Ich gebe zu, als ich als Berlinerin den Begleittext zum Film (gedreht in Hamburg) nur las in der Beschreibung, liefen mir als Mensch die Tränen. Etwas beruhigter war ich , als ich dann als Soziologin lesen durfte in den Aussagen der männlichen und weiblichen "Sammler", dass sie es einerseits zwar tun, um ihre geringen Bezüge aufzubessern.
Der Hauptgrund des Sammelns jedoch ist der Wunsch, wieder Teil zu sein der Gesellschaft. Denn wie sagt Nicole: "Armut macht unsichtbar."
Das machte mich nochmal betroffen.
Eigentlich müßte ich dann als Hartz IV-Empfängerin und Wiedergründerin mit aktuell 418€ + 291€ (Gründungszuschuß) auch unsichtbar sein. Bin ich nicht, denn ich habe mich mit meinem "Grün Sparen macht Spaß!"- Trainingskonzept und einem neuen, veränderten Mindset entschieden, dass ich gerne mit wenig lebe. Und anderen als Beraterin zeigen möchte, wie das möglich ist. Mit sozialen Kontakten und einem Lachen im Gesicht.
Was ich jedoch gemeinsam habe mit den tollen Menschen mit kleinem Geldbeutel, von denen es immer mehr werden: wir teilen gerne! Und das ergriff mich besonders, weil es mich an einen "Versuch" zur Weihnachtszeit in Berlin erinnerte: zwei Schauspieler verkleidet als Maria und Josef fragten nach einer Herberge und zu Essen. In Zellendorf gab es nichts. In Neukölln viel.
DAS ist schönund schade. Doch es zeigt: Weniger ist mehr. In jeder Hinsicht.
https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-die-pfandjaeger-100.html