Partizipationsbühne in Salzburg: Zusammenleben in der Stadt

Anlässlich des 100. Geburtstags des Zukunftswerkstatt-Begründers Robert Jungk laden der Verein VIELE (Verein für interkulturellen Ansatz in Erziehung, Lernen und Entwicklung) www.verein-viele.at , die Stadt Salzburg http://www.stadt-salzburg.at und die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen http://www.jungk-bibliothek.at gemeinsam dazu ein, in Salzburg Partizipation und Beteiligung zu erleben und sich gemeinsam mit anderen Menschen für eine wünschenswerte Zukunft einzusetzen.

Am Samstag, 4. Mai 2013, 10:00 - 13:00 Uhr im Verein VIELE, Rainerstr. 27 moderiert Antonia Coffey ein "Dragon Dreaming" zum Thema "Zusammenleben in der Stadt - vom Träumen zum Handeln". Sie sind herzlich eingeladen, daran kostenlos teilzunehmen. Nähere Auskunft gibt Ihnen gerne Anja Hagenauer vom Verein VIELE.

Information zur Moderatorin Antonia Coffey: Kommunale Netze http://www.coffey.at

Assoziationen zu "Dragon Dreaming" RE: Partizipationsbühne in Salzburg: Zusammenleben in der Stadt Drachenträumen - das verheißt zugleich Zauberhaftes und flößt Angst ein. Welche Assoziationen schwingen in meinen Vorstellungen mit, wie ein Drache (oder mit dem Drachen?) zu träumen? Da mein zweiter Vorname Georg ist, wurde ich schon in früher Kindheit konfontiert mit zahllosen Darstellungen des gleichnamigen mutigen Drachentöters http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_(Heiliger) , der "das Böse" überwindet - symbolisiert im Drachen: Kriegsgefahr, unheilbare Krankheit, Versuchung http://de.wikipedia.org/wiki/Nothelfer#Liste_der_vierzehn_Nothelfer . Meine Großmutter las mir damals Märchen vor, in denen Drachen ihre Macht ausspielten, aber auch mit Weisheit und List in ihre Schranken verwiesen wurden, beispielsweise bei den Gebrüdern Grimm: "Der Teufel und seine Großmutter" http://www.hekaya.de/maerchen/der-teufel-und-seine-grossmutter--grimm_khm_125.html . Beeindruckt hat mich Jahre später besonders das Relief des Drachens am Ischtar-Tor http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Pergamonmuseum_Ishtartor_02.jpg : Ein friedlicher Drachen, der sich einreiht in die Prozession von Kreaturen aus allen Teilen der Welt, die hinter den Stadttoren von Babylon eine gemeinsame Heimat, Schutz und Gemeinschaft finden. Welche Eigenschaften vereint ein Drache unter seiner schimmernden Haut? Ein Mischwesen zwischen Reptil, Raubkatze, Vogel und Mensch, der das Feuer in sich trägt: - Ein mächtiges Wesen, das Angst und Schrecken verbreitet, und dessen Blut Helden, die ihn bezwingen, unverletzbar macht; - Eine verkleidete Gestalt, die nach Erlösung strebt; - Ein bedauernswertes Wesen, das zu seinem Schicksal verdammt ist; - Ein Gefährte von Helden, die ein anderes mächtiges Wesen bezwingen wollen; - Ein Wächter, der niemals schläft, weil er ein mythisches Fell (gemeint ist das Goldenes Vlies http://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies ) vor dem Raub schützt - und der daran scheitert; ... Vielfalt unter einem Schopf. Im Traum stellen Drachen die Kräfte des eigenen Unterbewusstseins dar. Ein erfolgreicher Kampf mit dem Drachen markiert die Überwindung innerer Zwiespälte in der eigenen Rollenfindung, zum Beispiel zwischen Mann und Frau (vgl. Ergebnisse des Jahrestreffens "Mann Frau Macht Scham" 2011 http://www.zwnetz.de/pages/essen-essenz.html ). Ein Drache im Traum kündigt Glück an oder erweckt Sammelleidenschaft, warnt aber auch vor Gefahren und zerstörerischen Kräfte, die noch zu bändigen sind. Ein Drache lädt dazu ein, auf ihm zu reiten; ein erfolgreicher Ritt auf dem Drachen bringt Kinder dem Erwachsenwerden näher (vgl. Spielplatzdrache in Lünen http://www.lokalkompass.de/luenen/leute/noch-liegt-der-alte-drache-auf-dem-friedhof-bald-soll-er-wieder-kinder-gluecklich-machen-m955778,190226.html ). Im ostasitatischen Kulturraum wird dem Drachen positive Eigenschaften zugedacht: Drachen werden als Glücksbringer und als Fruchtbarkeitssymbole geschätzt, als weise Lehrer, als Wächterinnen von Tempeln und Ahnenschreinen. Drachenstatuen zieren die Eingänge zu Tempeln und Friedhöfen. Drachen werden als Krafttiere bezeichnet, die dazu einladen, sich aus den Fesseln des gewohnten Denkens zu befreien, um kraftvoll handeln zu können. Der Drache symbolisiert zudem ein chinesisches Tierkreiszeichen: Wer im Jahr des Drachen geboren ist, z.B. 1940, 1952, 1964, 1976, 1988, 2000, 2012, 2024, soll