PARIS (dpa-AFX) 21.09.2018
Nach einem Treffen führender Wirtschaftsmächte zur Stahlkrise haben die USA und die deutsche Stahlbranche über mangelnde Fortschritte geklagt. "Marktverzerrende Subventionen sind weder identifiziert, noch Schritte zu ihrer Beseitigung erarbeitet worden", teilte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Freitag mit. Es geht um weltweite Überkapazitäten bei der Stahlproduktion, die nach früheren Branchenangaben zu einem großen Teil aus China stammen.
Der stellvertretende US-Handelsbeauftragte Jeffrey Gerrish kritisierte, der bei den Beratungen in Paris verabschiedete Bericht werde nichts dazu beitragen, die Ursachen des Problems zu lösen. Vertreter der G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie weitere Staaten aus der Industrieländer-Organisation OECD hatten dort am Donnerstag den Willen bekundet, weiter an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Sie hätten die "Notwendigkeit" anerkannt, "Schritte zu ergreifen, die zu einer weiteren Reduzierung von Kapazitäten führen", hieß es in einer Mitteilung.
"Es ist sehr wichtig, dass wir einen Konsens erreicht haben", erklärte der argentinische Handelsstaatssekretär Miguel Braun, dessen Land derzeit den G20-Vorsitz innehat. Dies sei im gegenwärtigen globalen Kontext ein sehr positives Signal. Das Thema spielt eine Rolle bei den Spannungen in der Handelspolitik. US-Präsident Donald Trump hatte im ersten Halbjahr Strafzölle auf Stahl-Importe verhängt.
Die G20 hatten sich bereits 2016 auf ein "globales Forum" zum Abbau der Überkapazitäten beim Stahl verständigt, an dem sich 33 Staaten beteiligen. Der nun verabschiedete Bericht des Forums enthält der G20-Mitteilung zufolge erste Schlussfolgerungen zu einem Prozess, mit dem etwa Subventionen identifiziert werden sollen, die zu Überkapazitäten beitragen. Beim G20-Gipfel in Buenos Aires (30. November bis 1. Dezember) soll der Bericht den Staats- und Regierungschefs vorgelegt werden./sku/DP/tos