Ist der aktuelle ECM-Ansatz noch zeitgemäß?

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Lieber Kollege Hamm, lieber Frank! Die Antwort auf die Frage "Istd er aktuelle ECM-Ansatz noch zeitgemäß" ist "ja & nein". Ja, weil bereits 2003 der Ansatz galt, daß ECM Enterprise Content Management ein Dienstekonzept ist, die als Infrastruktur die Handhabung von Content - strukturiert und unstrukturiert - unterstützen (z.B. 2003: http://de.slideshare.net/DRUKFF/ecm-whitepaper-2003kampffmeyer20040428; 2003: http://de.slideshare.net/DRUKFF/ecm-enterprise-content-management-dr-ulrich-kampffmeyer-universitt-hamburg-09122003). Nein, weil viele ECM nur reduziert betrachten - in Gestalt einer Art "Wanne" für Input, Verwaltung, Archivierung und Ausgabe von schwach und unstrukturiertem Content, die sich unter die eigentlichen Anwendungen schiebt. Schon immer waren Collaboration, ortsunabhängige Nutzung von Informationen, Bereitstellung der Information für verschiedenste Anwendungen. Business Process Management zur Unterstützung der Prozesse usw. Bestandteil des ECM Konzeptes. Die Frage müßte eher lauten, ist die Begrifflichkeit und die Positionierung von ECM noch zeitgemäß. Dies habe ich bereits in den Jahren 2007, 2008, 2009 in Frage gestellt. Die Interpretation der Begriffe "Enterprise" und "Content" sind hier eher ein terminologisches Problem. Es gilt alle Information im Unternehmen, des Unternehmens und für das Unternehmen unternehmensweit zu erschließen und zu verwalten. Im Blog-Eintrag von Herrn Negelmann wird auch nur auf längst bekannte Entwicklungen abgehoben, die ich seit 10 Jahren immer wieder als Herausforderungen und Chancen für ECM beschrieben habe. Ein Blick in unsere Sammlung unserer jährlichen Update-Dokumentationen macht dies deutlich: (seit 2001: http://www.project-consult.de/ecm/content/handouts_aller_update_veranstaltungen). Aber auch in Artikeln (z.B. 2003: http://de.slideshare.net/DRUKFF/von-ecm-zueimkff20090826) und zahlreichen Vorträgen (z.B. 2007: http://de.slideshare.net/DRUKFF/ecm-20-die-zukunft-dokumentbezogener-technologien-keynote-presentation-dr-ulrich-kampffmeyer-saperioncongress-2007-berlin-19062007, 2008: http://de.slideshare.net/DRUKFF/vom-enterprise-content-management-zum-enterprise-information-management-econique-ulrich-kampffmeyer-20081110-presentation; 2009: http://de.slideshare.net/DRUKFF/from-ecm-to-eim; 2010: http://de.slideshare.net/DRUKFF/20100601-vereon-imshowkff; 2011: http://de.slideshare.net/DRUKFF/ecm-trends-und-strategien-fr-das-aktuelle-jahrzehnt usw. usw.). Auch die Auswirkungen des SMAC-Stack, Social, Mobile, Analytics und Social sind seit langem ein Thema. Der Beitrag zeigt meines Erachtens lediglich, die Probleme der "Neu-Findung einer Branche, die eigentlich keine mehr Branche mehr sein will, aber eine ist. Betrachtet man ECM Enterprise Content Management als Infrastruktur, dann macht ECM auch als Bestandteil von EIM Enterprise Information Management Sinn: http://de.slideshare.net/DRUKFF/eim-englisch-kampffmeyer20140327 Meines Erachtens sollte man aber inzwischen nur noch von Information Management (ohne das Enterprise) sprechen, denn die Grenzen der Unternehmen lösen sich auf. Betrachtet man "Content" als allgemeingültigen Begriff für beliebige elektronische Inhalte, so ist die Lücke zwischen Coded und Non-Coded Information längst geschlossen, da es generell um Information geht - digitale wie auch analoge. Neue Medien und neue Informationskanäle erfordern einen weiter gefassten Blick auf alle Informationen, aus denn die werthaltigen und aufbewahrungspflichtigen erst extrahiert werden müssen. ECM ist einerseits Infrastrukur und integriert inzwischen andererseits neue technologische Ansätze, um die Informationen besser verarbeiten zu können. ECM gewinnt im Prinzip angesichts der Informationsflut und der immer größer werdenden Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Richtigkeit von Information sogar an Bedeutung als notwendige Infrastruktur für die Informationsverwaltung. Fassen wir es einfach zusammen - die Themen sind zumindest für mich nur Einsichten in das, was am Markt schon lang gang und gäbe ist. ECM muss als Infrastruktur die aktuellen Anforderungen und zukünftigen Anforderungen unterstützen. Ulrich Kampffmeyer
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Ich habe aktuell das Bild, dass das Thema nur noch unter Evangelisten und Vertrieblern diskutiert wird. Die Unternehmen oder Institutionen erwarten, dass Enterprise Information Management EIM, auf gut Deutsch das Informationsmanagement "einfach da" ist.
