Junge Menschen in Geilenkirchen stärken durch Beteiligung und Teilhabe

Wenn Kinder und Jugendliche bereits in frühen Jahren positive Erfahrungen mit gesellschaftlichem Engagement gesammelt haben, werden sie auch als Erwachsene gesellschaftlich aktiv – so lehrt es die Erfahrung. Mit dem Projekt des Zukunftswerkstätten Vereins – im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN – wollen wir junge Menschen in Geilenkirchen zwischen 12 und 15 Jahren ansprechen, sich für ihre Stadt, ihre Schule, ihr Lebensumfeld zu engagieren.

Am 4. Dezember 2013 luden wir zu einem ersten Workshop in den kleinen Sitzungssaal im Rathaus Geilenkirchen ein, um sich zu Erfahrungen mit Kinder- und Jugendpartizipation in Geilenkirchen auszutauschen und erste Schritte für ein gemeinsames Projekt zu beraten.

Einige Wochen vor dem Workshop führten wir als beteiligtes Moderationsteam viele Telefonate mit Menschen, die sich jetzt schon für die Belange von Kindern und Jugendlichen einsetzen: Schulleiter, Sozialarbeiterinnen, Vertreterinnen und Vertreter des Stadtjugendrings, der Jugendzentren, Sozialorganisationen und Politik. Mit acht von ihnen wurden persönliche Interviews geführt und dokumentiert. So konnten wir wichtige Erfahrungen aus Geilenkirchen bereits im Vorfeld sammeln, ein Stück Vertrauen aufbauen und für das Projekt werben.

Jetzt, da wir die Fortsetzung des Projektes planen, beschäftigt mich die Frage, welche Impulse können wir setzen, damit Partizipation über den Augenblick hinaus gelingen kann. Was beschäftigt die jungen Menschen heute mit 13, 14, 15 über das Übliche hinaus? Fühlen sie sich ohnmächtig, etwas in ihrem Umfeld zu verändern? In welchem Maße wird ihnen Entscheidungsmacht zugestanden?

Wir haben Menschen getroffen, die mit dem Herzen agieren, und den Raum von Selbstwirksamkeitserfahrungen für junge Menschen vergrößern. Ich freue mich auf die nächsten Schritte und berichte dann mehr über das, was uns begegnen wird...

Ich bin schon sehr gespannt auf die Entdeckungen, die sich aus den Kontakten mit den Jugendlichen selbst ergeben werden. Wie sehen denn die Möglichkeiten zur Beteiligung aus, wenn sie unter dem Blickwinkel einer 13 Jährigen oder eines 14 Jährigen in Augenschein genommen werden? Können längerfristige Beteiligungsverfahren aus dieser Perspektive überhaupt als Angebot erlebt werden? Oder werden sie als "Verzögerungstaktik" oder "Hinhalte-Strategie" erlebt, die nur dazu dienen sollen, dass sich eben doch nichts ändert? Zumindest nicht schnell genug ändert, um noch selbst von den Veränderungen zu profitieren?
Wenn ich mit Menschen aus dieser Altersgruppe zu tun habe, erlebe ich immer wieder eine große Bereitschaft zum Engagement und einen großen Optimismus etwas bewegen zu können. In der Praxis gestalten sich die Dinge dann oft zäh und irgendwann ermatten auch die Engagiertesten. Da Selbstwirksamkeit auch aber nicht grundlegend mit der Wirkung eigenen Handelns auf Andere zu tun hat, würde ich in diesem Kontext die Frage stellen wollen, wo die Motive und Antriebe für eigenes Handeln liegen. Liegen sie außerhalb des Ichs, sind sie Teil einer Projektion auf ein Umfeld und Akteure, die sich verändern sollen, oder kann die intrinsische Motivation so groß werden, dass sie sich unabhängig vom unmittelbaren Erfolg macht und auf gelebte Veränderung setzt. Ein Ansatzpunkt liegt aus meiner Sicht in der positiven Wendung, in der Abkehr von der Reaktion gegen zur Aktion für. Was hilft es, mit aller Kraft gegen Dinge anzukämpfen und dabei das Beharrungsvermögen auf der Gegenseite zu stärken, wenn gerade der Einsatz für den angestrebten bessern Zustand begeistert und zum Mittun anregt.
Schule und Selbstwirksamkeit Re: Junge Menschen in Geilenkirchen stärken durch Beteiligung und Teilhabe Im Moment stockt das Projekt, da sich diejenigen, die über die NICHT-Fortführung entschieden haben, sich nicht vorstellen konnten, dass ein so offenes Projekt erfolgreich sein könnte. Als ich am Wochenende beim Regionaltreffen "Schule im Aufbruch" war, wurde mir noch einmal mehr klar, dass es mehr bedarf, als ein temporäres Projekt. Und dennoch loht es sich zu kämpfen und in dieses System der Erwachsenen reinzupiksen.
> Ich freue mich auf die nächsten Schritte und berichte dann mehr über das, was uns begegnen wird... Was sind denn die nächsten Schritte??? Wann sind die nächsten Schritte...! Junge Menschen durch Beteiligung und Teilhabe stärken - nicht nur in Geilenkirchen!!!