Es ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, der Versuchung zu unterliegen. Aber es ist das Dilemma mit der Sache, welches einem in den Wahnsinn treiben kann. Hierbei treten nämlich das instinktive (unterbewußte) und geistige (bewußte) Verhältnis aufeinander und führt hier und da zu gewaltigen Zerreißproben, wenn man nicht erfahren ist, mit dem Umgang damit.
Wie hält man dies zum Erlernen des Umganges damit spezifisch auseinander?
Komplizierte Sache, denn in erster Linie gilt es bezüglich der Versuchung zu klären, inwiefern es einem sinnlich oder sachlich berührt, denn unser unterbewußtes Verhältnis ist vor allem eine Sache der Sinnlichkeit und das Geistige maßgeblich eine der Sachlichkeit.
1. Beispiel:
Heute morgen bin ich einer Frau in einem Amt begegnet, mit welcher ich schon einmal zuvor woanders eine kurze Unterhaltung hatte und bei mir Interesse entstand, diese näher kennen zu lernen. Während der Unterhaltung im Amt kam in mir das Bedürfnis auf, etwas für ein näheres Kennenlernen zu arrangieren. Zur gleichen Zeit jedoch wurde mir ihr Namensschild auf der Bluse bewußt und mir kam der Gedanke, daß das danebenstehende Pärchen arbeitstechnisch zu ihr gehörte. Somit beendete ich nach einem kurzen Smalltalk die Unterhaltung und begab mich verabschiedend zu dem Büro, wo ich hin mußte.
Der sinnlichen Versuchung habe ich somit sachlich widerstanden, um dies auf eine auch sachlich passende Gelegenheit zu verschieben.
2. Beispiel:
Seit einem 3/4 Jahr engagiere ich mich, um ein spezifisches Projekt auf kommunaler Ebene einzubringen, da ich darüber ein gewisses Breitenspektrum meines Potentials umsetzen kann. Beständig ergeben sich setidem neue Aspekte, welche mich der Sache näher bringen. In meinem Umfeld gibt es jedoch gleichzeitig einige, welche mich in eine andere Richtung drängen, mit dem Argument der Sicherheiten, was ich jedoch beständig abgelehnt habe. Am Dienstag hatte ich den ersten Handschlg erhalten, mich aktiv in den Bereich dessen einzubringen, worum es in meinen Bemühungen geht.
Der sinnlichen Versuchung habe ich mich hingegeben und die Sachlichkeit in den Hintergrund gestellt, denn die Erfahrenheit mit den Dingen überträgt sich auch auf das instinktive (sinnliche) Händling und somit konnte ich im Werdegang bereits die Erfolgsaussichten nicht nur abschätzen, sondern damit verbunden auch forcieren.