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Gabriel Fehrenbach Wie Veränderungen nachhaltig initiiert werden
Wenn Sie die Bedeutung von Knoten in Systemen verstehen wollen, dann müssen Sie einfach nur den Spuren der Zeugen Jehovas folgen. Denn die stehen mit ihren Heften und Wägelchen immer da, wo viele Menschen unterwegs sind, wo es eine hohe Dichte an Angeboten und Dienstleistungen gibt, an Bahnhöfen oder Straßenkreuzungen zum Beispiel. Da wiederum aber in ruhigeren Zonen.
Weshalb? Nicht, weil sie dort besonders auffallen, sondern weil sie dort am meisten zufällige Kontakte mit potenziellen Interessenten knüpfen können. So bleibt im Laufe eines Tages von den vielen, die an ihnen vorbeigehen, mal widerwillig und zornig, mal interessiert, wenigstens eine Handvoll für ein Gespräch stehen. Und für dieses Gespräch aber braucht es dann doch einen Moment der Abgeschiedenheit.
Knoten leisten in Systemen eine zentrale Aufgabe: Sie ermöglichen Austausch, Vernetzung, Kommunikation. Sie zeigen Unterschiedlichkeit und bieten damit Gelegenheit, sich zu reiben. Sie sind dynamisch, Orte mit einem hohen Durchfluss. Märkte waren und sind klassischerweise zentrale Knoten. Teeküchen sind es auch, wie es das Pixar zeigt: Als Steve Jobs das zentrale Gebäude von Pixar, der Kreativitätsmaschine für animierte Filme, plante, schuf er zentrale Orte der Begegnung, statt Teeküchen dezentral über das Haus zu verteilen. Ein Ansatz, der Mitarbeiter förmlich zum Austausch und zur Kommunikation zwingt, und zwar über Abteilungen und Hierarchien hinweg.
Knoten sind der ideale Ort, um mit minimalen Interventionen maximalen Einfluss zu erzeugen. Ein Beispiel dazu liefert die Permakultur: So werden fließende Gewässer durch gefüllte Körbe abgebremst. Schwemmgut wird dadurch festgehalten, Boden entwickelt sich. Das Prinzip der Störung. Was braucht es, um Knoten zu finden und sie effektiv zu nutzen? Die richtigen Fragen.
Mehr zu Knoten und ihre Bedeutung im regenerierenden Handeln in
Evelyne Hett FMEA: Der Fehler ist der Feind der Qualität
Qualität ist zwar nicht alles, aber ohne Qualität sind selbst die schönsten Autos alle nichts wert. Ein äußerst wichtiges Kriterium für den Wert eines Fahrzeugs also. Und Wert steht dabei nicht nur für Funktion, sondern auch für bare Münze. Denn Qualität lässt der Kunde sich bekanntlich was kosten. Leider kommt Qualität aber nicht von ungefähr. Kleine Fehlerteufel lauern überall, um die Qualität eines komplexen Produktes zu sabotieren. Der Fehler ist einerseits der größte Feind der Qualität und setzt andererseits im kleinsten Detail an. Müsste es da nicht in jeder Fertigungsabteilung der gesamten Automobilindustrie völlig selbstverständlich sein, dass eine effiziente Fehlervermeidungsstrategie etabliert wird? Müsste, ist es aber leider nicht. Dabei stehen dafür bewährte Systeme zur Verfügung. Das Stichwort heißt FMEA.
Qualität ist Vertrauenssache
Bis vor kurzem galten die deutschen Automarken quasi noch als Synonym für Qualität. In letzter Zeit hat der Ruf unter gewissen Skandalen gelitten, die zu herben Imageverlusten geführt haben. Verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen ist eine knifflige Aufgabe. In der deutschen Autoindustrie wird das wohl nur funktionieren, wenn die Hersteller wenigstens ihr Qualitätsversprechen glaubhaft halten können. Ein Grund mehr, gerade jetzt in ein System zu investieren, das hochwertige Produkte durch effiziente Fehlervermeidung garantiert. Eine Investition, die über das Pekuniäre hinausgeht und nur mit der entsprechenden Manpower zum Erfolg führen kann.
