Die persönliche Haftung der Mitarbeiter

'Herr Lenau, wie kann es sein, daß sie sich den Anweisungen ihres Chef's widersetzen' fragte mich einst einmal ein Bezirksleiter bei einem Meeting.

Eine Antwort hatte er nicht erhalten, denn er platzte mir geradewegs in die Erläuterung diverser Mißstände hinein, gemäß dem ich seine Mißachtung mit einer ebensolchen erwiderte. Vor allem bestand gerade darin das Misere an der Arbeitssituation, daß sich meine Vorgesetzten als jeweiliger Chef des Unternehmens aufspielten, obwohl sie genau so wie ich Mitarbeiter sind. Gravierend war, daß sie eine statuierte Stellung postulierten, ohne über die ausführungstechnischen Fachkenntnisse zu verfügen. Somit wurde es mir unmöglich, den Anforderung meines Vertragsverhältnisses mit meinem Arbeitgeber zu entsprechen.

Ich möchte hierzu einmal auf das Regularium im Amtswesen hinweisen, denn hierüber erfährt man in aller Klarheit, wie es sich darin verhält. Und wer denkt, das sei dort anders, der täuscht sich. Gerade darin besteht nämlich das weitläufige Mißverhältnis in diversen Unternehmensinfrastrukturen. Der Unterschied besteht darin, daß dort sämtliche ausführungtechnischen Belange per Gesetz und Verordnungen niedergeschrieben präsent sind, wohingegen es der Unternehmen dessen entbehrt und auch nur Fragmentarisches anzutreffen ist (stattdessen implementiert man gegenwärtig Compliance ;).

Die diversen Regularien für Unternehmen stehen nämlich ebenfalls in der Gesetzgebung, jedoch gibt es einen elementaren Unterschied, denn im Amtswesen gibt es eine Verordnung welche vorgibt, daß der Beamte sich selbst informieren muß über seine Aufgaben, was somit auch einschließt, daß er nicht präsent Verfügbares sich auch selbst verschaffen muß. Ein elementarer Bestandteil, der gar noch wesentlicher ist, als man sich zunächst vorstellt, denn darüber reguliert sich das Gesamtwesen von innen heraus eigenständig von selbst und findet seine anwendungstechnische Umsetzung.

Hinzu kommt ein weiterer elementarer Bestandteil, worin die Haftung des Amtswesen sich auf dessen vorgegebenen Reglements selbst beschränkt. Insofern somit eine Haftungsforderung auftritt, welche auf einem Handeln eines Mitarbeiters beruht, worin dieser den Vorgaben nicht entspricht, haftet dieser selbst für den aufkommenden Schaden.

Der Punkt ist, daß es sich in beiderlei Verhältnissen gar nicht anders verhält, sondern es einzig einen ausführungstechnischen Unterschied gibt, denn beides unterliegt gleichermaßen den rechtlichen Regularien. Wie ich jedoch erfahre, schaut man leider nur in die Richtung, wie andere Unternehmen ihre Infrastrukturen handhaben und kopiert von dort die Belange, anstatt in Richtung der Rechtsverhältnisse zu blicken. Was dem fehlt ist, daß man die Rechtsverhältnisse bei sich selbst in Anwendung bringt, dann räumt es das Erforderliche von innen heraus auf über das haftungsbegründete Handlungswesen.