Kulturelles Desaster

Wie kann es sein, daß die Menschen nicht dazu fähig sind, zwischen Wahrnehmung und Vorstellung zu unterscheiden?

Betrachtet man sich die Entwicklungen von Philosophie und dem Anhänglichem der Psychologie, so gibt es darin gemäß der Psyche nur einen Geist und ein Unbewußtsein. Dem gegenüber steht da die Naturwissenschaft, worin es noch nicht einmal dies gibt, sondern einzig ein Gehirn als Bestandteil der Physis. Wie kann man jedoch aus dem jeweils Einen zur Erkenntnis gelangen, wie dies funktioniert. Zu was dies führt, kann man sich vor Augen führen über die Philosophie, deren Erachtung des Einzigen, nämlich des Geistes, zur Unerklärlichkeit und damit verbundenen Erörterung der Phänomenologie dessen führte und bis heute keine Aufklärung erfahren hat. Hat dem gegenüber die Wissenschaft diese Phänomenologie aufklären können? Nein, und sie entzieht sich auch auf ihre Weise ganz geschickt diesem Mißverhältnis.

Als Sachstand könnte man mutmaßen, daß man die Unterscheidung nicht vornehmen kann, da über das Eine eine solche gar nicht möglich ist.

Es ist jedoch das Erleben, welches einem vor Augen führt, daß eine solche Unterscheidung besteht. Man stelle sich hierzu einmal vor, sich in den Arm zu zwicken und tue es hiernach und man wird den Unterschied feststellen. Der Geist ist nämlich ein Projektor und nicht nur das, sondern darin treten einzig Ver(sinn)bildlichungen hervor, welche nicht der Wahrnehmung entsprechen. Hingegen tritt über die Bewußtwerdung sämtliche Wahrnehmung und somit auch die der geistig projizierten Vorstellung hervor. Es besteht somit eine grundsätzliche Unterscheidung, die nicht nur erlebenstechnisch, sondern vor allem auch 'funktional' differenzierend unübersehbar hervortritt.

Und auch unsere kulturelle Geschichte zeigt auf, daß bereits Aristoteles vor über zweitausend Jahren beschrieb, daß es zur Hervorbringung des erlebensgemäßen Kombinates der Sinneswahrnehmungen eines eigenständigen Organes bedingt. Und hierbei geht es keineswegs um den Geist, sondern um ein davon differenzierendes Organ. Die Beschäftigung damit ist auch von Vereinzelten bis heute Thema des Sachstandes geblieben. Es ist jedoch, wie es sich zeigt, nie zum elementaren Sachstand geworden, da der dem gegenüber stehende Popularismus dies im Abseits stehen läßt.

Gravierend ist hierin, daß ich nirgends auf die Erkenntnis stoße, daß Widersprüche einzig in der geistigen Vorstellung existieren. DAS hat mir nämlich einst die eindeutige Trennung von Wahrnehmung und Vorstellung vor Augen geführt. In der Natur des Seins gibt es nämlich keine Widersprüche. Und es ist das Verstandeswesen, welches dies begutachtet und dem gemäß das Wahrnehmungs- und Vorstellungsverhältnis entsprechend daraufhin einrichtet, sodaß der Mensch gemäß seiner Kapazität auch entsprechend funktionieren kann.

Es ist jedoch so, daß nicht jeder Mensch über Verstand verfügt. Und so ergibt sich aus diesem Verhältnis heraus auch dieses desaströse Verhältnis popularistischem Scheindaseins.