Qualitätsmanagement und Fehlervermeidung
Eine der obersten Prioritäten im Qualitätsmanagement heißt also Fehlervermeidung. Hier setzt die FMEA gleich zu Beginn des Prozesses an. Die Abkürzung steht für ‚Failure Mode and Effects Analysis‘, was übersetzt ‚Fehlermöglichkeits- und einflussanalyse‘ bedeutet. Kurz gesagt: Auswirkungsanalyse. Wie das Wort ‚Fehlervermeidung‘ bereits indiziert, wirkt FMEA vorbeugend. Es geht darum, Fehler erst gar nicht entstehen zu lassen. Bis zum Autofahrer darf kein Fehler vordringen. Wenn Fehler keine Chance mehr haben, hat die Qualität schon gewonnen. Denn nicht nur der Zahnarzt weiß: vorbeugen ist besser als heilen. Auf die aktuelle Situation der deutschen Autohersteller übertragen kann man aus dieser banalen Weisheit schließen, dass vermeiden vertrauensbildender ist als korrigieren. In der Automobilherstellung geht es aber noch um viel mehr. Denn das oberste Qualitätskriterium steht hier für Sicherheit. Im schlimmsten Fall geht es also bei der Fehlervermeidung um Leib und Leben des Autofahrers. Leider ist der Leitsatz von der Vorbeugung beim Zahnarzt wesentlich leichter umzusetzen als im betrieblichen Alltag. Dieser muss nur einen Blick in den Mund werfen, um festzustellen, ob das Gebiss in Ordnung ist. Gute Pflege vermeidet dann zukünftige Mängel. In der Fertigung reicht Putzen alleine nicht aus. Wenn es um die Sicherheit des Fahrers geht, dürfte aber eigentlich keine Prophylaxe-Maßnahme zu viel verlangt sein.
Wo lauert der Feind?
Einfach ausgedrückt: Je komplizierter das Produkt, desto verflixter der Fehlerteufel. Und ein Auto ist ein sehr komplexes Produkt. Das ‚A‘ steht bei FMEA für ‚Analysis‘, also Analyse. Es geht darum, Fehlerquellen zu entdecken, noch bevor sie auftreten. Dabei will man sich vor allem auf jene potentiellen Fehler konzentrieren, die den größtmöglichen Schaden anrichten würden. Die Feinde müssen also kategorisiert und eingestuft werden. Kennzahlen bewerten die einzelnen Fehler nicht nur nach ihrer potentiellen Auswirkung, sondern auch nach der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens und ihrer Entdeckung. FMEA ist eine Methode, die schon bei der Entwicklung dazu beitragen kann, die Zuverlässigkeit des fertigen Produkts zu optimieren. Qualität entsteht also schon im Keim des Produktionsprozesses.
Total Quality
Vom Keimstadium bis zur Geburt eines Fahrzeugs sind Menschen an seiner Entstehung beteiligt. Und natürlich ist auch der Mensch eine Fehlerquelle an sich. Deshalb bezieht FMEA den Mitarbeiter von Beginn an in den Prozess mit ein. Es geht nicht nur um einen effizienten Fertigungsablauf, sondern auch um die Schaffung eines umfassenden Qualitätsbewusstseins. Nur so können auf nachhaltige Art und Weise Qualität und Wirtschaftlichkeit in einem Unternehmen fest etabliert werden. Man spricht von einer Total-Quality-Management Philosophie. Diese erstreckt sich auf alle Unternehmensbereiche und umfasst den Dienstleistungssektor genauso wie die Produktfertigung. Um kontinuierlich einen hohen Standard gewährleisten zu können gibt es Normen, die den Qualitätsmanager anleiten. So bekommt er eine Strategie an die Hand, die ihn geradewegs in Richtung Total Quality führt. Nur so können die Autohersteller auf Dauer totales Kundenvertrauen anstreben.
DIN EN ISO 9000
Die Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff schafft die Basis für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems, das Fehler vermeidet und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens optimiert. Um diese komplexe Aufgabe im praktischen Betriebsalltag störungsfrei durchführen zu können, wurden 26 Projektschritte entwickelt. Mit Abschluss des Projekts ist das System zertifizierungsreif. Nach der erfolgreichen Zertifizierung kann sich das funktionierende Qualitätsmanagement im Unternehmen etablieren und bestenfalls zur selbstverständlichen Alltagsroutine werden. Qualitätsnorm und FMEA geben dem Manager bewährte Instrumente an die Hand, welche er Step by Step für dieses Ziel erfolgreich einsetzen kann.
