Derzeit arbeite ich an meiner Magisterarbeit mit dem Thema:
„Unternehmenskommunikation – Was leistet die Phonetik?“.
In meiner Arbeit vertrete ich die These, dass sich ein phonetisch motiviertes Sprechtraining, welches sich insbesondere den Erfordernissen der Unternehmenskommunikation widmet und über einen längeren Zeitraum durchgeführt wurde:
• die phonetische Ausprägung einer Stimme verändern kann,
• die stimmlichen Veränderungen eine positive Wirkung haben.
Hierzu werden Ergebnisse von kurzeitigen Seminaren und Langzeitstudien vorgestellt. Es werden phonetische Parameter vor und nach einem mehrtägigen und einem über mehrere Monate durchgeführten Sprechtraining gemessen, die bekanntermaßen mit bestimmten Sprechwirkungen verbunden sind. Für den Fall, dass sich ein messbarer Effekt zeigt, wird durch anschließende Perzeptionstests überprüft, ob die stimmliche Veränderung ebenfalls eine verbesserte stimmliche Bewertung nach sich zieht. Dabei wird zwischen Kurzzeitseminaren und Langzeitseminaren getrennt und die Art der jeweiligen Veränderung einzelner Parameter bestimmt.
Als Basis für interne Unternehmenskommunikation nutze ich Literatur, die sich systemtheoretischen Ansätzen bedient, die auf Niklas Luhmann zurückgehen. Diese Ansätze eigenen sich besonders gut dazu, Organisationsstrukturen und deren Zusammenhänge zu erklären. Dabei ist für meine Untersuchung besonders wichtig, das System der Führungsebene und der Personalebene herauszustellen und deren Zusammenhang zu verdeutlichen. Luhmanns Systemtheorie behandelt dabei den Begriff Kommunikation, auch aus sprachlicher Sicht, sehr umfassend und lässt sich hervorragend für diese Arbeit anwenden. Bisherige Recherchen bestätigten, dass sprachliche Kommunikation als äußerst wichtiger Teil der internen Kommunikation angesehen wird, aber es keine hinreichenden Untersuchungen zu diesem Thema gibt. Ausgedehnt wird die Arbeit auf den Bereich der Führungskräftetrainings und wie man Stimmtrainings sinnvoll einsetzen kann. Dabei ist es wichtig, systemisch zu denken, um die Komplexität zu verdeutlichen und das Machbare aufzuzeigen..
Im zweiten Abschnitt meiner Arbeit werde ich auf den Begriff Stimmqualität eingehen. Hierbei dient mir Literatur von John Laver, der den Setting-Begriff einführt und erklärt, welche Wirkung einzelne Settings auf Stimme haben und wie diese dann auf andere Personen wirken. Die Settings von Laver dienen in dieser Arbeit als Raster, welches ich über die bisherigen Kenntnisse aus Sprachtrainings legen werde. Dazu habe ich eigens ein Modell entwickelt, was sich auf anerkannte Fakten der Stimmforschung bezieht. Dies dient dazu, Stimmqualitäten wissenschaftlich einzuordnen und graphisch, durch empirische Ergebnisse, Veränderung der Stimme zu zeigen und zu belegen.
Die Erkenntnisse zur Wirkung verschiedener phonetischer Grundeinstellung, zum phonetischen Emotionsausdruck, zum sprachlichen Ausdruck innerhalb hierarchischer Gefüge oder zu phonetisch begründeten Problemen der interkulturellen Kommunikation können Kursen zur inner- und außerbetrieblichen Unternehmenskommunikation wichtige Impulse bieten. Des weiteren beleuchte ich damit das Gebiet der Führungskräftetrainings, welches um den Punkt des Stimmtrainings erweitert werden kann.
Meine Frage an Sie (Praktiker), wo sehen Sie Möglichkeiten für solch eine Thema am Markt und können Sie mich mit praktischen Einblicken in meiner Arbeit unterstützen?