Sehr interessant Herr Lenau, dem könnte man noch hinzufügen, daß viele Menschen, das was sie über Medien konsumieren für die Wirklichkeit halten, ist es doch in Wahrheit nur eine Vorstellung (oder Meinung) eines Redakteurs, der selbt bei dem Ereignis nicht zugegen war, über das er berichtet. In der Tat sind unsere Nachrichten voll von Widersprüchen, pure Fiktion sozusagen. Ergänzend würde ich einwenden, daß noch eine Komponente hinzukommt, nämlich Interesse. Politik, Medien, etc, alles ist über die Vorstellungen hinaus auch noch interessengeleitet.... wie soll man sich da noch auf seine "Wahrnehmung" verlassen können? Kein Wunder, daß man sich da lieber etwas vorstellt;) (etwas, das nicht wirklich ist). Freundliche Grüße Lüder Grosser
Die elementare Fragestellung, mit welcher ich mich befasse ist, wer überhaupt noch zwischen Wahrnehmung und Vorstellung unterscheidet. Wie ich aufzeige, so stecken dahinter kulturelle Entwicklungen, die zu diesem ausufernden miseren Verhältnis geführt haben, sodaß ich darauf stoße, daß selbst 'Experten' nicht wissen, wie es sich damit verhält. Wahrheit/Realität ist das, was ist und was wir davon wahrnehmen und uns darüber vorstellen ist jeweils wiederum etwas anderes. Abstrus wird es dort, wo man einzig die (sprachliche) Vorstellung in Betracht zieht, denn da fehlt es jeglichem Verhältnis an Realitätsbezug. Ich beschäftige mich mit den Grundlagen darin, was es damit auf sich hat, wie dies funktioniert und wie man über die Kenntnisse der Funktionalität dem entgegen wirken kann. Meine sich daraus ergebende Fragestellung ist somit auch, wo bringe ich dies an, wo man doch kaum jemanden antrifft, der nicht dem illusionären Dasein hinterher läuft.
Tja, wenn man die Wahrnehmung ernst nähme, dann ergäbe sich daraus eine Weltsicht, die voller Lügen und Interessen besteht, das ist dann vielleicht ein Schutzmechanismus lieber irgendwelchen Vorstellungen zu folgen; die werden einem ja reichlich angeboten. Aber es gibt sie doch, diejenigen, die sich trauen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen - nur - und das ist das nächste, geschied dies dann auch wieder nur gemäß den eigenen Vorstellungen (Weltbild aus kultureller Prägung) - Stichwort: Echokammer. Man muß aber grundsätzlich alles anzweifeln (R. P. Feynmann) um ein gesamt Bild zu bekommen, das frei von Widersprüchen ist. Wir können ja gerne mal privat darüber schreiben, wie weit man da tatsächlich gehen muß (da kann man schon wirklich für verrückt erklärt werden;).
Ich kann Ihnen sagen, wie weit man gehen muß, denn ich habe diesen Weg der Beseitigung der Widersprüche beschritten. Dieser hat es wahrlich richtig erkannt, daß es in der Natur des Seins keine Widersprüche gibt, sondern einzig im Bezug auf Wahrnehmung, wobei es sich darin um Wahrnehmungstäuschungen handelt, jedoch im Bezug auf die Vorstellung um Illusionen. Das war auch meine einstige Erkenntnis und geleitete meinen Weg. Es hat 30 Jahre gedauert um zu meinem heutigen 'Zustand' an Realitätsverhältnis zu gelangen. Der elementare Werdegang bei mir beruht vor allem jedoch darauf, daß ich auf der einen Seite (primär) die Funktionalität in mir drin (des Menschen) und auf der anderen Seite die des Seins als solches ergründet habe und dies sich miteinander kombiniert. DAS finde ich derart nicht in Anwendung. Ich möchte dies einmal verbildlichen, damit sich vermittelt, welche Kenntnisse grundsätzlich nicht präsent sind anderweitig.
Ah, Sie haben ein Buch geschrieben, entschuldigen Sie, das ist mir zunächst entgangen. Das ist natürlich ein Angriff auf Machtstrukturen, exakt weswegen Sie diese Erkenntnisse auch nicht in Anwedungen vorfinden, eben weil diese bestimmte Interessen verletzen. Von der soziologischen Seite hat das Prof. Mausfeld von der Uni Kiel versucht, zu untersuchen. (Ich schreibe hier bewußt "versucht").