergeförderter Präventions- und betrieblicher Gesundheitsförderungsleistungen ist §3 Nr. 34 EStG.

Demnach fallen unter die Steuerbefreiung:

• Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Prävention, welche zertifiziert sind

(§20 Abs. 2 S. 2 SGB V)

• Gesundheitsförderliche Maßnahmen in Betrieben, die den im Spitzenver-band Bund der Krankenkassen festgelegten Kriterien entsprechen (§§ 20 Abs. 2 S. 2, 20b SGB V)

Prävention im Einzelnen

Welche Präventionsmaßnahmen sind von der Einkommenssteuer befreit (§3 Nr. 34 EStG)?

Die Steuerfreiheit umfasst neben den Leistungen für verhaltensbezogene Präven-tionen auch nicht zertifizierte Leistungen, wenn diese den Anforderungen der §§20 und 20b SGB V genügen oder die Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Ziel dem Handlungsfeld der Krankenkassen des GKV-Leitfaden Prävention entsprechen.

Zertifizierte Präventionskurse der Krankenkassen

Die Zertifizierung von Leistungen zur Prävention erfolgt durch die Krankenkassen oder im Rahmen einer Kooperationsgemeinschaft über die „Zentrale Prüfstelle Prävention“ (Dienstleister Team Gesundheit GmbH).

Sollte der Arbeitnehmer selbst in finanzielle Vorleistung getreten sein, kann er bei seinem Arbeitgeber (unter Vorlage der Teilnahmebescheinigung) eine Arbeitgeberförderung beantragen.

Das Zertifikat, die Teilnahmebescheinigung und ggf. der Antrag auf Arbeitgeberför-derung sind im Lohnkonto abzulegen.

Zertifizierte Präventionskurse des Arbeitgebers

Dazu zählen verhaltensbezogene Leistungen des Arbeitsgebers durch eine Krankenkasse oder einem beauftragten, zertifizierten Dritten.

Die Steuerbefreiung umfasst auch Mitgliedsbeiträge an Sportvereine und Fitness-Studios, wenn die Teilnahme an dem zertifizierten Kurs zwingend eine Mitglied-schaft voraussetzt, die Kosten der Kurse über die Mitgliedsbeiträge abgerechnet und durch eine Bescheinigung nachgewiesen werden.

Nicht zertifizierte Präventionskurse des Arbeitgebers

Damit nicht zertifizierte Präventionskurse steuerfrei sind, müssen sowohl Kurs als auch Qualifikation des Kursleiters den Anforderungen der §§20 und 20b SGB V ge-nügen.

Der Präventionskurs genügt dann den Anforderungen, wenn er inhaltlich mit einem bereits zertifizierten und geprüften Kurskonzept (z.B. Kurs „Rücken-Fit“) identisch ist. Der Kursleiter hat dieses schriftlich zu bestätigen.

Welche Leistungen werden von der Steuerbefreiung erfasst?

Die Steuerfreiheit gilt für nachstehende Leistungen im Handlungsfeld „gesundheits-förderlicher Arbeits- und Lebensstil“:

• Stressbewältigung und Ressourcenstärkung

• Bewegungsförderliches Arbeiten und körperlich aktive Beschäftigung

• Gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag

• Verhaltensbezogene Suchtprävention im Betrieb

Diese Leistungen können sowohl in Gruppen oder auch als Einzelberatung erbracht werden.

Welche Leistungen sind nicht steuerfrei?

Nicht unter die Steuerbefreiung fallen:

• Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen, Fitness-Studios oder vergleichbaren Ein-richtungen (Ausnahme siehe Kapitel Nicht zertifizierte Präventionskurse des Arbeitgebers)

• Trainingsprogramme mit einseitigen körperlichen Belastungen

• Physiotherapeutische Behandlungen

• Massagen

• Aufwendungen für Sport- und Übungsgeräte, Einrichtungsgegenstände und bauliche Maßnahmen

• Zuschüsse zur Kantinenverpflegung

Leistungen des Arbeitsgebers im eigenbetrieblichen Interesse

Losgelöst von der Regelung des §3 Nr. 34 EStG und damit nicht als Arbeitslohn an-zusehen sind:

• Leistungen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen

• Aufwendungen für Sport- und Übungsgeräte, Einrichtungsgegenstände und baulichen Maßnahmen (betriebseigener Fitnessraum)

• Förderung von Mannschaftssportarten (z.B. Betriebssportgemeinschaften)

• Arbeitsplatzausstattungen, z.B. höhenverstellbarer Schreibtisch

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Betrieben in der betrieblichen Gesundheitsförderung Unterstützung an (zeitlich befristet). Die möglichen Leistungen von Krankenkassen werden im GKV-Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes beschrieben. Gerne steht Ihnen auch der Autor beratend zur Seite.

