Die spiegelverkehrte Inflation

In der Betrachtung der Märkte verdeutlicht sich mir, daß man hierin einen wesentlichen Sachstand übersieht. Man beachtet hierin nämlich einzig das Inflationsverhältnis des Geldes in der einseitigen Inbetrachtnahme dessen als Zwischenhandelsprodukt, worin einzig der Preis von Waren ermessen wird.

Hierin findet darüber hinaus vor allem jedoch nicht Beachtung, daß im Handel andere Verhältnisse bestehen. Und somit auch nicht, was dies zur Folge hat in einem derartigen Wirtschaftsverhältnis, worin sich der Handel derart ausgebreitet hat, sodaß regelrecht kein solcher mehr stattfindet, ohne daß zwischen dem Erzeuger und dem Verbraucher ein solcher steht.

Sachstand beim Handel ist nämlich gegenüber dem regulären Verhältnis, worin das Geld das Zwischenhandelsprodukt ist, daß darin ein Umkehrverhältnis besteht, indem darin die Ware das Zwischenhandelsprodukt ist. Was für die Erzeuger und Verbraucher das Geld ist, ist den (Zwischen-)Händlern die Ware. Und so, wie es für Erzeuger und Verbraucher unwesentlich ist, welches Geld sie in Händen halten, so ist es für die Händler auch unwesentlich (geworden!), welche Ware sie in Händen halten. Einzig der Maßstab ist gleich, nämlich inwiefern es sich umsetzen läßt.

Klingt verwirrend? Ist es auch, wenn man sich nicht die Details vor Augen führt.

Hierzu gilt zu bedenken, daß der Erzeuger gebunden ist an sein Leistungsspektrum und andererseits hierin das reguläre Geldwesen Bestandteil ist, worin ein Austausch stattfindet von Leistung gegen Geld. Gleiches gilt für den Verbraucher, welcher an seine Bedürfnisse gebunden ist und hierin ebenfalls ein Austausch stattfindet von Geld gegen Leistung.

Betrachtet man dem gegenüber den dazwischen stehenden Handel, so steht hierin auf beiden Seiten dessen das Geld! Auf der einen Seite gibt man Geld für Produkte hin und erhält auf der anderen Seite Geld für diese Produkte. Aufgrund dessen ergibt sich auch, daß hierin die Ware das Zwischenhandelsprodukt ist.

Wie ich ersehe, geht man hierin von dem Grundsatz der Leistungserbringung des Handels aus und ersieht somit diesen Aspekt nicht. Hierin erscheint es somit auch derart, daß auf der einen Seite Geld gegen die Leistung und auf der anderen Seite die Leistung gegen Geld ausgetauscht wird. Hierbei bedenkt man jedoch nicht das monistische Verhältnis darin, vor allem auch nicht im Bezug auf das Handelsverhältnis.

Insofern nämlich Erzeugnisse und Nachfrage in einem derartigen Übermaß an Präsenz auf beiden Seiten besteht, ergibt sich daraus auch ein dementsprechendes Überangebot für den Handel, sodaß dieser sich heraussuchen kann, worüber dieser sein Geld umsetzt. Kommt noch hinzu, daß insofern sowohl Erzeuger und Verbraucher generell keinen Direktverkehr betreiben, darüber auch dem Handel gänzlich überlassen wird, was dieser umsetzt.

Letztendlich führt dies dann auch dazu, daß der Handel nicht nur darüber bestimmt, welche Produkte hierin zur Anwendung gelangen, sondern hierüber bestimmt sich vor allem auch der Preis derer. Regulär! Sachstand ist dem gegenüber jedoch, daß es darin Grenzen der Umsetzung gibt, welche dies einschränken, nämlich über das reguläre Angebot-Nachfrage-Verhältnis.

Und hier kommt dann auch mein eigentlicher Input, denn wie sich mir darlegt, so ersehen alle nur den weitläufig stattfindenden Qualitätsverfall des Angebotes des Handels, nicht jedoch, was dahinter steckt. Tatsächlich handelt es sich nämlich dabei um einen Werteverfall des Geldes, denn auch das Geld umzusetzen kostet immer mehr Geld. Die Grenzen, die dem Handel über das Angebot-Nachfrageverhältnis für die Preisgrenze sorgt, überwindet dieser über die Minderung der angebotenen Produktqualität. Es werden minderwertigere Produkte vertrieben, worüber sie die entstehende Differenz auszugleichen suchen.

Grob ausgedrückt, wird hierin zunächst statt Butter und Margarine nur noch Margarine vertrieben, jedoch verändert sich darüber nicht der Preis der Margarine, sondern es wird nur etwas anderes vertrieben. Hierin geht jedoch bereits der Preisvergleich verloren, über welchen man die Wertigkeiten ermißt. Gravierend und auch unermeßlich wird es jedoch, wenn statt der Margarine etwas anderes vertrieben wird, was noch nicht einmal mehr (dem Ersatz der Butter,) der Margarine entspricht. Dessen Wertigkeit wird nämlich im 'Geldwert' gar nicht ermessen, sondern einzig die Butter und Margarine.

Nun, man wird dies wohl als eine 'versteckte Inflation' erachten, jedoch ersehe ich, daß es hierin grundsätzlich an 'Sprachgebrauch' fehlt, um dieses Verhältnis überhaupt zum Ausdruck zu bringen, denn generell fehlt es des Bewußtseins dafür, daß wir über den Handel mit einem solchen 'Unkehrverhältnis' überhaupt konfrontiert sind.

P.S.: ich möchte hierzu auch einmal das Puzzleteil aufzeigen, welches mir letztendlich als solches die Erkenntnis über das Gesamtbild vor Augen führte. Es handelt sich hierbei um einen Beitrag von Dr. Peter Kreuz über das 'Substraktionsgeschäft' (wenn Unternehmen den Mehrwert ihrer Produkt kontinuierlich reduzieren - https://www.xing.com/news/insiders/articles/sagespane-mit-erdbeergeschmack-1871665). Eine faszinierende Wortschöpfung, welche den Nagel auf den Kopf trifft. In seinen Musterbeispielen geht es unter anderem darum, daß bei der British Airways der Sitzabstand auf 73,66 cm reduziert wird.