Julian Vester (https://www.xing.com/profile/Julian_Vester) ist Geschäftsführer der Social Media Agentur elbdudler und beschreitet gerne neue Wege. Prominenteste Änderung in dem Unternehmen ist die Einführung des selbstbestimmten Gehaltes: Jeder Mitarbeiter kann das Gehalt einfordern, dass er für angemessen hält. Dabei sind die Gehälter aller Kollegen offen einsehbar. Wir haben das in dieser Gruppe bereits angeschnitten: https://www.xing.com/de/communities/posts/freie-gehaltswahl-fur-mitarbeiter-1001639425
Auch ansonsten wird bei elbdudler viel unternommen, um größtmögliche Transparenz zu schaffen – und was nicht funktioniert wird eben wieder abgeschafft. Die Belohnung für diesen Mut sind zufriedene Mitarbeiter und ideale Voraussetzungen, um die qualifiziertesten Köpfe zu einer Bewerbung zu bewegen. Doch wie funktioniert das genau? Vier Fragen an den Geschäftsführer:
AZL:
Sie machen Sie in Ihrem Unternehmen Dinge radikal anders, als sie üblicherweise gehandhabt werden. Welche Neuerungen haben sich am besten bewährt und welche haben nicht funktioniert?
Julian Vester:
Die Basis für alle Dinge die wir anders machen ist die absolute Transparenz. Daraus ergeben sich automatisch Ansprüche oder Vorschläge zur Optimierung.
Konkret bewährt haben sich am Besten die freien Arbeitszeiten und der Verzicht auf strukturelle Hierarchien. Das sind beides Modelle die im klassischen Sinne nur Frust verursachen und Verstöße aufwendig sanktioniert werden müssen.
Außerdem haben sich so genannte Task Forces bewährt. Sobald es ein Problem, eine Idee oder einen Handlungsbedarf gibt, bildet sich eine Taskforce, bei der jeder der möchte teilnehmen kann. Innerhalb
dieser Gruppe wird dann ein Lösungsvorschlag ausgearbeitet, wenn nötig allen präsentiert und dann nach gemeinsamer Abstimmung auch umgesetzt.
Was überhaupt nicht funktioniert hat, war die Idee eines allgemeinen Gremiums, dass sich mit gewissen Themen erstmal im kleinen Kreis beschäftigt bevor man sie im ganzen Unternehmen platziert.
Momentan arbeiten wir daran die wirtschaftlichen Folgen des Handelns auch für jeden kleinteilig nachvollziehbar zu machen. Wenn man in einem Nest aus Freiheiten agiert und weitgehend von den Konsequenzen abgeschottet wird, fehlt der notwendige Feedbackkanal um selber zu wissen wo man steht. Diese Erkenntnis führt aber nicht dazu, dass das System in Frage gestellt wird sondern, dass wir an einigen Stellen noch nachbessern.