Stellen Sie sich einmal kurz die Zukunft des Recruiting vor (nennen wir es mal für einen Moment Recruiting 3.0):
Fast alle Menschen haben Profile in sozialen (Business) Netzwerken und fast alle Jobs sind online verfügbar. Die Kunst besteht im Matching der Profile mit den offenen Stellen oder umgekehrt. Dies wird mittels Algorithmen gelöst.
Die Herausforderung im Recruiting besteht nicht mehr im Finden von Kandidaten sondern in der Qualifizierung und Überzeugung der Kandidaten.
Recruiting 1.0 war dann also Anzeigen (online oder in Print) schalten und hoffen auf Bewerber. Recruiting 2.0 dann rückblickend Social Media Recruiting (http://www.competitiverecruiting.de/ICR-Social-Media-Recruiting-Report-2013.html) und Active Sourcing (http://www.competitiverecruiting.de/Active-Sourcing-Whitepaper-von-XING-und-ICR.html) nach Kandidaten. (Ob Sie schon ein Recruiter 2.0 sind können Sie hier kostenfrei testen: http://www.competitiverecruiting.de/Recruiter20.html)
Sie glauben, Recruiting 3.0 ist Zukunftsmusik?
Nun, im Jahr 2015 sind wir dieser Zukunft schon mal mit mächtigen Schritten entgegengegangen:
Xing, mit ca. 6 Mio Mitgliedern in Deutschland deckt etwa 30 % der Fach- und Führungskräfte ab, die Jobsuchmaschine ICJobs oder Jobbörse.com, wie sie jetzt heißt, findet über 2,5 Mio Jobs. Xing hat die Jobsuchmaschine gerade gekauft und sich eine Suchtechnologie gesichert, die bereits heute rund 15 Mio. Domains und darunter mehr als 1,5 Mio. Unternehmensseiten durchsucht. Einem Recruiting 3.0 steht nichts mehr im Wege.
Wie beschreibt Xing diesen Weg?
Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG: „Wir können unseren Nutzern künftig ein deutlich höheres Volumen und eine noch größere Vielfalt an Stellenanzeigen anbieten. Damit erhöhen sich die Chancen und Möglichkeiten für unsere Mitglieder, den Job zu finden, der zu ihrem Leben passt. Aber auch Nicht-Mitglieder werden über unseren XING Stellenmarkt künftig profitieren.“
Vollmoeller weiter: „Wir haben viel vor, um unseren Mitgliedern noch besser zu helfen, die Tätigkeit zu finden, die am besten zu ihrem Leben und ihren Präferenzen passt und sie beruflich erfüllt. Wir werden deshalb die durch die heutige Übernahme erworbene Technologie so einsetzen, dass sie XING-Mitgliedern und -Nutzern nicht nur eine Fülle von Stellen anzeigt, sondern das in gewohnt transparenter und in dieser Form nur bei uns möglichen Art und Weise geschieht. Die Fachkräfte von heute lassen sich bei der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen nicht mehr von teuren Karriereseiten und Hochglanzbroschüren blenden. Sie wollen wissen, wie es wirklich im Unternehmen aussieht, wollen einen Blick hinter die Fassade werfen, bevor sie sich bewerben. Sie wollen Transparenz auf dem Arbeitsmarkt. Die stellen wir her.“
Xing nennt es Transparenz am Arbeitsmarkt, ich nenne ich Recruiting 3.0.
Ist dies eine gute oder schlechte Nachricht im Jahr der Kandidaten (http://www.competitiverecruiting.de/Das-Jahr-der-Kandidaten-2015.html)
Was meinen Sie, sieht so die Zukunft des Recruitings aus?
Wolfgang Brickwedde