Ohne Qualität ist alles nichts
Die Qualität bestimmt den Wert eines Produkts. Wer also hochwertige Automobile herstellen möchte, die das Vertrauen der Kunden genießen, muss für verlässliche Qualität sorgen. Im unteren Preissegment werden Unzulänglichkeiten von den weniger anspruchsvollen Kunden großzügig verziehen, wer im Premiumsegment agieren will, darf sich keine Fehler leisten. Denn die Qualität der Produkte ist für das Unternehmen existenziell.
Wer sich beispielsweise einen günstigen Kleinwagen einer exotischen Marke kauft, wird nicht sonderlich überrascht sein, wenn der Motor einmal streikt. Der Kunde lässt den Fehler reparieren und fährt weiter. Beim Premiumfahrzeug einer teuren Automarke würde der gehobene Kunde das hingegen nicht so einfach hinnehmen. Er würde sofort die Vertragswerkstatt aufsuchen und seinen berechtigten Protest anmelden. An dieser Stelle kommt nun ein weiterer, ziemlich verflixter Fehlerteufel ins Spiel. Denn eine noch so renommierte Automarke wird schnell an Marktwert verlieren, wenn die Qualität bei Dienstleistung und Service nicht stimmt. Schenkt der Verkäufer dem Kunden in dieser Situation also die entsprechende Aufmerksamkeit, hat er die Chance, eine lukrative Bindung auf Lebenszeit zu schaffen, beziehungsweise zu festigen. Nimmt er diese Chance hingegen nicht wahr, kann er das Vertrauen in die Marke durch mangelnde Kulanz empfindlich beschädigen. Produktqualität muss also unbedingt mit Servicequalität einhergehen, denn Qualität ist eine nachhaltige Angelegenheit mit mächtigem Wirkungsspektrum. Und darüber hinaus ein Instrument, dass die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens dauerhaft sichern kann. Ohne Qualität ist es aber auch damit nichts. Aus Mangel an zufriedenen Kunden kann es mit der Wirtschaftlichkeit nämlich ganz schnell bergab gehen. Gute Qualität ist also der beste Erfolgsgarant.
Schulungen, Webinare und Termine finden Sie auf:
http://www.seminar-plenum.de
Kennen Sie schon unser Fachbuch zum Thema Qualität und Industrie 4.0?
Qualität 4.0 Autor René Kiem, Inhaber KONTOR GRUPPE by René Kiem.
Erhältlich beim Hanser Verlag:
http://www.hanser-fachbuch.de/buch/Qualitaet+40/9783446447363
Und natürlich gerne persönlich: e.hett@kontor-gruppe.de
Herzlichen Gruß
Evelyne Hett
Henning Zeumer Wie Sie Ihre Initiativen mit 6 beliebten Fehlern totsicher versenken
Wohl jeder kennt diese weit verbreitete Situation: Die Grenzen von Unternehmensführung, Portfolio- und Projektmanagement verwischen sehr schnell im Alltagsgeschäft, dann leidet das Eine unter einem halbherzig ausgeführten Anderen und bringt unbefriedigende Ergebnisse im Gesamten ein.
In meinem Essay „6 Wege um eine Initiative zu versenken“ beschreibe ich solche Situationen und ihre Folgen, zeige aber im Umkehrschluss auch, was das (Top-)Management ändern kann, um mit seinem Unternehmen besser zu werden und zu wachsen
Nehmen Sie sich etwas Zeit – zum Lesen und zum Nachdenken: http://eobz.de/?p=1523
Ulrike Hartmann Der Weg zu Innovationen: Achtsamkeit ist der Schlüssel!
Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ist die Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen, ein zentrales Thema für jedes Unternehmen: Wer langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich sein will, ist kontinuierlich auf Innovationen bei seinen Produkten und Dienstleistungen angewiesen.
