Das Telefon hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen dramatischen Bedeutungsverlust hinnehmen müssen – und ich meine dabei nicht die Atomisierung der Telefonfunktion in den Smartphones.
Nein, besonders im geschäftlichen Umfeld leidet das Telefon unter dem Konkurrenzdruck von e-Mail & Co.
Ich will nicht behaupten, dass es soweit ist, dass ich mich nach Werbeanrufen sehne; allerdings scheint dieses tatsächlich eines der letzten verbliebenen Kernfelder des Telefonierens zu sein. Warum wohl?
Kommunikation kann bei uns Menschen über viele Kanäle laufen. Zum einen gibt es ein Medium, über das wir die reine Information transportieren – das ist die (Schrift)Sprache. Ob gesprochen oder geschrieben ist für den Transport des Inhaltes erst einmal unerheblich. Zusätzlich haben wir aber die Möglichkeit über Stimme, Sprachrhythmik, Mimik und Gestik Informationen zu transportieren, die den reinen Inhalt unterstützen, anreichern oder auch konterkarieren. Diese Mittel sind alles andere als unerheblich – im persönlichen Umfeld ebenso wie im geschäftlichen. Im Gespräch von Angesicht zu Angesicht können wir mit all diesen Mitteln kommunizieren, bei einem Telefonat können wir zumindest die ersten beiden Mittel zusätzlich benutzen. Allein - bei der schriftlichen Kommunikation sind wir bar aller dieser Mittel.
Als einfaches Beispiel nehme ich gerne den Satz, den wir alle in dem ein- oder anderen Fall schon bemühen mussten: „Dazu bin ich noch nicht gekommen“. >Geschrieben< wird dieser Satz bei einer Unstimmigkeit als Beweis für Ihr Versagen herhalten. Mit der richtigen Betonung >gesprochen< kann dieser Satz aber nicht nur Verständnis hervorrufen, sondern auch gleich in die Lösungsdiskussion überführen.
Die Kehrseite - und meiner Erfahrung nach gerade für die WhatsApp, e-Mail und SMS Generation eine der größten Hürden für den direkten Kontakt – ist, dass wir, genauso wie unser Gegenüber, unsere Stimme und Stimmung nicht vollständig kontrollieren können. Spontane Aktion und Reaktion ist gefragt! Dabei können wir natürlich beeindruckt, verunsichert oder sprachlos werden. Wir können aber auch beeindrucken, verunsichern und sprachlos machen. (Zumindest Letzteres wird uns schriftlich schon per Definition nicht gelingen;-) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich gerade aus diesen Situationen die zuverlässigsten Kontakte entwickelt haben.
Weiteres zum Thema 'strukturelle Unternehmenskommunikation' wird hier noch folgen – ebenso berate ich Sie gerne in allen weiteren inhaltlichen und technischen Fragen zur operativen Kommunikation in ihrem Unternehmen oder Ihrer Abteilung. Auch biete ich Workshops zum eigenen Umgang mit der geschäftlichen Kommunikation an.
Informationen dazu finden sie unter http://www.punkt-k.de oder schreiben Sie mir hier bei XING oder unter info@punkt-k.de.
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