(Dies ist die leicht gekürzte Textversion [ohne Links] meines Blogbeitrags: http://ifluxplus.blogspot.com/2011/05/future-of-work-podio-world-tour.html)
Wie angekündigt ging es um die Zukunft unserer Arbeit, wobei hier vor allem die geistig-kreative Arbeit gemeint ist. Wie werden wir tätig sein und welche Infrastruktur und Tools werden wir für ein selbstbestimmtes, flexibles, größtenteils ortsungebundenes Arbeiten brauchen, ohne dass der soziale und gegenseitig befruchtende Kontakt zu Gleichgesinnten verloren geht? Im betahaus als Präsentationsort war die Veranstaltung schon in einem beispielhaften Setting eingebunden. Es gab zwei informative und unterhaltsame Talks von jeweils etwa 30 Minuten und dazu je eine interessante Diskussionsrunde.
Wolfgang Wopperer von mindmatters führte uns in seinem Talk "Von Hackern, Coworkern und Idealisten" in die sozio-kulturellen und philosophischen Hintergründe des (Zusammen-)Arbeitens ein und warf die Frage auf, ob nicht grundlegendere Überlegungen bei der Gestaltung der Arbeit wichtig seien, als z.B. die Frage nach der technischen Unterstützung. So böte die offline-Arbeit ihr eigene Chancen und Werte, die bei einer totalen Fokussierung auf die online-Welt verloren gingen. Es gibt einen Videomitschnitt seines wirklich zum Nachdenken anregenden Vortrags (Danke an Gustav für den Videomitschnitt per Laptopkamera) und seinen Blog für weitere Infos rund um Wolfgang und sein Schaffen als "gelernter Philosoph und ungelernter Unternehmer".
Adrian Rößler präsentierte dann podio als Plattform für selbstbestimmtes, flexibles Arbeiten in der Cloud. Zusammen mit seinem Kollegen Gustav Jonsson stellte er vor, wie podio die nicht tägliche Arbeit vor allem in nicht co-lokalisierten Gruppen unterstützt und erleichtert: "Combining plenty of specialized and flexible apps with messaging, tasks, reporting, workflow and contact management, Podio lets you build and shape the online workplace most fitting to your company, community or organizations worldwide." Spannend war zu hören, welche Nutzergruppen das erst kürzlich gestartete Produkt nutzen und wozu. Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, dass der Benutzer seine Tools auch für Dinge benutzt, für die sie eigentlich gar nicht vorgesehen waren, z.B. um sensible Daten zu bearbeiten. In diesem Sinne entspann sich dann die Diskussion einmal in Richtung Datenschutz in der Cloud, um dann Nutzungsszenarien zu entwerfen, die bisher nicht möglich sind, aber eine wertvolle Erweiterung darstellen könnten, etwa synchrones Arbeiten über ein gemeinsames, elektronisches Whiteboard (so wie es z.Z. für Texte mit EtherPad möglich ist).
Nach dem Ende der Talks haben sich vielfache Einzelgespräche ergeben und wir haben einen schönen Abend beim betahaus verbracht. Vielen Dank an für die Bereitstellung der Örtlichkeiten an das Team vom betahaus Hamburg! Vielen Dank an die Vortragenden und die Teilnehmer.