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Unternehmersalon

Seit 2008 tauschen sich Unternehmerinnen und Unternehmer in Salongsprächen über wesentliche Fragen werteorientierer Unternehmensführung aus.

Salon logo1 Unternehmersalon Wie geht es mit den Salongesprächen weiter?
Seit dem 30. Oktober 2018 ist der Salon im Schloss Geschichte. Das Schloss ist verkauft worden und der neue Eigentümer hat eigene Pläne. Sind damit auch die Salongespräche am Ende? Diese Frage habe ich mir natürlich auch gestellt. Ich denke, ein gutes Salongespräch braucht eine passende Atmosphäre. Doch es wäre vermessen zu behaupten, dass diese nur im Schloss Liebieg vorhanden war.
So habe ich mich entschieden, die Salongespräch fortzusetzen und nach einem geeigneten Ort zu suchen. Vornehmlich schaue ich da in Koblenz, bin aber auch offen für andere Vorschläge. Wer also eine Idee hat, kann sie mir gerne mitteilen.
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Franz-Josef König Die Salongespräche werden fortgeführt.
Das Ergebnis zur Fortführung der Salongespräche ist eindeutig. Hier können Sie es nachlesen.
http://www.unternehmersalon.de
Salon logo1 Unternehmersalon Zukunftsorientierte Unternehmensführung orientiert sich an Werten
Warum der Arbeitskräftemangel ein Mythos ist
Unternehmensführung braucht einen Wandel. Die Wachstumsökonomie erreicht ihr Ende. Die alten Führungsinstrumente funktionieren nicht mehr. Komplexität, Vielfalt und Eigendynamik sind die Herausforderungen für Zukunftsgestalter. Aus dieser Perspektive stellt sich der Fachkräftemangel für mich als ein Mythos dar. Je eher wir uns von dieser Sichtweise verabschieden, destor früher stoßen wir auf die wirklichen Ursachen und können uns anpassen.
In der Unternehmens- und Arbeitswelt entwickelt sich meines Erachtens eine steigende Komplexität. Das bedeutet, dass immer mehr Aufgaben immer schneller unter sich immer öfter verändernden Bedingungen bei mangelnder Prognosefähigkeit erledigt werden müssen. Unternehmensführung und die Führung von Mitarbeitern stellt in diesem Umfeld Unternehmerinnen und Unternehmer vor andere/neue Herausforderung. Die gewohnten Instrumente zur Unternehmensführung funktionieren nicht mehr:
Budgets verlieren immer schneller ihre Aktualität
Stellenbeschreibungen passen nicht mehr zu Bewerbern
Zielplanungen werden über den Haufen geschmissen
Arbeitsanweisungen verlieren ihren Bezug zur Realität
Organigramme verhindern Flexibilität und Spontanität
Zeiterfassung schränkt ein
Beurteilungsgespräche verhindern einen Austausch auf Augenhöhe
Gehaltstarife orientieren sich nicht am Engagement
Was ist zu tun?
Lassen Sie mich dies am Thema Komplexität erläutern. Vielfach werden in der Unternehmensführung Methoden zur Vereinfachung angeboten, um der immer komplexer werdenden Welt zu entfliehen. So werden wichtige Tatbestände einfach ausgeblendet. Die Diskussion über die Elektromobilität verdeutlicht dies. Das E-Auto wird favorisiert, ohne zu überlegen, welche Folgen eine zunehmenden Dichte an solchen Fahrzeugen mit sich bringen würde.
Wir müssen auch in der Unternehmensführung komplexer statt einfacher werden
Meines Erachtens gibt es für den Umgang mit Komplexität nur eine Möglichkeit: Wir müssen ebenfalls komplex werden und die Vielfalt im Unternehmen erhöhen. Einfachheit führt zu Standardisierung und zu Monokulturen. Die sind anfällig und letztendlich kostenintensiv und zwar nicht nur in der Natur, sondern auch in Unternehmen. Gleichdenkende Mitarbeiter, festgefahrene Strukturen, zertifizierte Qualitätsstandards und jährliche Wiederholungsrituale schaffen Monokulturen, die zwar leicht für die Unternehmensführung sind, deren Überlebensfähigkeit jedoch stark gefährdet ist.
Es geht also nicht mehr darum, Mitarbeiter nach Stellenbeschreibungen einzustellen, sondern nach Potenzialen und Talenten zu suchen. Der Mitarbeiter wird nicht einer Stelle angepasst, sondern die Stelle wird auf den Mitarbeiter zugeschnitten. Das Unternehmen entwickelt sich um den Mitarbeiter herum. Zeugnisse, Lebensläufe verlieren an Bedeutung. Persönlichkeiten, unabhängig von ihrer Biografie werden gebraucht.
