Den Grad/Sachverhalt der Kompetenz erfassen/spezifizieren

Sprachlich steht uns nur ein schwarz-weiß-Verhältnis zur Verfügung, jedoch besteht zwischen Kompetenz und Inkompetenz nicht nur ein weites Feld eines Dazwischen, sondern gleichzeitig auch Differenzverhältnisse des Bezuges und deren Relationen.

Man denke hierbei einmal an einen Beamten, welchem man gegenüber steht. Wie sieht es aus mit seinem Verhältnis zu seinen gesetzlichen und verordnungsmäßigen Vorgaben. Kennt er diese (alle!) und inwiefern hält er sich an diese. Und für wen ist dieser eigentlich tätig? Für den Staat oder den Bürger? Für den Bürger, welcher diesem gegenüber steht, ist er nicht selbstverständlicherweise tätig, vor allem, weil nur was für Alle gilt, auch für den Einzelnen zutreffend ist (so ist die Vorgabe). Prüft er, ob der Staat in seinen Reglements nur die Eigeninteressen verfolgt oder die Interessen der Bürger? Insofern Ersteres der Fall ist, müßte er entgegen der gegebenen Reglements handeln. Tut er das - kann er das?

Oder man nehme sich einmal als Musterbeispiel den Kassenarzt, welcher den Reglements der Kassen unterliegt, die Rechtsanwalts- oder Notariatskanzleien, welche zwischen der Repräsentanz von Justiz und Mandant stehen, Aktiengesellschaften usw. Wie sieht es aus mit der Kompetenz eines Angestellten einer Einrichtung, ob in leitender oder ausführenden Position? Inwiefern ist der Einzelne fähig, den Erfordernissen überhaupt zu entsprechen und wem oder was entspricht er demgemäß?

Wer an diesen Punkt gelangt ist, wird sich darüber klar werden, daß nirgendwo das Wort Kompetenz seine Anwendung findet, sondern einzig die statusmäßige Deklaration. Diese lernt der Eine oder Andere als Lehrling kennen, nach dem Prinzip: 'Paragraph eins besagt, daß der Chef recht hat und Paragraph zwei, daß wenn der Chef nicht Recht hat, automatisch Paragraph eins in Kraft tritt'. Aber was hat das mit der eigentlichen Kompetenz zu tun?

Es ist die eigene Stellung im Miteinander, welche die Kompetenz in Erscheinung treten läßt oder nicht. Wer sich im Bereich der Exklusivität bewegt, wird dort die Kompetenz als Regelwerk entdecken. Nur hierin findet sie als Maßgabe statt, ob im persönlichen Miteinander oder im Geschäftlichen. Neben dem, daß man sich das leisten kann, bedingt es aber auch des selbst leistens, um dort hin zu gelangen und sich darin bewegen zu können.