Sehr geehrter Herr Krüger;
sehr geehrte GruppenmitgliederInnen,
zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Bestätigung danken.
Wie ich schon angeführt habe, sind meine Wurzeln im Badischen. Als gebürtiger Karlsruher, hatte ich meinen Lebensmittelpunkt in der Umgebung. zuletzt in Weingaten/Baden. Als politisch interessierter Mensch, lehne ich Parteipolitik ab, gehörte jedoch einige Jahre dem Vorstand der Weingartner Bürgerbewegung (WBB) an. Diese politische Vereinigung wurde schnell von vielen Bürgern als >erste schwarz, rot, grüne, gelbe politische Vereinigung< geachtet. Zu dieser Zeit bereits, hatten wir mit den Freihaltetrassen für die Transversale von Europa (oder besser Hirngespinsten eines unfähigen Bahnvorstands Mehdorn) zu kämpfen.
Immer wieder stellten wir uns damals die Frage, warum der mehrfach gescheiterte Industriemanager Mehdorn, aufgrund des immer selben Argumentes diese Trasse und damit verbunden, den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs benötigte. Welcher Reisende möchte schon tagelang quer durch Europa reisen? Geschäftsleute nutzen mehr und mehr Internet und Videokonferenzen, da sie die Reisekosten/Reisetage reduzieren. Die unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf unterschiedliche elektrische Spannungen, länderspezifische Ausbildungen der Lockführer etc. machen einen dicken Strich durch die Reisezeitplanungen. Dies ist jedoch heute schon zu erkennen. Kaum ein Zug hält die geplanten Zeiten ein.
Für den Bahnhofsumbau >S21< bleibt zu bedenken, dass sich die Bahn mit Ihrem heutigen Vorstandsmitglied, Volker Kefer, eine Interessenvertreter hat, der durchaus mit Mafioso-Methoden seine Ziel der Denkmalerstellung vorgeht. Wie anders kann es sein, dass die Schräge der Schienen im Bahnhofsbereich so schräg sind, dass heutige Züge nicht von alleine stehen werden. Auf diese Frage kam die Antwort, dass das Bundesamt für Eisenbahnwesen das genehmigte. Welche Erpressungen vorhergingen steht offen. Tunnelbauten werde nicht nach üblichen Sicherheitskriterien erfüllt, sondern vermutlich auch hier auf Druck erpresserischer Methoden durch die zuständigen Ämter geändert wurden. Wie anders kann es sein dass für diesen Bahnhof Sicherheitsvorschriften geändert wurden? Also Menschen im Falle eines Brandes durch die Giftgaswolke entfliehen müssen? Menschen mit Gehbeeinträchtigungen gleich überhaupt keine Rettung erfahren? Gleiches gilt im Übrigen auch bei Störungen in Tunnelbereichen. Viele weitere Vergünstigungen mussten die Manger bei zuständigen Ämtern erst erpressen damit die Angelegenheit >Denkmalschaffung<, erst so weit vorbereitet werden kannte. Nun erpresst man Regierungen mit dem Argument, dass das alles schon Geld gekostet hat und Bauwerke und Bäume, teilweise auch ohne entsprechende Erlaubnis, abgerissen bzw. gefällt wurden.
Betrachtet man die Argumente der Bahnvorstände, stehen die Interessen der Fahrgäste keine Rolle. Nur für wen DIENEN denn die Manager mit schmutziger Weste? Sind diese lediglich ihrem Ego und dem eigenen Geldbeutel verpflichtet? Seit Jahren besteht für die Bahn die Auflage, alle Bahnhöfe so zu gestalten dass sie von allen Gästen selbständig nutzbar sind. Bahnmanger wiederholen Gebetsmühlenhaft dass diese Umbauten Geld kosten und die Bahn davon zu wenig hat. Im Gegensatz anderer Bahngesellschaften steht die Bundesbahn bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionen mit weitem Abstand ganz hinten an. Aber es handelt sich ja nur um Interessen der Fahrgäste. Wer braucht die schon. Die Bahnmanager scheinbar nicht.
Denn aufgrund der hohen Kapitalbildung und des Missmanagements um Stuttgart 21, fallen hier in M-V Bahnprojekte weg. Die infrastrukturelle Versorgung basiert hier in Hohem Maße auf den privaten KFZ-Verkehr. Natürlich entgegen des, durch Mehdorn schon vor Jahren vorgeschobenen Arguments, die Bahn sei umweltpolitisch nicht wegzudenken. Dies gilt natürlich nur für die Durchsetzung eigener Interessen. Den eigentlichen Auftrag Personen- und Güterbeförderung kommt das >Gängstersyndikat der Bahnmanger< schon lange nicht mehr nach.
Die Argumente einer abgehobenen und realitätsfernen Managergesellschaft, kenne ich aus meiner Arbeit zur Genüge. Hier sind es Menschen mit Behinderungen die man durchaus als unbedeutend abstempelt und in wirtschaftliche Überlegungen nicht einbezieht. Architekten verstoßen gegen Bauvorschriften, wollen sie ihre Selbstverwirklichungspläne umsetzen. Der Einzelhandel baut Barrieren auf die keiner benötigt um sie dann werbewirksam zu entfernen und sich als soziales Unternehmen zu präsentieren. Die Hotelbranche geht sogar das Risiko vorsätzlicher Irreführung, nur um nach außen zu demonstrieren wie behindertenfreundlich man ist, ein. Tatsächlich aber diskriminiert man Menschen. Auch hierbei möchten die Bahnmanger großartig mitspielen. So hat man beschlossen, neue Fahrkartenautomaten einzusetzen. Diese sind jedoch weder durch Sehbehinderte und Blinde (diese benötigen Taktik erkennbare Tasten), oder durch motorisch eingeschränkte Menschen nutzbar. Geschweige für rollstuhlnutzenden Menschen nutzbar. Im gleichen Zug hat man die kostenfreie Buchung von Fahrkarten für diese Menschen eingeschränkt. Das bedeutet, dass diese Menschen erhebliche Einschränkungen und Kostennachteile erfahren. So bedeutet das für sprachbehinderte Menschen, dass diese nicht mehr die kostenfreie Buchung nutzen können, da sich es hierbei um einen Sprachcomputer handelt, der vorhandene Sprachbehinderungen nicht erkennt und nach Minuten abschaltet. Die kostenpflichtige Rufnummer bedeutet jedoch, dass erhebliche Kosten auf die betreffenden Fahrgäste zukommen. Betrachtet man diese Situationen, so erkennt man auch hier die gleiche Vorgehensweise. Die vorgeschobene Zusammenarbeit mit Betroffenen-Verbänden und Vereinen wurde in keiner Weise Berücksichtigt. Zwischenzeitlich werden Stimmen laut, die erklären, dass man erheblich beeinflusst wurde und Aussagen so verändert wurden, dass das Ergebnis in die rücksichtlosen Planungen der Bahnmanager passt.
Sie sehen also, Stuttgart 21 ist überall und der Virus >Rücksichtslosigkeit< ist in weiten Bereichen unserer Wirtschaft verbreitet.
Viele Grüße von der Ostsee
Helge Joachim Blankenstein