Jetzt: Erste deutschlandweite Studie zu Diversität in kommunalen Unternehmen veröffentlicht

Die erhobenen Daten zeigen:

Für Chancengleichheit und Teilhabe strukturell benachteiligter Gruppen braucht es mehr als einzelne Maßnahmen

• Verwirklichung von Chancengleichheit für benachteiligte Gruppen bezeichnen knapp die Hälfte der Befragten als sehr wichtig

• Diversität und Chancengleichheit werden als Führungsthemen unzureichend wahrgenommen

• Diversity-Maßnahmen sind nur selten Teil eines umfassenden Prozesses zur Organisationsentwicklung

Zum ersten Mal wurden deutschlandweit Entscheidungsträger*innen aus der kommunalen Welt zu ihren Einstellungen hinsichtlich Vielfalt und Chancengleichheit sowie zu ihren Erfahrungen mit Diversitätsstrategien befragt.

Mit über zehn Prozent vollständig ausgefüllten Fragebögen war die Teilnahme hoch – ein Anzeichen dafür, dass das Thema viele Organisationen beschäftigt. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Wer Chancengleichheit für strukturell benachteiligte Gruppen in der Arbeitswelt erreichen möchte, schafft das nur mit entsprechenden Maßnahmen.

Die Online-Befragung hat eines deutlich gemacht: Eine große Zahl von Führungskräften, Entscheider*innen und Personaler*innen in kommunalen Organisationen steht dem Themenfeld Diversität und Chancengleichheit positiv und offen gegenüber. Gleichzeitig wird sichtbar, dass kommunale Organisationen erst am Anfang ihres Weges hin zu mehr Veränderung stehen.

Chancengleichheit bestimmter Personengruppen

Dies betrifft vor allem die Chancengleichheit von bestimmten Personengruppen im beruflichen Kontext. Hier bietet die Studie interessante Einsichten insbesondere in die Frage: Wie wichtig sind für Ihre Organisation die Vorteile, die sich aus Diversity-Maßnahmen ergeben können?

• 53 Prozent der Befragten geben an, dass ein vielfältigeres Team sehr wichtig ist.

• Die Verwirklichung von Chancengleichheit für benachteiligte Gruppen halten 45 Prozent der Befragten für sehr wichtig.

Vielzahl begonnener oder umgesetzter Maßnahmen

Insgesamt geben 24 Prozent der Befragten an, dass in ihrer Organisation bereits Maßnahmen begonnen oder umgesetzt wurden:

• Die laut den Befragten am häufigsten begonnenen oder umgesetzten Diversity-Maßnahmen sind flexible Arbeitszeitregelungen, mobiles Arbeiten sowie Homeoffice.

• Knapp 90 Prozent der Befragten, deren Organisationen bereits Maßnahmen umsetzen (55,5 Prozent), geben zudem an, dass in ihren Organisationen geschlechtergerechte Sprache verwendet wird.

• Weitere begonnene und umgesetzte Diversity-Maßnahmen, die von Teilnehmenden genannt wurden, sind ein Frauenförderplan, Führung in Teilzeit sowie Schaffung von Bewusstsein und die Verpflichtung von Führungskräften, sich für mehr Diversity einzusetzen.

Herausforderungen bei der Umsetzung von Diversity

Doch trotz grundsätzlicher Offenheit gegenüber Themen rund um Diversität und Chancengleichheit, machen die Ergebnisse der Studie deutlich, dass für eine gleichberechtigte Teilhabe benachteiligter Gruppen in der Arbeitswelt noch manche Hürden zu überwinden sind.

• Das größte Hindernis für die Förderung von Diversität und Chancengleichheit sehen 60 Prozent der Befragten darin, dass ein Mangel an Vielfalt nicht als Problem wahrgenommen wird.

• Mentoring-Programme für benachteiligte Gruppen erhalten eher wenig Zustimmung: Nur knapp 38 Prozent bewerten dies als sehr/äußerst wirksam.

• Homosexuelle Befragte sind häufig nicht geoutet.

Gezielte Förderung bislang benachteiligter Gruppen:

„Menschen haben aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen Nachteile und besondere alltägliche Herausforderungen, die ein berufliches Vorankommen erschweren.”, schätzt auch Carsten Wagner, Geschäftsführer vom VKU Verlag die Situation ein.

Und Franziska Morgner, Geschäftsführerin bei Lots*, ergänzt: „Es geht nicht allein darum, Zugangsbarrieren zu beseitigen und für alle die gleichen Ausgangsbedingungen zu schaffen. „Gleich“ reicht nicht. Benachteiligte Gruppen müssen noch einmal besonders betrachtet und unterstützt werden, um die Benachteiligung aufzuholen.”

Diversity Management - mehr als einzelne Maßnahmen zur Steigerung von Diversität

Die Ergebnisse der Studie machen auch deutlich, dass Diversity-Maßnahmen bislang nur selten Teil eines umfassenden Organisationsentwicklungsprozesses sind. Diversität und Chancengleichheit sind Führungsthemen, die jedoch von der Leitungsebene nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen werden. Somit werden Führungskräfte und das Thema Leadership zu einem unterschätzten Erfolgstreiber in der Diversity-Diskussion.

Über die Studie

„Vielfalt, Teilhabe und Chancengleichheit: Wo kommunale Organisationen in Deutschland stehen“ ist eine deutschlandweite Studie, die von der Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation mbH gemeinsam mit dem VKU Verlag und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) als umfassende Online-Befragung von Dezember 2020 bis März 2021 durchgeführt wurde.

Dazu wurden Führungskräfte, Entscheider*innen und Personaler*innen zu verschiedenen Aspekten von Diversität und Chancengleichheit in ihrer Organisation befragt.

Die Ergebnisse geben erstmalig einen Einblick zu Einstellungen, Erfahrungen und Herausforderungen in der Kommunalwirtschaft und -politik wieder.

Download zur Studie: www.lots.de/diversity-studie-kommunale-unternehmen