Mich stört, wie wir alle, die sich hauptberuflich mit dem Beharrungsvermögen des deutschen Gesundheitswesens auseinandersetzen, unsere Ungeduld nur noch genervt zur Diskussion reichen.
Die gesamte Szene rutscht ab in Zynismus und Polemik. Empörung überall. Mal sind die Ärzte schuld, dass sich nichts bewegt. Dann werden von selbigen die Patienten schlecht gemacht, weil sie sich neuerdings nicht mehr so verhalten, wie das System es von Ihnen erwartet. Studien belegen, dass Krankenversicherungen den Anschluss verpassen und mutmaßlich von Google und Amazon bedroht werden. Krankenhäuser sind nach Auffassung meiner Mitstreiter quasi durch. Reparaturanstalten am Rande der Gesellschaften.
Sind Sie auch beim 7. Bayerischen Tag der Telemedizin? Ich würde gern mal persönlich mit Ihnen über diesen - wahrscheinlich für viele überraschenden - Beipackzettel diskutieren. Falls nicht, nutzen Sie doch gern die Gelegenheit, hier oder in den angeschlossenen Sozialen Netzwerken Ihre Meinung zu sagen. Drüben auf XING News habe ich diese Gedanken ebenfalls veröffentlicht. https://healzz.link/normative-empoerung
Wie komme ich darauf In letzter Zeit habe ich besonders viele Texte geschrieben. Das waren Texte zur internen, ganz persönlichen Entwicklung im geschäftlichen Sinn. Tagebuch, aber auch Fachbeiträge und Aufsätze für Blogs, Fachmagazine und Bücher waren dabei. Und wissen Sie was? Ich kann es nicht mehr hören. Ich bin von mir selbst empört. Bei aller konstruktiven Schreibweise. Ich lese zwischen den Zeilen meine eigene Gereiztheit. Und dann habe ich mich mal umgesehen. Hier in der Gruppe, auf Twitter sowieso. Bashing mit dem Ziel, unser Gesundheitssystem todzuquatschen.
Als Autor kann ich dem inflationären Wort Digitalisierung kaum entgehen. Dieser Begriff setzt ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen voraus, das ich niemandem absprechen möchte. Doch scheint mir ein Grad der Entfremdung eingetreten zu sein, der es uns im Alltag von Gesundheitseinrichtungen und anderswo in der Gesundheitswirtschaft nicht mehr möglich macht, die nötige Sorgfalt aufzubringen, den schriftlichen Diskurs zu wagen.
Am schlimmsten empfinde ich tatsächlich den mangelnden Pragmatismus in der Lösungsorientierung derer, die etwas verändern wollen. Mich eingeschlossen.
Vielleicht ist alles zu komplex geworden. Vielleicht geht an der einen Stelle tatsächlich nichts, wenn sich an anderer Stelle nichts bewegt. Bei allem Mut und bei jeglicher Willenskraft. Kapituliert das deutsche Gesundheitswesen bereits?
Ich bin sehr interessiert an Ihren Überlegungen, was es braucht, die Errungenschaften unseres Gesundheitssystems - so tradiert sie auch erscheinen - zu erhalten, ohne dabei den Blick in Richtung Zukunftsmedizin zu verlieren. Wie bleibt Medizin unter dem Aspekt einer Digitalisierung des Gesundheitssystems menschlich oder wird sogar menschlicher? Wie lässt sich Zukunftsmedizin finanzieren? Vorschläge liegen zwar auf dem Tisch, werden aber im Diskurs zu wenig konstruktiv berücksichtigt.
Klar. Es geht nicht von heute auf Morgen. Aber was wäre der Weg, den Sie befürworten? Bitte. Ich erwarte keine komplexen Konzepte und Theorien, die sie an ihrem Lehrstuhl, den sie gar nicht haben, ausgebrütet haben. Ich bin interessant an pragmatischen Grundsätzen, die wir gemeinsam zusammentragen.
Inspirieren Sie mich für eine meiner nächsten Podcastfolgen. Ich bin außerdem noch auf vielen Veranstaltungen in diesem Jahr. Dort können wir uns treffen und mal persönlich ein paar Dinge besprechen. Vielleicht auch in einem kleinen, größeren Kreis. Das nächste Mal sehen wir uns beim https://healzz.link/7BTT. Später im Jahr gibt es noch den https://healzz.link/betablogr-HSK19 und zuvor im Mai triffst Du mich in Leipzig bei der Frühjahrstagung: Krankenversicherungen im Wandel. Aber zunächst freue ich mich auf Ihre Eingaben hier. Die https://healzz.link/xpomet ist zwar erst im Herz, kooperiert aber eng mit der von mir initiierten HEALZZ.community. Hier auf XING und unter #WEHEALZZ in vielen anderen Netzwerken.
Ärzten kann ich ein ganz besonderes Angebot machen. Anfang Juni 2019 diskutieren wir in Hamburg im Rahmen eines eintägigen Barcamps den Weg zur SmartPraxis. Nutzen Sie auch gern Mein Zeitgeschenk unter, um sich mit mir zu besprechen.