Gebhard Borck schrieb:

>Hallo Ardalan,
>
>Ardalan Alexander Ibrahim schrieb:
>

>>Neben dem zentralen Fokus auf "Sinnkopplung", den auch andere betonen
>>(intrinsify!me, Heiko Fischer, Nils Pfläging, Reinhard Sprenger, Götz
>>Werner) würdigt Miyashiros Ansatz endlich angemessen die vielseitigen
>>BEZIEHUNGEN, die eigentlich über Wohl und Wehe eines Unternehmens
>>entscheiden. Und auch über das Wohl und Wehe IN einem Unternehmen.
>>Sinnkopplung ist das, was Unternehmen im 21. Jahrhundert solche
>>flexiblen Reaktionen ermöglicht. "Integrated clarity" ist das, was
>>dafür sorgt, dass diese Möglichkeit auch genutzt wird und nicht am
>>"Menschlich-Allzumenschlichen" scheitert - nämlich an der lange
>>verleugneten Bedürftigkeit von Menschen im Business.

>
>Hier wirfst Du einige Sachen durcheinander, die auch die zitierten
>Menschen durcheinander werfen. Zumeist, weil sie den
>Sinnkopplungsbegriff noch nicht richtig durchdrungen haben.
>
>Ich habe den Begriff Sinnkopplung vor ca. 8 Jahren erfunden, weil ich
>eine Abgrenzung zu Sinn brauchte. Alle anderen haben das irgendwie
>nach wie vor nicht ganz verstanden und sehen in Sinnkopplung einen
>attraktiveren Ausdruck zumeist für Identifikation.
>
>Es ist wünschenswert, dass Unternehmen den zentralen Fokus auf die
>Sehnsucht ihrer Mitarbeiter nach Sinnerfüllung lenken und dann
>wirtschaftliche Rahmenbedingungen drumherum bauen. Dann ist
>Sinnkopplung ein, wenn nicht der hilfreiche/r Mechanismus, um
>flexibel mit Beziehungsbedürfnissen umzugehen.
>
>Sinnkopplung ermöglicht keine flexiblen Reaktionen - eben gerade
>nicht ;)! Sie kann auch kein zentraler Fokus sein - sie ist wohl mehr
>eine Quelle für Erkenntnisse und Handlungskonsequenzen. Der Fokus ist
>die Sinnerfüllung ... Mehr dazu gibt es hier:
>
>http://affenmaerchen.wordpress.com/2012/07/02/sinnkopplung-in-der-praxis/ und hier:
>http://affenmaerchen.wordpress.com/2011/08/18/sinnkopplung-unternehmerisch-mit-sinn-umgehen-1/
>
>Sorry, doch bei meinem Begriff versuche ich zumindest, wenn ich
>Interpretationen davon lese, korrigierend einzugreifen ;).
>
>Gruß
>Gebhard
Hallo Gebhard,
Danke Dir für Deine Klarstellung, die ich sehr gut nachvollziehen kann! Hätte ich so einen Begriff geprägt, würde mir das mit "meinem Baby" nicht anders gehen... ;-)
Das, was ich unter "Geteilter Mission" verstehe (und vielleicht fälschlich mit Deiner "Sinnkopplung" gleichsetze) ermöglicht flexiblere Umgangsweisen miteinander in Unternehmen und ist für alle am Unternehmen Beteiligten ein sehr guter zentraler Fokus. Vielleicht ist dann tatsächlich "Sinnerfüllung" die bessere Gleichsetzung.
Magst Du mir und anderen hier etwas dazu schreiben, inwiefern Du noch Bedarf an einem zweiten Begriff ("Sinnkopplung") verspürst. Denn mir geht es im Moment so, dass ich diesen Bedarf nicht verspüre. Gerade das macht mich aber neugierig auf das, was bei Dir dahinter steckt. :-))
Als "am Unternehmen Beteiligte" kann nach meinem Dafürhalten nicht nur Menschen sehen, die einen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen haben, sondern auch: Investoren. Und in einem etwas anderen Sinn auch Zulieferer. Und in einem nochmal anderen Sinn: Kunden. Also alle "human beings", die in irgendeiner Weise dazu beitragen, dass es das Unternehmen überhaupt in dieser aktuellen Form geben kann. - Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Deckungsgleich mit dem "Stakeholder"-Begriff ist. Wenn ja, dann wäre es ein inhaltlich gefüllter Stakeholder-Begriff, weil er den Finger gezielt auf den Punkt legt, warum es ein bestimmtes Unternehmen überhaupt gibt und nicht vielmehr nicht. Da kommt bei mir schon wieder der Philosoph hoch... ;-)
Mein Grundslogan ist ja: "Alle Menschen sind Investoren - dagegen, dass man reich ist und jetzt schauen muss, wohin mit dem ganzen Reichtum, der einem vom Leben geschenkt wurde, dagegen kann man leider gar nichts machen. Es ist schon bitter." - Aber man kann sich fragen, wo es für einen mehr und wo es für einen weniger Sinn macht zu investieren... ;-)
Herzlich,
Ardalan