Die Aussage von Herrn Barbato dazu als Meinung "ECM ist eine mächtige Funktions-Zwischenschicht, aber nicht immer eine führende Anwendung" möchte ich gerne unterstreichen. Diese Lösungen sind ein Arbeitsinstrument. Ein Assistent für die Menschen, der im Hintergrund für diese arbeitet. Durch den erhöhten Automatisierungsgrad der Dokumenterkennung und Klassifizierung rückt die eigentliche Ablage und Kategorisierung in den Hintergrund. Die Inhalte sind als digitale vorstrukturierte Ansichten einfach "da" (was wir als Akte kennen). Wir (ECM) sind die Zwischenschicht, aber zentrale Informationsdrehscheibe des Unternehmens. Und das ist nicht neu: Schauen wir uns die Fakten an: Die Unternehmen setzen fast zu 99% noch das Dateisystem als selbstverständliches Ordnungsinstrument ein ("Wir hatten ja nichts anderes"). Könnte man auch als "schlechtes ECM" bezeichnen, aber ein Ordnungssystem mit vielen Funktionen. Es ist niemals eine führende Anwendung gewesen, sondern ein assistierendes Ordnungs-, Speicher- und Bearbeitungsmedium ("Finden" lassen wir mal ganz raus :). Durch die übergreifende Geschäftskommunikation wurde die Email zum verlängerten Arm des Dateisystems. Das "Sharing"/Teilen der alten Generation. Auch ein Bestandteil des ECM. Und weitere Bestandteile kommen als Suchinseln hinzu. Dies ist heute vollständig unproduktiv und verhindert wesentliche Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens. Chaos, Zeitverlust, Kosten. Das Schlimme ist - kaum einem Unternehmen ist das wirklich klar, da man sich daran gewöhnt hat. Zudem ist den Unternehmen aus dieser Gewohnheit und aus Angst, bestehende Arbeitsweisen aufzulösen, der Umstieg auf eine moderne digitale Arbeitswelt fremd. Wir sehen als Anbieter, dass das Interesse ansteigt, aber die Hürde, das laufende Unternehmen auf eine moderne digitale Arbeitswelt umzustellen viel zu groß ist. Für mich persönlich ist der Vergleich wirklich treffend, dass die 90% des Unternehmens seine Informationen versucht, mit Pferden zu transportieren und 10% das Auto für sich entdeckt hat. Ich finde diese Situation für die deutsche Wirtschaft dramatisch. Egal, für welche Anbieter man sich entscheidet und egal, wie das Auto nun heißt (ECM, EIM oder unser Favorit: "Digitaler Arbeitsplatz") - wir sind alle gefordert, den Unternehmen so schnell wie möglich die Vorteile eines modernen Informationssystems zu ZEIGEN. Alle Anbieter sollte gefordert sein, Einstiegshürden (wie endloses Consulting oder hohe Erstinvestitionskosten) abzuschaffen. Deutschland hat es nicht geschafft, Vorreiter in der Elektromobilität zu werden. Die Chance auf ein Land, welches aus regenerative Energien aufbaut und damit neue Arbeitsplätze schafft, schwinden auch vermehrt. Das Gleiche ereilt uns gerade in unserem Business: Deutschlands Wirtschaft verpennt die große Chance, mit grandiosen Lösungen eine moderne digitale Arbeitswelt zu schaffen und seine Wettbewerbsfähigkeit elementar zu steigern. Noch viel Schlimmer: Weil die Unternehmen das Gewohnte verteidigen, gewöhnen wir eine neue Mitarbeitergeneration an die "alten" Arbeitsweisen, an Stelle an eine neue digitale effektive und schnelle Arbeitswelt, mit digitalen Workflows, die Unternehmensgrenzen sprengen. Lasst uns den Unternehmen gemeinsam mit massiven Aufwand die grandiosen Möglichkeiten der "digitalen Transformation" ZEIGEN und beenden wir endlich diesen unsäglichen Akronymscheiss (Sorry). VIele Grüße aus dem sonnigen Oldenburg Jens Büscher, CEO amagno https://.amagno.de
... und wieder wird von Björn Negelmann ECM (Content sind flache Dateien, Dokumente oder Mediendateien wie Fotos) ohne Verbindung zu den strukturierten Daten beschrieben. EIM (Enterprise Information Management), die Verbindung aller Informationen im Unternehmen, strukturierte (Datenbanken) und unstrukturierte, ist das tatsächliche das Ziel. So können an einem SPOI (Single Point Of Information), einem Punkt, einer Stelle im Geschäftsprozess vom Nutzer alle zugehörigen Informationen gesehen werden. Ob dabei elektronisch unterstütze Geschäftsprozesse (Workflows) und die dazu erforderlichen Geschäftsregeln (Business-rules) und Aufgaben (Aufgaben-Management) in einer "ECM-Standardsoftware), in eigener Spezialsoftware oder Modulen der Geschäftssoftware (ERP, CRM, Branchensoftware, ...) erfolgen ist unerheblich. Maßgeblich für ein zukünftiges Informationsmanagement ist die Bereitstellung aller Informationen unabhängig von Ort und Gerät (Device) entlang der Geschäftsprozesse.