Um Vielfalt im Unternehmen zu erreichen, brauchen wir Mitarbeiter unterschiedlicher Generationen, unterschiedlicher Kulturen, mit unterschiedlichen Einstellungen, unterschiedlichen Charakteren und unterschiedlichen familiären Hintergründen. Es geht weniger um die Eignung des einzelnen, sondern um die Steigerung der Kompetenzen eines Teams.
Diversität führt zu Eigendynamik und verändert die Unternehmensführung
Diese Diversität führt jedoch zu einer Eigendynamik, die nicht mehr mit den klassischen Führungsinstrumenten in den Griff zu bekommen ist. Sie ist einerseits notwendig, um zukunftsfähige Unternehmen zu entwickeln, wird aber andererseits von Führungskräften aus Angst, die Kontrolle zu verlieren, abgelehnt.
Die bisherigen Führungsinstrumente verhindern Eigendynamik. Sie orientieren sich häufig an Hierarchien, Abteilungen und an Zeiten, in denen Mitarbeitermotivation und Erfolgsprämien das A und O der Führung waren.
Meines Erachtens geht es zukünftig ausschließlich darum, mit Werten zu führen. Führung mit Sinnstiftung, Wertschätzung, Respekt, Vertrauen und Verlässlichkeit führen zum Erfolg und sorgen am Ende auch für Rentabilität. Wir brauchen mehr Mut und weniger Angst, mehr Risikobereitschaft und weniger Perfektionismus.
Was wirklich wichtig ist
Die Suche nach Antworten auf folgende Fragen hilft uns weiter:
Warum gibt es unser Unternehmen?
Welchen gesellschaftlichen Beitrag leistet unser Unternehmen?
Was ist der Zweck, der Sinn unseres Unternehmens?
In welchem Geschäft sind wir tätig?
Wie sieht die Zukunft unseres Unternehmens aus, wenn wir diesen Zweck dauerhaft erfüllen wollen?
Wie wird sich unser Unternehmen dann verändern?
Welche Kompetenzen benötigen wir zukünftig in der Unternehmensführung?
Diese Fragen können Sie als Unternehmerin und Unternehmer nicht mehr allein beantworten. Auch hier ist Vielfalt gefragt. Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner können einen Beitrag dazu leisten. Ebenso das Wissen Außenstehender und die Expertise von Fach- und Hochschulen.
Den Fachkräftemanagel gibt es nur in der Wachstumsökonomie
Aufgrund dieser Entwicklungen ist für mich der Fachkräftemangel ein Mythos. Wir erleben eine Zeit des grundlegenden Wandels. Die Wachstumsökonomie zeigt uns ihre Grenzen auf. Fachkräftemangel, Umweltverschmutzung, Ressourcenvernichtung, Zerstörung der Biodiversität, zunehmende Flüchtlingszahlen – all das hat aus meiner Sicht eine Ursache: Die fehlende Akzeptanz von Grenzen. Wir müssen Wachstum neu definieren, so dass wir nicht mehr über Mangel sprechen, sondern über Ressourcenvielfalt.
Dazu ist ein Perspektivwechsel in der Unternehmensführung wichtig. Für den Unternehmer sind fehlende Mitarbeiter ein Mangel. Der Mitarbeiter sieht in der gleichen Situation einen Überfluss. Der Investor ein Investitionsrisiko. Der Staat Steuereinbußen. Die Realität ist die gleiche. Jeder meint, sie mit seinen Mitteln bekämpfen zu müssen, um den Status zu erhalten.
Wer immer nur von Mangel spricht, glaubt irgendwann daran, richtet sich danach aus und verhindert den Wandel, der unausweichlich ist.
Franz-Josef König
Diese Sichtweisen verhindern jedoch die notwendigen Veränderungen.
Betrachten Sie Ihr Unternehmen doch einmal aus der Zukunft heraus. Was sehen Sie da? Sprechen Sie dann über einen Mangel? Welche Geschichten erzählen Sie über Ihr Unternehmen, wenn es um die Zukunft geht? Sind das Geschichten des Mangels? Oder sind das Visionen von erfolgreichen Mitarbeitern, einem Unternehmen, dass seine Kunden begeistert, gesellschaftliche Aufgaben erfüllt, Sinn stiftet und Solidarität mit anderen zeigt.
Lassen Sie mich zusammenfassen.
Ich weiß, dass ich Ihnen hier keine Antworten auf aktuelle Fragen gegeben habe. Ich möchte Sie einladen, innezuhalten, und mit Achtsamkeit auf Ihr Unternehmen zu schauen. Blicken sie nicht nur aus der Gegenwart, und erst recht nicht aus der Vergangenheit auf Ihr Unternehmen. Wagen Sie den Blick aus der Zukunft. Erzählen Sie Erfolgsgeschichten über Ihr Unternehmen, leben Sie ihre Werte, vertrauen Sie ihren Mitarbeiten. Halten Sie nicht an Gewohntem fest, stellen Sie es in Frage und gehen Sie den Wandel mit Mut und Engagement an. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

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