Dringender Klärungsbedarf im Interesse der Patientensicherheit: Titandioxid in Parkinson-Medikamenten

DOPANET® fragt exklusiv bei Herstellern an

Bei der Herstellung von Parkinson-Medikamenten werden immer Füll- und Hilfsstoffe eingebracht, teilweise zur Haltbarmachung, teilweise zur Strukturierung der Abgabemengen der Wirkstoffe, teilweise zur Designgestaltung und aus weiteren Aspekten.

Es ist unstrittig, dass die Parkinson-Krankheit eine ursächliche Verbindung zu Geschehnissen im Darm hat. Unzählige wissenschaftliche Studien und Publikationen gehen auf dieses Thema ein, ja, es gibt Aussagen führender Wissenschaftler, die zusammenfassen: Parkinson entsteht im Darm.

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit hat in einer aktuellen Stellungnahme den schon lange umstritteneren E-Stoff E171 - Titandioxid - als „nicht sicher“ eingestuft. Titandioxid ist eine Substanz, die u.a. Lebensmittel in strahlendem Weiss erscheinen lässt oder farbliche Glättungen bewirkt. Es kommt beispielsweise in Lebensmitteln wie Mayonnaise, in Mozzarella oder auch in Kaugummis als Färbemittel zum Einsatz.

Titandioxid kommt auch in Medikamenten zum Einsatz. Und hier entsteht ein signifikanter Klärungsbedarf, u.a. bei von Parkinson-Patienten täglich mehrfach einzunehmenden Levodopa/Benserazid-Präparaten. So ist explizit in dem Präparat MADOPAR (Zulassungsnummer 16.548) ausweislich der Gebrauchsinformation vom 14. Juli 2020 unter Punkt 6 "Titandioxid E171" enthalten. Eine Mengenangabe ist auch bei gründlichster Recherche nicht zu ermitteln.

Es gibt kaum einen Parkinson-Patienten, der dieses Produkt nicht kennt und einnimmt.

Bereits im Jahre 2019 wurden in einer Studie die möglichen Risiken von Titandioxid genauer beleuchtet. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Nanopartikel des Titandioxid mit den Bakterien des Darms interagieren. Die Darmfunktion wird beeinträchtigt und es können entzündliche Darmerkrankungen entstehen. Kaum ein Parkinson-Patient kennt das Problem nicht, Darm- bzw. Verdauungsbeschwerden begleiten Betroffene fortlaufend. Ausserordentlich beunruhigend ist, dass man zwar mit Lebensmitteln oder Medikamenten jeweils mutmasslich nur sehr wenig Titandioxid aufnimmt, dass dieses jedoch im Körper angesammelt wird. Eine im Jahre 2016 durchgeführte Studie hatte bereits den Blick auf das genetische Erbmaterial von Zellen gelenkt und Erbgutschädigungen nicht ausgeschlossen.

Die CDU-Politikerin und Bundesministerin Julia Klöckner hat unlängst ein Ende der Zulassung und des Gebrauches von Titandioxid innerhalb der Europäischen Union gefordert und erklärt: „Im Sinne des Vorsorgeprinzips muss die EU-weit geltende Zulassung für Titandioxid zurück genommen werden. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Lebensmittelzusatzstoff erbgutschädigend wirkt“, sagte die Ministerin.

DOPANET® ist ein privat initiiertes Wissens- und Kommunikationsformat. Wir fordern die Herstellerwirtschaft auf, uns darzulegen, welche Auswirkungen der Einsatz des Titandioxid bei Parkinson-Patienten bewirkte und weiter erwarten lässt. Wir fordern eine Erklärung, warum dieses Produkt bei der Herstellung von Levodopa-Präparaten Einsatz findet. Wir fordern die Herstellerwirtschfat auf, den Nutzen und eventuellen Zusatznutzen von Titandioxid in Parkinson-Medikamenten zu erläutern. Zugleich fordern wir die Zulassungsbehörden und den G-BA auf, die Unsicherheit des Einsatzes von Titandioxid im Zusammenhang mit der Inverkehrbringung der Parkinson-Medikamente zu erläutern.

Wenn ein nationales Ministerium im Interesse der Verbrauchersicherheit einen Vorstoß auf EU-Kommissions-Ebene unternimmt, kann das Problem nicht marginal sein. Wir möchten im Interesse der Patientensicherheit um kurzfristigste Stellungnahmen und Publikation bei DOPANET bitten.

Berlin, den 12. September 2021

Joachim Maurice Mielert

©DOPANET® Wissen & Kommunikation

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