Workshop B (vormittags) - Welchen Sichtweisen auf "Wohnen|Leben|Arbeiten" werden die Teilnehmenden auf dem LernOrt Zukunft begegnen? Impulse aus der Praxis von Robert Ambrée aus Krefeld (Projektbüro Urbane Nachbarschaft Samtweberei) und von Almuth Schauber aus Aachen (Misereor/ UN-Weltgipfel zu Wohnungswesen und nachhaltiger Stadtentwicklung ). Moderation: Maren Schüpphaus aus München (Netzwerk Gemeinsinn und Science Dialogue).

>>Hintergrund: Am Samstag 29. April lebt das Zukunftswerkstätten-Jahrestreffens 2017 in besonderer Weise von acht Impulsen zum Thema "Leben Wohnen Arbeiten sinnhaft gestalten". Jeweils zwei Impulsgeber*innen, ein*e Moderator*in und etwa 25 Teilnehmende werden in einem 90-minütigen Workshop zusammenarbeiten, um unterschiedliche Herangehensweisen zu verstehen, miteinander zu vertiefen und nach gemeinsamen Antworten Ausschau zu halten. Hier werden einige Haltungen und Erfahrungen vorab skizziert, um vor Ort eine bewusste Entscheidung treffen zu können zur Teilnahme an zwei (!) der vier Workshops. Workshop A und B finden parallel am Vormittag ab 10:30 Uhr, Workshop C und D parallel am Nachmittag ab 15:00 Uhr statt. Alles wird gemeinsam ab 17:00 Uhr ausgewertet.
Befragt zu seinen Leitlinien, schrieb Robert Ambrée folgende Stichworte auf: Produktiver Umgang mit Heterogenität - Teilhabechancen für alle erhöhen - Möglichkeitsräume des Selbermachens und der Selbstverantwortung schaffen - Jede/n gemäß der eigenen Energie abholen und mitnehmen - Gemeinschaft fördern, aber nicht erzwingen.
Befragt zu ihren Leitlinien, schrieb Almuth Schauber: Sinnhaftes Leben bedeutet für mich identitätsstiftendes Leben leben zu dürfen. Dazu gehören für mich eine mich ausfüllende Arbeit, und das Gefühl, meine Wünsche umsetzen zu können. Ich bin glücklich, wenn mein Alltag gut verläuft. Das beflügelt mich und lässt mich meine freie Zeit genießen. Das Dach über dem Kopf, also meine Wohnung ist wie ein Schatz: sie bietet mir Rückzug und Entfaltungsoptionen, ist eine meiner Kraft-Tankstellen und sie bietet mir Schutz. Wohnen dort, wo ich arbeite, wo meine Freunde leben, also mit kurzen Wegen wäre mein Ideal.
Befragt zu gesellschaflichen und politischen Perspektiven, schrieb Robert Ambrée: Gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingt nur, wenn es Orte, Anlässe, Strukturen gibt, bei denen sich Menschen, unabhängig von Herkunft, Lebensstil, Anschauung und Geldbeutel, auf Augenhöhe begegnen können. Das heißt, eine (zu) starke sozialräumliche Segregation muss vermieden werden. Stadt- und Quartiersentwicklung muss der vielfältiger werdenden Gesellschaft Rechnung tragen. Es muss (wieder) mehr Regel-, statt nur Projektfinanzierung für Einrichtungen geben, die auf Quartiersebene bedeutende Leistungen für Inklusion, Integration und Zusammenhalt erbringen.
Befragt zu gesellschaflichen und politischen Perspektiven, schrieb Almuth Schauber: Es braucht bezahlbaren Wohnraum (ohne Barrieren) und eine gute infrastrukturelle Anbindung, per ÖPNV und nachhaltiger Verkehrsmittel. Stimmen die Prognosen, werden 2050 Milliarden Menschen unter unzumutbaren Bedingungen in Armenvierteln leben. Dies wäre eine humanitäre Katastrophe eines Ausmaßes, die zu großen gesellschaftlichen Brüchen führen könnte. Wie also werden wir sinnhaft leben? Wo sind unsere individuellen und kollektiven Handlungs- und Gestaltungsräume in einer zunehmend urbanen und digitalisierten Welt? Dies sind Fragen, die weltweit Menschen beschäftigen, die sich um ihr Leben, Überleben und um eben diese Gestaltungsräume bemühen: Sie benötigen Wohnraum, sie brauchen bezahlte Arbeit, um für ihr Auskommen sorgen zu können, sie hoffen auf kommunale Dienstleistungen wie Wasser-, Strom und Abwasserversorgung. Ich möchte von einigen Fragestellungen, Erfahrungen berichten, vor allem mit Bezug zu Asien und den Herausforderungen, vor die sich informell Siedelnde in Städten gestellt sehen.

>>Zu welchen Gedanken regt das an? Welche Verbindungen gibt es zu eigenen Beobachtungen und Gefühlen, zum eigenen Handeln? Ich lade herzlich ein, sich in die Themen zu vertiefen, Kommentare zu hinterlassen und eigene Anknüpfungen zu ergänzen.
Mehr zu Robert Ambrée, zum Pilotprojekt Nachbarschaft Samtweberei und die Initiative der Montag Stiftung Urbane Räume: http://www.montag-stiftungen.de/urbane-raeume/aktuelles-urbane-raeume/newsdetails10/article/urbane-nachbarschaft-samtweberei-in-krefeld-1.html und http://samtweberviertel.de/service/ueber-uns/
Mehr zu Almuth Schauber, zur UN-Konferenz Habitat III und zum Thema "Städtische Entwicklung / Armut in der Stadt" bei Misereor, dem katholischen Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit: http://www.weltkirche.katholisch.de/Aktuelles/20161014_Stadtentwicklung_Armut_Habitat_III_Misereor http://www.misereor.de/informieren/stadt/
Mehr zu Maren Schüpphaus (Moderatorin des Workshops B) und ihrem Engagement im Vereinsvorstand des Netzwerks Gemeinsinn und im Team von Science Dialogue: http://netzwerk-gemeinsinn.org/verein/ und http://www.wissenschaftsdialog.de/index.php/merkmale
Informationen zu den Workshops C und D folgen in Kürze. Zum Workshop A wurde bereits hier informiert: http://www.xing.com/communities/posts/29-punkt-04-punkt-17-walberberg-ermutigung-fuer-gerechte-lebensstile-das-miteinander-im-mittelpunkt-1013015951