energiegeladen, langlebig, hartnäckig, zuverlässig, ehrlich, mutig sein, ein Perfektionist und Vorbild. Im mesoamerikanischen Kulturkreis (Maya, Azteken, Tolteken u.a.) wird dem Drachen die Rolle des Schöpfergottes namens Quetzalcoatl http://de.wikipedia.org/wiki/Quetzalcoatl zugedacht, er zeigt sich im Morgenstern oder im Ozean. Ähnlich in Babylon, wo der Drache die Urgöttin Tiamat http://de.wikipedia.org/wiki/Tiamat darstellt - als Weltenschlange, die alle Mischwesen des Tierkreises hervorgebracht hat und die das Salzwasser verkörpert - als Gegenpart zum männlichen Süßwasser. (Quellen, aus denen ich Anregung für die vorangegangenen Abschnitte fand, sind u.a. ein Blog-Beitrag von "Cosmo" veröffentlicht von Karola Schmitt aus Unterfranken http://www.seelenkosmos.de/der-drache-traumdeutung, eine private Homepage von Wiebke Haarkemper aus der Oberpfalz http://www.schamanische-krafttiere.de/Krafttier_Drache.html und ein Forum von Kim Schiefer aus dem Landkreis Heilbronn http://www.chinaseite.de/china-kultur/chinesische-astrologie/chinesisches-horoskop/jahr-drache.html .) Aus diesem Gedankenausflug bleibt zurück: Vielfalt zu vereinen ist ein wesentliches Merkmal eines Drachens. Und die innewohnenden Kräfte eines Drachens lassen Neues entstehen und Wichtiges bewahren. Mit dieser Vorbereitung möchte ich nun die Aufmerksamkeit auf das "Dragon Dreaming" als eine zeitgemäße Methode für kreative, gemeinschaftliche und nachhaltige Projekte http://dragondreaming.org lenken. Mit dieser Methode wurde in Salzburg (Mai 2013) zum Zusammenleben in der Vielfalt an Kulturen gearbeitet. Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern entwickelten in ihrer Deutschstunde http://www.verein-viele.at/integrationskurse/ einen gemeinsamen Traum über die Zukunft der Stadt Salzburg, methodisch versiert begleitet von Antonia Coffey http://www.coffey.at . Sie schreibt (Links wurden von mir zur inhaltlichen Vertiefung eingestreut und sind nicht Bestandteil des Zitats aus dem JBZ-Arbeitspapier): »Voraussetzung für das Gelingen sind konsensuale Entscheidungsfindungsprozesse http://de.wikipedia.org/wiki/Konsens#Konsens_als_Ziel_bei_Gruppenentscheidungen , aktives und wertschätzendes Zuhören http://de.wikipedia.org/wiki/Aktives_Zuhören und die Bereitschaft sich auf neue Betrachtungsweisen einzulassen, die sich von bisher erlernten Mustern unterscheiden http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-407-36489-0.pdf . Jedes Projekt beginnt mit dem Traum einer Person, die diesen mit den anderen teilt. Dies wirkt als Impuls, um der Phantasie freien Lauf zu lassen ("Traumkreis"), ohne auf Realisierungsmöglichkeiten oder Widersprüche achten zu müssen. In dieser Phase gibt es kein "richtig" oder "falsch", Ergebnis ist ein gemeinsames "Traummanifest".« Ein ausführlicher Bericht von Antonia Coffey ist hier zu lesen (veröffentlicht im JBZ-Arbeitspapier Nr. 28 "Die Kunst der Partizipation", Salzburg 2013, Seite 26-29): http://www.zwnetz.de/Datas13/26-29_Kunst_der-Partizipation.pdf Blick nach vorn: 1. Welche Vorzüge ergeben sich daraus, den Prozess mit dem Träumen zu beginnen? 2. Worin liegen weitere bemerkenswerte Möglichkeiten der Methode? 3. Was kann Moderation beitragen, um die Kraft des Traums positiv zu nutzen? 4. Wo liegen die Grenzen der Methode Dragon Dreaming? 5. Was können Dragon Dreaming und Zukunftswerkstatt http://www.zwnetz.de/pages/methode.html voneinander lernen? 6. Welche Erfahrungen aus anderen Orten gibt es, wie sich konkretes Handeln zum Zusammenleben in der Stadt erfolgreich umsetzen lässt? Zur Stunde (10.-12.1.2014) nehmen zwei meiner Kolleginnen im Team von SOCIUS Köln http://www.socius.de/index.php/deutsch/team/koeln.html an einem Seminar zu "Dragon Dreaming" in Düsseldorf teil http://www.forum-demokratie-duesseldorf.de/programmuebersicht/wege-zur-konfliktarbeit , moderiert von der interkulturellen Pädagogin Ulrike Reimann http://www.emotionskultur.de aus Bremen. Die Mitglieder des Teams von SOCIUS Köln schreiben auf ihrer Website: »Wir fühlen uns zuständig für passgenaue Dialogräume und flexible Beratungskonzepte, die Sie und Ihre Organisation voranbringen. Hilfreich nutzen wir Methoden, um sichtbar und erfahrbar zu machen, "wie et is und wie et kütt" - das heißt, den Tatsachen ins Auge zu sehen und entschlossen und mutig in die Zukunft zu gehen.« Ich bin gespannt darauf zu erleben, welchen Stellenwert dabei das "Dragon Dreaming" einnehmen wird.