Am Nachmittag des 1. Mai 2014 eröffnete Andrea Breitfuss aus Wien die Zusammenkunft mit einem Einblick in die Visionen des Teams, das die Vorbereitung des Jahrestreffens von Zukunftswerkstätten http://zwnetz.de/pages/ausbl-jt.html#Anchor-Team14 in diesem Jahr in die Hand genommen hat: (eine Auswahl)
- Schwerpunkt Partizipation im Zusammenhang mit der regionalen Kultur.
- Bezaubernde schöne Umgebung. Menschen aus der Umgebung wollen mitmachen und mitgestalten, sind dankbar und offen für das, was wir gebracht haben. Ganz normale Leute von der Straße gewonnen.
- Alle Teilnehmenden sind gelöst, es wird applaudiert, die Stimmung ist kooperativ. Menschen haben das Gefühl, es ist etwas Neues entstanden (inhaltlich + Menschen sind einander begegnet).
- Solidarität macht inhaltlichen Schwerpunkt <-> Zusammenhang Tourismus: Was macht Tourismus mit Menschen + der Region + auch der Wirtschaft vor Ort? Miteinander vs. Abgrenzung betrachten.
- Leute, die da sind, vergessen wo sie sind, können gar nicht aufhören, sind gefangen in der Situation. Leute merken gar nicht, wenn die Veranstaltung zu Ende ist. Veranstaltung ist so gestaltet, dass im Laufe des Programms die Leute das Gefühl haben, die Energie in den Alltag hinaus zu tragen.
- Kultur, die wir für uns entwickeln, Kultur der Solidarität, des Miteinanders in der Gruppe trotz unterschiedlicher Voraussetzung mit dem Gefühl, diese erlebte Kultur in den Alltag mitzunehmen, ohne gleich in Wertungen hineinzukommen.
- Von Rosen umgeben, aber auch von Dornen.
Die Klippen, die es zu umschiffen galt, wenn ein so vielseitiges und an auseinander liegenden Orten beheimatetes Team (Stuttgart, Tübingen, Vallendar, Wien) zusammenarbeitet, fanden in der weiteren Eröffnung des Jahrestreffens Raum, um zur Sprache zu kommen. Eine große Anerkennung an alle, die sich dieser Aufgabe diesmal stellten und uns an einem so schönen Ort auf so gelungene Weise zusammenbrachten: Herzlich Danke an Antonia Coffey, Michael Seefeld, Andrea Breitfuss, Paul Adrian, Hannes Mathis, Peter Coffey und an den in „letzter Minute“ als Verstärkung hinzugekommenen Fritz Letsch.
Der Eröffnungsnachmittag rundete sich ab mit einem Überblick zu Gemeinschaftlichem und Solidarischem am Bodensee: Die Schadstoffbelastung im Bodensee und der daraus resultierende Wunsch nach mehr Gewässerschutz war in den 1970er-Jahren ein treibender Antrieb zur Zusammenarbeit über Wasser- und Landesgrenzen hinweg. Eine wichtige Rolle nehmen dabei bis heute die Internationale Bodenseekonferenz http://www.bodenseekonferenz.org und die Bodenseestiftung http://www.bodensee-stiftung.org ein.
Eine besondere Situation der Verbindung über alle Grenzen hinweg schaffte die Wetterlage bereits ein Jahrzehnt zuvor im Jahr 1963. Die Wasserfläche fror zu und es entstand eine Verbindung auf dem Eis zwischen dem deutschen und Schweizer Ufer. In Scharen querten Fußgänger und Fahrräder den See, Autos zogen Schlitten von einer Seite zur anderen. Diese ganz besondere Situation, in der die Gemeinschaft über die nun nicht trennende, sondern einander verbindende Wasserfläche spürbar gewesen sein muss, ist als „Seegfrörni“ in die Geschichte eingegangen: http://de.wikipedia.org/wiki/Seegfr%C3%B6rnen_des_Bodensees
Auf dem Jahrestreffen sahen wir historische Filmausnahmen von 1963 http://www.youtube.com/watch?v=bckdsDnS-BE und http://www.youtube.com/watch?v=FX6HrNxYdd4 .
Zwei weitere Filmclips wurden als Einstimmung ins Jahrestreffen gezeigt - über partizipative Projekte im Umfeld der Bodenseekonferenz: Poetry Slam 2013 http://www.youtube.com/watch?v=nPpWUi-1XE8 und Jugenddialog 2013. http://www.youtube.com/watch?v=tsDE6b1cWuY . Kritische Anmerkungen zum zuletzt gezeigten Film fragten danach, was nun damit weiter passiere, nachdem 30 Jugendliche mit den Politikern gesprochen haben? Was macht Partizipation wirklich aus? Um welche Interessen und Bedürfnisse geht es tatsächlich? Wie können Begegnungen dieser Art verstetigt werden? Was ist tatsächlich spürbar an Veränderung in der politischen Kultur?
In kommenden Berichten werden der weitere Verlauf und die Inhalte des Zukunftswerkstätten-Jahrestreffens dokumentiert. Eine Herzliche Einladung, daran mitzuwirken!