In eigenem Auftrag

Die Fragestellung, mit welcher ich mich gegenwärtig beschäftige ist, wie es sich damit verhält, als Person 'sich selbst' im Verhältnis seiner Selbständigkeit und somit seinem eigenen Unternehmen bzw. seiner freiberuflichen Tätigkeit einen Auftrag zu erteilen und diesen dem gemäß anderen in Rechnung zu stellen.

Ein solcher Sachverhalt ergibt sich aus dem Umstand, persönlich mit einem Umstand konfrontiert zu werden, welcher einen entsprechenden Leistungsaufwand bedingt, welcher weder von der Person als solches erbracht werden kann, da es des professionellen Händlings bedingt, wie auch die Leistungen als Person nicht in Rechnung gestellt werden können, da sie nicht als finanziell verknüpfte Leistung erachtet wird.

Ein Musterbeispiel wäre hierin der Rechtsanwalt, dem gegenüber sich als Person ein Rechtsbruchsverhältnis ergibt, dessen juristisches Handeln es bedingt, um den Sachverhalt juristisch zu klären. In dem Fall wäre dies klar, denn als Rechtsanwalt erhält dieser zwangsläufig seine entsprechende Vergütung.

In meinem Fall jedoch bin ich Analytiker und hierin besteht kein Regelwerk, aufgrund dessen ich dies gemäß eines Rechtsanwaltes in Anwendung bringen könnte.

Sachstand ist hierin, daß ich schon seit Jahren kontinuierlich mit Sachverhältnissen 'als Person' konfrontiert werde, die mich ja auch ursprünglich zum Analytiker haben werden lassen, dem gegenüber ich jedoch heute daran denke, dies zum generell Sachstand des Händlings werden zu lassen, indem ich meine Handhabe dem gemäß darauf einrichte. Meine Fragestellung ist somit zunächst einmal, inwiefern es dazu Regelwerke gibt, worüber ich das Meinige entsprechend einrichten könnte. Und insofern solche nicht bestehen, wie dies zu Handhaben wäre.

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Hierzu einmal § 181 BGB - Insichgeschäft: > Ein Vertreter kann, soweit nicht ein anderes ihm gestattet ist, im Namen des Vertretenen mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten ein Rechtsgeschäft nicht vornehmen, es sei denn, dass das Rechtsgeschäft ausschließlich in der Erfüllung einer Verbindlichkeit besteht. Und auch einmal eine Erklärung: > Ein Insichgeschäft liegt bei Vertragsschlüssen dann vor, wenn der Vertreter auf beiden Seiten tätig ist, indem er entweder selbst Vertragspartei ist und zugleich den anderen Vertragspartner vertritt (sog. „Selbstkontrahieren“) oder indem er auf beiden Seiten als Vertreter der Vertragsparteien (sog. „Mehrvertretung“) auftritt. Ein relatives Verhältnis meines Belanges trifft man in nachfolgenden Beispiel an, worin jedoch die Person Mitarbeiter ist (geschäftsführender Gesellschafter) und der GmbH (die juristisch eine Person ist) gegenüber steht. Hier ist tatsächlich jedoch die Person nicht identisch!!! > Der (Gesellschafter-) Geschäftsführer einer GmbH (GGF) kauft für die GmbH ein Grundstück, das ihm selbst gehört. Hier wird ein Grundstückskaufvertrag abgeschlossen, bei welchem tatsächlich lediglich eine Person auftritt. Bei dieser Gesetzmäßigkeit geht es um die Unrechtmäßigkeit einer solchen, dem gegenüber somit wenn, dann Ausnahmen in Betracht zu ziehen wären: > Ein Insichgeschäft ist dann gültig: 1. Dem Vertreter ist das Insichgeschäft gestattet worden. Die Gestattung kann auf Gesetz oder Rechtsgeschäft beruhen. 2. Das Rechtsgeschäft besteht ausschließlich in der Erfüllung einer Verbindlichkeit. 3. Die Vorschrift ist auch dann nach ihrem Normzweck unanwendbar (teleologische Reduktion),wenn das Insichgeschäft dem Vertretenen lediglich einen rechtlichen Vorteil bringt. Hier ist ein Interessenwiderstreit ausgeschlossen, Belange Dritter werden nicht berührt.
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Eine "Deckungsgleichheit" (nicht: Identität) von GGF und GmbH besteht übrigens nur dann, wenn der GGF Allein-Gesellschafter ist. Zwischen GGF und GmbH gibt es regelmäßig einen Vertrag, nämlich den Geschäftsführungsvertrag (einschließlich Geschäftsführergehalt). Bei allen anderen Rechtsgeschäften (aber auch bei der Höhe des Geschäftsführergehalts) spielen die Belange von Dritten durchaus eine Rolle: In Frage kommen dabei insbesondere 1. weitere Gesellschafter 2. das Finanzamt 3. eventuelle (weitere) Gläubiger.