Die Coronavirus-Pandemie ist eine Belastung für das Wirtschaftsleben. Die Bundesregierung will die Folgen für Unternehmen abmildern. Darum wird das Gesetz zur Insolvenzaussetzung bis zum 31. Dezember 2020 verlängert werden. Der Bundesrat hat die nachstehende Gesetzesänderung gebilligt.

……Vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. Dezember 2020 ist allein die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wegen Überschuldung nach Maßgabe des Absatzes 1 ausgesetzt.“

Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung damit?

Durch die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sollen antragspflichtige Unternehmen die Gelegenheit erhalten, ein Insolvenzverfahren, insbesondere unter Inanspruchnahme der bereitzustellenden staatlichen Hilfen, gegebenenfalls aber auch im Zuge von Sanierungs- oder Finanzierungsvereinbarungen, abzuwenden.

Während der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht an von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen gewährte neue Kredite sollen nicht als sittenwidriger Beitrag zur Insolvenzverschleppung angesehen werden. Ihre Besicherung und eine bis zum 30. September 2023 erfolgende Rückgewähr sollen zudem als nicht gläubigerbenachteiligend gelten. Dies soll auch für Gesellschafterdarlehen gelten, nicht jedoch für deren Besicherung. Zudem sollen die neu gewährten Gesellschafterdarlehen vorübergehend nicht nachrangig sein.

Zudem wird geregelt, dass während der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht erfolgende Leistungen an Vertragspartner nur eingeschränkt anfechtbar sind. Die Beschränkung der Anfechtungsrisiken soll eine Fortführung der Geschäftsbeziehungen zu den von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffenen Unternehmen unterstützen.

Der Unterschied zur Aussetzung bis zum 30.09.2020:

Diese Verlängerung gilt nur für Unternehmen, die infolge der Coronavirus-Pandemie überschuldet sind, ohne zahlungsunfähig zu sein. Anders als bei zahlungsunfähigen Unternehmen besteht bei überschuldeten Unternehmen Chancen, die Insolvenz dauerhaft abzuwenden. Unternehmen, die zahlungsunfähig sind, können dagegen ihre fälligen Verbindlichkeiten bereits nicht mehr bezahlen. Um das erforderliche Vertrauen in den Wirtschaftsverkehr zu erhalten, werden diese Unternehmen daher nicht in die Verlängerung mit einbezogen. Die Zahlungsunfähigkeit muss zwingend auch heute weiterhin zur Antragspflicht führen. Ansonsten würde jeder zahlungsfähige für 100 T EUR shoppen gehen können (= Eingehungsbetrug).

Auch für die Monate September bis Dezember wird die Überbrückungshilfe fortge-setzt. Dabei werden die Zugangsbedingungen abgesenkt und die Förderung ausge-weitet. Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die von den Corona-Krise besonders stark betroffen sind, können nichtrückzahlbaren Zuschüssen zu den betrieblichen Fixkosten beantragen.

Betrieblichen Fixkosten können Unternehmen für die vier Monate bis zu 200.000 Euro als Förderung erhalten.

0 Die Eintrittsschwelle für die Antragstellung wird flexibler

• Bereits ab einem Umsatzeinbruch von mindestens 50% in zwei zu-sammenhängenden Monaten (Zeitraum April bis August 2020) besteht die Möglichkeit einen Förderanspruch zu prüfen.

• Anspruch besteht bereits ab einem Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegen-über dem Vorjahreszeitraum

o Die Fördersätze werden erhöht

• 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch bisher (bisher 80 Prozent der Fixkosten),

• 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und

• 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).

o Die Personalkostenpauschale von 10 Prozent der förderfähigen Kosten wird auf 20 Prozent erhöht.

o Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

o Die KMU-Deckelungsbeträge von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro werden er-satzlos gestrichen

Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt). Die Antragsbearbeitung und die Auszahlung erfolgen wiederum über die Bewilligungsstellen der Bundesländer.

Sobald die Antragsstellung möglich ist, werden wir Sie informieren.

Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Oktober gestellt werden. Wichtig: Anträge für die 1. Phase der Überbrückungshilfe (Fördermonate Juni bis August 2020) müssen spätestens bis zum 30. September 2020 gestellt werden. Es ist nicht möglich, nach dem 30. September 2020 rückwirkend einen Antrag für die 1. Phase zu stellen. Sobald uns nähere Informationen vorliegen werden wir sie informieren.