Aber wie kann die Innovationsfähigkeit in Organisationen gezielt gestärkt werden? Wie gelingt es, kreative Offenheit und innovationsförderndes Denken zu entwickeln und zu etablieren, um so eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Kreativität und Innovationen gezielt fördert?
Achtsamkeit ist ein guter Weg dazu, weil sie uns lehrt, die Aufmerksamkeit auf das Neue zu richten, in Problemen die Lösungen zu sehen und zu verstehen, dass Fehler oder Krisen Impulse des Neuen sind, die immer mit Chancen verbunden sind. Mit der systematischen Anwendung von Achtsamkeitstechniken kann es gelingen, aus eingefahrenen Denkmustern und Routinen auszubrechen und für neue Blickwinkel und alternative Zugänge zu Innovation und Kreativität zu sorgen.
Nachfolgend erhalten Sie einen Auszug aus meinen Anregungen für mehr Achtsamkeit mit den entsprechenden Techniken:
1) Nicht-Wissen: Anfängergeist als Impuls für frisches Denken
Wenn wir Experte in einer Sache sind, kommt es häufig dazu, dass unsere Erfahrung und unser Wissen uns regelrecht betriebsblind machen. Sie hindern uns daran, offen zu sein für alternative Sichtweisen und neue Wege und blockieren damit das Aufdecken neuer Möglichkeiten und Chancenfelder.
Die Haltung eines Anfängers (»Beginners Mind«) ist hingegen eine wunderbare Möglichkeit, eine unvorbelastete Frische in unser Denken zu bringen und Dinge
so wahrzunehmen, als würden wir zum ersten Mal damit konfrontiert. Daraus entsteht ganz automatisch eine Einstellung, die das Neue willkommen heißt und aus sich heraus entstehen lässt - ganz ohne den einschränkenden Blickwinkel von Erfahrung. Und genau diese Haltung hilft dabei, Innovationen zu entdecken.
Keine Frage: Den Anfängergeist in unseren Berufsalltag zu integrieren, ist nicht einfach und erfordert Selbstreflexion, Geduld, Aufmerksamkeit und auch Disziplin. Aber es lohnt sich allemal, den gelernten Ballast abzuwerfen und damit Raum für neue Erfahrungen und Entdeckungen zu schaffen.
2) Nicht-Streben: Mühelose Suche ohne Zielvorgaben und ohne Zeitdruck
Dieses Prinzip der Achtsamkeit klingt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch im Kontext Innovation. Schließlich strebt man insbesondere, wenn es um Innovationen geht, danach, etwas zu verbessern, ein Problem zu lösen oder etwas Neuartiges zu erschaffen.
Aber gerade bei der nicht-strebenden, ungerichteten Suche nach Innovationen sieht man im Ergebnis, wie Antworten auf Fragen entstehen, die man noch gar nicht kennt und nach diesen man folglich auch gar nicht streben kann. Im Gegenteil, je mehr man es versucht, desto weiter entfernt man sich von echter Innovation.
Deshalb ist es ganz wichtig, in Unternehmen geschützte Freiräume zu schaffen, in denen Menschen frei und ungezwungen - quasi mühelos - ohne strenge Zielvorgaben und Zeitdruck experimentieren und ausprobieren können.
Das öffnet den Raum für spielerische Kreativität und wahre Innovationskraft.
Sehr gerne setze ich diesen Beitrag zu späterer Zeit fort, mit meinen Gedanken über die benötigte "Fehlertoleranz" und das "Nicht-Werten" als Voraussetzungen zu einer entsprechenden Unternehmenskultur und zum Gelingen kontinuierlicher Innovationen.
Viele Grüße
Ulrike Hartmann
Gabriel Fehrenbach Das unbekannte Mögliche - das Potential im regenerativen Handeln
Regenerierend Handeln 3 - Potential
Dies ist der dritte Teil unserer Serie über Regenerierendes Handeln
Der zweite: Gleich niemand Anderen
Was ist mir möglich? In dem Zusammenhang, in dem ich lebe, mit dem, was alleine mich auszeichnet, jenseits dessen, was ich denke? Das ist die Frage nach dem Potential.

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Über die Gruppe "Wirtschaft und Management im 21. Jahrhundert"

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