Handelsethik und Pharma

„Gesundheit ist ein hohes Gut“ - sagt man! Wer irreversibel erkrankt ist, weiss nur allzu gut, welch manifeste Aussage in dem Satz steckt. Palliativ-Patienten sind eine im Hinblick auf Wertschöpfungsanalysen von Pharma-Werten ausserordentlich sensible Leserschaft.

Vom Wesen der Krankheits- bzw. Gesundheitswirtschaft und der Taktung ehrlicher Sprache wurde viel geschrieben und noch viel mehr verschwiegen. Die „#Gesundheitswirtschaft“ gibt es nur bedingt, denn an der Krankheit wird Geld verdient. Dass es eigentlich „#Krankheitswirtschaft“ heissen müsste, sich dann aber irgendwie hässlich anhört, ist selbsterklärend.

Krankheit generiert ausserordentliche #Wertschöpfung. Die Märkte sprechen von „Hypes“, Börsenmakler jubeln, Anleger tragen Erspartes zu den Investmentgesellschaften, kaufen Fonds und ETF´s und streicheln sich ursachenvergessen die Bäuche. So geschieht es dieser Tage auch im Nachgang zu „hoffnungsgebenden“ Nachrichten von Phase-3-Studien um die Wirksamkeit eines Medikamentes gegen das Vergessen. Drei große Pharma-Player machen gerade das Rennen um ein Medikament, das die #Alzheimer-Krankheit lindern soll.

„Lindern“ ist ein signifikanter Wert. Er darf nicht den Blick verstellen, dass „Heilen“ etwas ganz anderes ist. Einerseits ist es phantastisch, wenn zu Patienten gewordenen, ehedem gesunden Menschen Schmerzen genommen oder Schritte zur Rekonvaleszenz ermöglicht werden. Für den Betroffene ist es ein Fest, wenn ihnen der Alltag erleichtert wird. Die wirkliche Gesundung des Patienten jedoch ist eine komplexe Angelegenheit, denn dann entfällt die #Wertschöpfungsgrundlage für den Player im Pharma-Markt. Am gesunden Menschen ist nichts zu verdienen im Reich der Pillendreher und derer Financiers. Was also tun?

Vielleicht hilft „#Handels-#Ethik“ und das Bewusstsein, dass bei der Tiefe von heute verfügbarer, wissenschaftlicher Erkenntnis um die Funktionsweisen des Lebens eigentlich die „Heilung“, die wirkliche und echte und ehrliche „Überwindung“ einer Krankheit den Lohn erst wert ist. Mitnahme-Effekte aus „gehypten“ Kurssprüngen sind ethisch nur sehr bedingt vertretbar.

Die Alzheimer-Patienten bleiben leider krank, auch wenn nun eine Pille gegen das Vergessen erfunden wurde. Der Leidensdruck, den Palliativ-Patienten tag-täglich erleben, bleibt…!