Laut Mihaly Csikszentmihalyi, dem bekannten ungarisch-amerikanischen Psychologen und Flow-Forscher, gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, die Menschen in den Flow-Zustand und damit in einen Zustand freudvoll-produktiven Tuns versetzen. „Viele Unternehmen wollen Innovation und Kreativität, beides kann erst im Flow-Zustand entstehen. Leider killen Druck, Routine, Bürokratie und hierarchische Strukturen den Flow viel zu oft“, sagt Helga Pattart-Drexler, Head of Executive Education an der WU Executive Academy.
Diese Verhaltensweisen verhindern effizienten Flow:
- Diffuse Ziele
Mihaly Csikszentmihalyi rät in seinem Buch „Flow und Kreativität“ dazu, jeden einzelnen Schritt zu konkretisieren. Im Flow weiß man jederzeit, was als Nächstes zu tun ist.
- Krampf statt Loslassen
Lösungen entstehen selten unter Verkrampfung, sondern meist wenn wir loslassen und die Gedanken frei fliessen. - - Komfortzone
Neues entsteht meist ausserhalb der eigenen Komfortzone. Bewährtes und Routinen zu verlassen und Grenzen zu überschreiten, ist nie leicht. Doch es ist Voraussetzung für den kreativen Flow.
- Mitarbeiter-Rotation
Den Flow für sich selbst im eigenen Tun erreichen, ist die eine Sache, schwieriger ist es als Team.  „Wenn ich als Führungskraft Projekte und Aufgaben nach den Kompetenzen und Interessen der Mitarbeiter vergebe, entsteht viel innovative Energie. Dazu muss ich mich mit der jeweiligen Person, ihrem Antrieb und ihren Bedürfnissen auseinandersetzen“, sagt Helga Pattart-Drexler. Aufgaben und Fähigkeiten müssten für den Flow unbedingt im Gleichgewicht sein.
- Feedback
Zu oft werden Mitarbeitende mit pauschalen Vorwürfen oder persönlicher Kritik konfrontiert. Und vorbei ist es mit dem Flow. „Negatives, destruktives, aber auch gar kein Feedback ist ein absoluter Flow-Killer“, sagt Helga Pattart-Drexler. Flow stellt sich dann ein, wenn wir auf unser Tun rasches, konkretes und ergebnisorientiertes Feedback bekommen – mit entsprechender Wertschätzung.
Wenn die Arbeit im Team stockt, fehlt es meist an offener Kommunikation. Ein Klima, das Offenheit und konstruktive Kritik nicht aushält, führt zu Gerüchten und negativen Wellen, die mitunter gar in subtile „Sabotage“ oder „Dienstverweigerung“ ausarten können. Erst wenn offen alle Bedenken, Missverständnisse und Erwartungshaltungen zu einem Projekt dargelegt sind, werden kreative Ideen und Lösungsansätze geboren. Freie Meinungsäusserung und Assoziieren bringen den Flow.
Absolute Konzentration und Fokus sind auf die eine Aufgabe gerichtet, die in diesem Moment zu tun ist. Führungskräfte sollten sich mit dem „Organizational Flow“ auseinandersetzen, wie der Unternehmensberater Gustav Greve im gleichnamigen Buch schreibt, und die äusseren und inneren Rahmenbedingungen für den Flow zu schaffen. Effizienz und Effektivität sind das Ergebnis - und als Zugabe obendrein ein harmonischeres Team.
Source: Die Wirtschaft newsletter, Austria