Sucht man in Zeitdokumenten nach Berichten über Robert Jungk (z.B. DER SPIEGEL 50/1986 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13521058.html ), so findet man zahlreiche Charakterisierungen: Zukunftsforscher, Zukunftsdenker, Wissenschaftspublizist oder Galionsfigur der Anti-Atom-Bewegung. Mehrere Millionen Exemplare zählt die Weltgesamtauflage seiner Bücher. Hinzu kommen vielfältige Aktivitäten als Journalist, Kolumnist, begehrter Vortragender und Leiter zahlreicher Zukunftswerkstätten.

>Zukunft, das sind wir alle

lautet das Credo des Trägers des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) http://www.rightlivelihood.org/jungk.html , der sich zeitlebens für Frieden, intakte Umwelt und menschenfreundliche Technik eingesetzt hat - und nicht zuletzt für eine demokratische Wissenschaft, die Brücken von Forschung und Hochschule zu den Bürgern schlägt. Dem Netzwerk der Wissenschaftsläden schrieb er 1988 einen Brief und unterstützte dessen Arbeit. Bis heute setzen Wissenachftsläden - nicht nur in Bonn - den Anspruch um, Wissen und Instrumente zu vermitteln, damit sich Menschen engagieren - für gesellschaftlich wichtige Themen wie Energiewende, soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Arbeitsfelder.
Nun ist Robert Jungk wieder im Wissenschaftsladen Bonn eingetroffen: http://www.wilabonn.de/de/component/content/article/17-pressemitteilungen/474-wanderausstellung-robert-jungk.html Zwanzig Jahre nach seinem Tod wird dort seit Freitag 22. August 2014 die multimediale Ausstellung zu Robert Jungk gezeigt - in Kooperation mit der Volkshochschule Bonn und dem Zukunftswerkstätten e.V. Köln. Die Präsentation des Lebensweges von Jungk beschränkt sich dabei keinesfalls auf seine Rolle als historisches Vorbild.
Nicht nur sind viele seiner Themen und Thesen heute wieder höchst aktuell, z.B.

>Widerstand gegen Nationalsozialismus und blinden Fortschrittsglauben - Engagement für Frieden, Bürgerbewegung und Energiewende - Wissensvermittlung als Ausgangspunkt sozialer Erfindungen und gesellschaftlichen Engagements.

Sondern die Ausstellung soll zwei Wochen lang (bis 5. September 2014) auch ein Ort des aktiven Handelns für eine bessere Zukunft sein.
Besucher der Ausstellung (werktags geöffnet zwischen 14 und 18 Uhr, nach Absprache auch darüberhinaus) können praktische Partizipation erfahren und mit engagierten Menschen vom Zukunftswerkstätten e.V. und vom Wissenschaftsladen Bonn ins Gespräch kommen. Sie können sich anhand von vielfältigen Medien (Radioreportagen, Filmen, Büchern, Plakaten und grauer Literatur) mit der Haltung Robert Jungks befassen.
Initiativen, Netzwerke und Anwohner aus Bonn, Köln und Umgebung, die sich beispielsweise für Frieden, gegen Armut, für Energiewende, gegen Umweltschäden und für Teilhabe aller an der Zukunft einsetzen, können während der Ausstellungslaufzeit nach Absprache eine kostenfreie Moderation eines Partizipationsprozesses beanspruchen. In diesem werden sie selbst als Expertinnen und Experten in ihrem gesellschaftlichen Anliegen im Sinne Robert Jungks ernst genommen. Sie erfahren konkrete, inhaltlich selbstbestimmte Partizipationsprozesse und werden befähigt und ermutigt, Bürgerbeteiligungen aus eigener Kraft durchzuführen.
Schülerinnen und Schüler können mit ihren Lehrerinnen und Lehrern während der Ausstellungslaufzeit nach Absprache eine kostenfreie Führung als anregende außerschulische Vertiefung von Themen nach Lehrplan wahrnehmen. Dies erweitert zum Beispiel den Geschichts-, Sozialkunde und Erziehungswissenschaften-Unterricht, wenn es ums Handeln der Menschen im Nationalsozialismus, um kulturelle Bedingtheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen, um soziale Bewegungen oder die Energiewende geht.
Darüberhinaus werden an mehreren Tagen jeweils von 18 bis 21 Uhr kostenlose Themen-Workshops angeboten; am Donnerstag 28. August 2014 "Den Stimmlosen eine Stimme geben: Aktiv gegen Armut mit Partizipation" und am Dienstag 2. September 2014 "Zukunfts-Projekte mutig und kraftvoll umsetzen: Träumen und Handeln wie ein Drache". Details im Internet: http://www.zwteam.de/kooperation.html und http://www.vhs-bonn.de/newsletter/archiv/newsletter-4/2014
Alle Fragen beantworte ich Ihnen gerne: Stephan G. Geffers (Zukunftswerkstätten e.V.) telefonisch in Bonn (bis 5.9.2014) null-zwei-zwei-acht 20 161 17, mobil null-eins-fünf-zwei 5703 8337 oder persönlich im Wissenschaftsladen, Raum 3.01, Reuterstr. 157, 53113 Bonn; Straßenbahnlinien 61, 62 „Haus der Jugend“. Die Anmeldung zu den Abend-Workshops ist bei Kristin Auer und Gabi Fremuth (Bildungszentrum Wissenschaftsladen Bonn) möglich: telefonisch null-zwei-zwei-acht 20 161 66 oder online http://www.wila-bildungszentrum.de . Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen.
P.S. Einen kurzen Bericht vom Eröffnungsabend sowie weitere Hintergrundinformation finden Sie online: http://www.xing.com/communities/posts/ueberraschender-fund-robert-jungks-brief-an-den-wissenschaftladen-bonn-1008138084 . Ein Bild von der Gesprächssituation in der "Living Library" am Eröffnungsabend rundet diesen Beitrag nachfolgend ab.