Die Energieversorgung ist ein zentraler Bereich Kritischer Infrastrukturen. Kommt es zu Störungen oder sogar Ausfällen wirken sich diese sowohl auf andere Sektoren als auch direkt auf Gesellschaft, Wirtschaft, ja, auf das ganze Land aus.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom), in dem auch die DQS Mitglied ist, hat im Mai ein Diskussionspapier vorgelegt, das einen neuen Ansatz zum Umgang mit der Gefahr durch Cyberangriffe auf Energieversorger enthält. Statt wie bisher auf Robustheit der Systeme zu setzen, sollte es nach Meinung der Bitkom beim Thema Energieversorgung mehr um Resilienz gehen. Unter „Robustheit“ („fail-safe“) wird verstanden, dass zum Beispiel beim Ausfall einer Anlage andere Anlagen die weitere Energieversorgung sicherstellen. Das bedeutet, dass es bei Kraftwerken immer eines mehr gibt, als bei Höchstlast benötigt würde. Dies soll sich nun hin zur Resilienz ändern. „Resilienz“ („safe-to-fail“) steht für die Fähigkeit von (technischen) Systemen, bei einem Teilausfall, einer Störung oder einem Schaden nicht vollständig auszufallen, sondern die Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten und danach wieder zum Ausgangszustand zurückzukehren.
Hierfür werden laut Bitkom digitale Technologien notwendig, die für eine Resilienz des Energieversorgungssystems sorgen. Daten, die in Echtzeit analysiert werden und anhand derer umgehend geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des Systems eingeleitet werden, können hierzu gehören. Ein Cyberangriff könnte somit früh erkannt und seine Ausbreitung verhindert werden. Auch können Datenanalysen von Störungshistorien vorab auf Strukturschwächen in Systemen hinweisen und entsprechende Optimierungspotenziale daraus abgeleitet werden. Dies gäbe den Energieversorgern Gelegenheit, rechtzeitig und effizient zu handeln.
Laut Bitkom müssen Wissenschaft, Energiewirtschaft und Digitalbranche in Zukunft Hand in Hand arbeiten, um adäquate digitale Schutzmaßnahmen für die Energieversorgung sowie für verbundene Sektoren zu entwickeln.
Was denken Sie? Stimmen Sie den Überlegungen von Bitkom zu?
Das Diskussionspapier mit tiefergehenden Informationen finden Sie hier: https://bit.ly/2Ev36JY