Mobiltelefone machen unser Leben hektischer – oder? Eine neue App beweist, dass auch das Gegenteil möglich ist: Mit geleiteten Meditationen und Achtsamkeitsübungen führt sie den Nutzer sanft und effektiv ins Hier und Jetzt.
Einfach mal kurz innehalten, tief durchatmen und sich ein paar Minuten nehmen, um wieder zu sich selbst zu finden – wem würde das im Alltagsstress nicht gut tun? Doch gerade, wenn Termine und Erfolgsdruck an ihnen zerren, schalten viele Menschen auf Autopilot und vergessen dabei das eigene Wohlbefinden. Ein Leben im Hamsterrad, das krank machen kann.
Die Achtsamkeits-App hilft dabei, achtsamer mit sich selbst umzugehen und mithilfe kurzer Pausen zur eigenen Mitte zurückzufinden. Die Funktionen sind ebenso einfach wie effektiv: Je nach Wunsch ertönt zu festgelegten Zeitpunkten oder per Zufallsfunktion gesteuert, der Gong einer Klangschale – und lädt zu einem kurzen Ausstieg aus dem Alltag ein.
„Es gibt geführte Achtsamkeitsübungen, bei denen meine Stimme zu hören ist, wahlweise kann man sich auch durch Klänge in der Meditation begleiten lassen. Oder man erhält eine sogenannte Achtsamkeitsnachricht, etwa den Tipp, tief durchzuatmen oder die gegenwärtige Tätigkeit bewusster wahrzunehmen“, erklärt der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Marc Loewer, der die deutschsprachigen Meditationen der Achtsamkeits-App anleitet (und der auch Dozent in unserer MBSR-Lehrer-Ausbildung ist :o)
Zentral ist in seinen Augen die Alltagstauglichkeit der Achtsamkeits-App: „Die Länge der Meditationen ist individuell einstellbar, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.“ Um religiöse Inhalte gehe es nicht: „Wir verwenden altbewährte Techniken in einer säkularisierten Form.“
In Skandinavien, wo die Software der App entwickelt wurde, ist deren Anwendung bereits ein Erfolgsmodell. Inzwischen ist sie in zahlreichen weiteren Ländern zu haben: Weltweit gibt es bereits über 500.000 Nutzer der Achtsamkeit-App. In Deutschland, wo die App zunächst nur über iTunes zu haben war, sind es bereits über 50.000. Die Zahl dürfte nach oben gehen, Inzwischen gibt es auch eine Android-Version für die Anwendung auf allen Smartphones.
Doris Kirch
DFME Deutsches Fachzentrum für Stressbewältigung,
Achtsamkeit und Persönlichkeitsentwicklung