Die Kostenfalle der Gewerbe- und Verkaufsräume

Wer hat eigentlich schon mitbekommen, daß man für die Gewerbe- und Verkaufsräume keinen Cent an Gegenleistung erhält?

Einst erblich belastet mit der heimischen Gastwirtschaft, für deren Übernahme ich geplant war, setzte ich mich im Verlaufe einmal konkreter mit diesem Sachverhalt auseinander. Als Kriterium ergab sich mir, daß ich mich damit konfrontiert sah, daß sich für die Gewerberäume gegenüber den anliegenden Ferienwohnungen keinerlei Einnahmen für die Räumlichkeiten ergaben, im Gegenteil sogar, denn sie bereiten Kosten. In Erwartung stand, daß ich meine Leistung dort einbringe, jedoch ergab sich mir daraus keinerlei wirtschaftlichen Sinn, denn hieraus ergibt sich ein Verhältnis, in welchem über die reine Leistung und den Handel überhaupt erst einmal die Kosten bestritten werden müssen, um die Gewerberäumlichkeiten zu finanzieren. Zwar handelt es sich hierbei um Eigentum, jedoch ergibt jegliches Errechnen ein minderungsbemittelndes Verhältnis.

Dieses Verhältnis verdeutlichte sich mir vor allem darüber, daß ich zwischenzeitlich anderweitig Gewerberäume gepachtet hatte, zur Betreibung meines eigenen Geschäftswesens. Über diesen Vergleich ergab sich mir auch der entsprechende Verlust, welcher einem als Eigentümer entsteht, wenn man sich in seinen eigenen Gewerberäumen befindet. Als Bindeglied ergab sich mir das Verhältnis der Ferienwohnungen zuhause, worin man effektiv, wie auch der Verpächter der Gewerberäume einzig für diese auch einen entsprechenden Gegenwert erlangt.

Verzwickte Sache, denn wie auch immer man es dreht, außer im Falle, wo die Gewerberäume auch effektiv einen Gegenwert einbringen, bedeuten diese einzig Kosten.

Es war an sich keine neuerliche Erfahrung, sondern ich hatte mich schon viele Jahre mit den diversen Geschäftsverhältnissen beschäftigt. Betrachtet man hierzu einmal die Weite der Verhältnisse, so kann man daraus ersehen, daß immer mehr Geschäftsräume nicht mehr von den Eigentümern, sondern von Pächtern betrieben werden, was man vor allem in den Städten beobachten kann. Hier steht kaum noch jemand in seinem eigenen Laden. Pächter und vor allem wechselnde Pächter und leerstehende Räume werden immer mehr zum Alltagsbild.

Was hat es damit auf sich?

Wer kennt es nicht, die Fernsehserie des königlich bayerischen Amtsgerichts. Ist jemandem schon einmal aufgefallen, daß der Wirt immer nur am Tisch sitzt und am frühstücken ist und seine einzige Geschäftshandlung sich aufweist über Entscheidungen, welche von seinem Personal erfragt werden?

DAS hat sich verändert und daraus zog ich auch meine Schlüsse und entstand auch mein heimisches Angebot. Einst hatten nämlich einzig die Mitarbeiter die Arbeitsleistungen erbracht und nicht der Eigentümer/Chef. Und wer denkt, dies sei heute unmöglich anzuwenden, der schaue doch einmal in die Unternehmensformen, welche gar keinen Inhaber beinhalten und einzig aus Mitarbeitern bestehen - die sogenannten GmbH's und CoKG's.

Was sich geändert hat ist, daß Mitarbeiter nicht (mehr) die Last der Gewerberäumlichkeiten aufbringen, insofern sie in einem inhabergeführten Unternehmen tätig sind. In diesem Fall wird dies einzig dem Inhaber aufgebürdet, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn man sich einmal umschaut, wird man ersehen, daß in vielen solcher Unternehmen die Inhaber sehen müssen, wie sie zurecht kommen, was auch weitläufig mehr schlecht als recht stattfindet, hingegen den Mitarbeitern ihr Einkommen 'vorzugsweise' gesichert ist.

Ich hatte einst auch einmal verbreitet, daß ich mein familiäres Gewerbe bereit wäre zu betreiben, mit der Vorgabe, daß ich das Gewerbe und die Räumlichkeiten plus Inventar zur Verfügung stellen würde und andere sich darin ihr Einkommen verschaffen können und daß ich für diese Bereitstellung 'meinen Anteil' dafür erhalte.

Man wird es sich denken können.

Man hatte mich ausnahmslos ausgelacht ;)

P.S.: ;) bedeutet: wer zuletzt lacht, lacht am besten :)