Jeder Mensch hat seine Geschichte, die sich aus vielen kleinen Geschichten zusammensetzt: Geschichten aus unserer Kindheit, Geschichten vom Erwachsenwerden, Geschichten unserer Berufsbiografie...
Das Erzählen ist so alt wie die Menschwerdung selbst. Indem wir unsere Erfahrungen weitergeben, tun wir etwas Existenzielles für uns und die Gesellschaft, in der wir leben.
Nicht umsonst gehören Traditionen und Ausdrucksformen des mündlichen Erzählens zum Immateriellen Kulturerbe. http://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe.html
Obwohl uns das oft nicht bewusst ist: das Erinnern und Erzählen sind die wichtigsten Handlungen für unsere Identitätsbildung und unser Selbstverständnis - als Person, als Gruppe und als Gesellschaft. Beim Erinnern und Erzählen entstehen innere Bilder, die mit Emotionen besetzt sind: Trauer, Angst, Wut, Verletzung, Scham - genauso wie Überraschung, Erfolg, Lobpreisung, Wertschätzung, Freude.
Wer diese Erfahrung in einer Gruppe macht (wie ich erst kürzlich bei einem "Erzählsalon" in Berlin), wird erfüllt von Lebendigkeit im Raum. Ich erinnere mich an das Gefühl einer stimmigen Runde und das Gefühl genährt zu werden durch die vielen Einblicke in fremde Leben. Ich nahm verwundert wahr, dass überproportional viele Journalistinnen im Raum sind, die nach einer neuen Perspektive suchen. Und ich verstehe besser, wie Geschichten Menschen befrieden können. Die vielen nicht erzählten Geschichten lassen Raum für Spekulationen und eine auf Herrschaft begründete Geschichtsschreibung.
Schaffen wir also Räume für die Erzählungen von Menschen, denen wir begegnen wollen und die uns wichtig sind. Mit unserer Einladung am 28.03.2018 - 19:00 Uhr https://www.xing.com/events/partizipation-geschichten-anekdoten-scheitern-gelingen-1926748 wollen wir einen kleinen Beitrag leisten zum Erinnern, zum Verstehen, zur Lebendigkeit unseres (beruflichen) Tuns.