Der 63. Tag der 99 Tage Challenge Neustart - Teil 2: Wiedereinstieg ist sehr klärend für mich. Heute schauen wir mal genauer hin bei all denen, denen es mir nach 78 Wochen AU und Ende des Krankengeldbezugs.
Nach meinem Ende des Krankengeldbezugs hatte ich ja 78 Wochen Zeit gehabt, mich in die neue Lebens- und Finanzierungsform rein zu finden. Und zusätzlich war bereits vor meinem Unfall nachhaltig Wirtschaften und mein späteres Grün-Sparen-macht-Spaß!-Trainingskonzept was schon Alltag für mich. Da war der "soziale und finanzielle Fall" auf Hartz IV nicht so tief. - Was mich aber mit den Beispielen in der Reportage wieder verbindet ist das Erstaunen, warum es "Wiedereinsteigern" trotz Wiedereingliederungsmodellen wie "Hamburger Modell" (siehe Impuls 60) so schwer gemacht wird durch den Zug der Schnelligkeit und Leistung im Arbeitsleben. Zeit geben scheint genauso schwierig wie Zeit haben ...
Der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben nach einer schweren Erkrankung ist schwierig. Die Beispielfälle sind diesmal Rainer, Sabrina und Katharina die alle nur noch eingeschränkt arbeitsfähig sind. Vollzeit geht nicht mehr.
Der Film zeigt ganz typisch deutsche Verhaltensweisen, wenn es um Arbeit und Krankheit geht. Sie wollen alle am Staat nicht zur Last fallen, wollen andere nicht belasten, sondern es selbst schaffen. - Wen sie als einziges schaffen mit einzubeziehen in ihre Situation ist die Familie und Partner. An die Sozialgemeinschaft zur Rettung wird nicht gedacht, da werden wie Rainer so schön sagt "die Ersparnisse aus dem vormal gut laufenden Unternehmen sind aufgebraucht ... schade, dass ich meine 3 Söhne nicht noch unterstützen kann wie mal geplant".
Sorry, nehmt es mir nicht übel, doch wie heißt es in der Bergpredigt so treffend: "Liebe deinen nächsten wie dich selbst". Doch die Deutschen vergessen gerade in den Situationen, in den denen es ihnen selbst schlecht geht, dass Nehmen mindestens so seelig ist wie Geben.
Mein Wunsch zum Schluß an dich, mich, euch: Sei auch beim Wiedereinstieg wieder mutig und hungrig. Geh weiter. Nimm auch staatliche Unterstützung in Anspruch. Es lohnt sich!