Quer versus Queer

Viele Jahre habe ich mich mit der sexuellen Konstitution beschäftigt, einerseits um zu verstehen, was es mit meiner Andersartigkeit darin zu tun hat und andererseits wollte ich auch generell verstehen, wie es sich damit verhält. Vor allem aber wollte ich verstehen, wie dies funktioniert. Und über die Jahre stellte ich fest, daß es einzig die Funktionalität ist, worüber sich dies überhaupt erklärt.

Dem gegenüber traf ich nämlich einzig Verwirrendes an bei dem, was man sich so darüber vorstellt. Es führte zwar dazu, daß ich alles Mögliche darin über das Erleben dessen auf direkte oder indirekte Weise erfahren konnte, jedoch führte dies mich mehr weg, von dem was meinerseits sich als ein Ist-Zustand unübersehbar verdeutliche, jedoch war in dem von draußen sich darbietenden 'informell' gar nicht das Meinige präsent. Gelebt wurde es, jedoch nicht als das gesehen, als daß ich es erlebenstechnisch ersah.

Ich stellte fest, daß sich hierin das Erleben und die Vorstellung darüber als ein differenzierendes Sein aufwies, sodaß ich auch dem gemäß eine spezifische Trennung dessen meinerseits vornahm. Von dem Punkt an wurde es dann auch ersichtlich, daß ich das Sein wie es ist lebe und andere ihre geistige Vorstellung. Und so gelang ich dann auch dazu, klar zu erkennen, wie sich dies voneinander unterscheidet. Vor allem wurde mir klar, warum ich darin nicht in Erscheinung trat, obwohl es erlebensgemäß doch präsent ist. Man hatte in über 150 Jahren der Ergründung der sexuellen Konstitution ganz einfach einen wesentlichen Bestandteil außen vor stehen lassen, da dies nicht der Norm des Kulturwesens entspricht.

Ein ziemlich dämlicher Sachstand, denn ich war dadurch nicht nur genötigt, mich selbst als solches zu definieren, sondern sogar auch noch eine Begrifflichkeit dafür zu schaffen, sodaß ich damit verbunden die Logik vermitteln kann, daß insofern man es mit dem bisexuellen zu Dritt zu tun hat, doch nur Zweie derer zu zwei Geschlechtern den Bezug pflegen und sich 'zwangsläufig' daraus ergibt, daß es sich mit den Dritten darin anders verhält. Diese haben nämlich keinen Bezug zu zwei Geschlechter, sondern zu Zweien des gleichen Geschlechts. Somit handelt es sich um 'bisexuelle Dritte' mit den dazugehörigen beiden Pondants.

Da wäre dann nur noch die Sache mit der Logik zu klären, denn einerseits leben sie alle nach der geistigen Vorstellung und doch ist ihnen diese Logik nicht vermittelbar. Und so ist es auch kein Wunder, daß sich in der kulturellen Entwicklung der sexuellen Konstitution letztendlich, trotz ihrer Differenziertheit, alle miteinander in Queer einordnen, um ihr einheitliches Sein darüber zu demonstrieren. Um was geht da eigentlich bei Queer? Wohl darum, eine Einheit zu sein.

Wie will man jedoch in diesem Einheitswesen noch sein Andersseins demonstrieren, worüber sie doch ursprünglich ihr Sein repräsentierten? Wollen kann man es schon, jedoch nicht umsetzen. Die einzige Möglichkeit, die einem da noch bleibt ist, sich quer dieser Gegebenheit zu stellen. Wie jedoch bewerkstelligt man ein Quer zu Queer?

P.S.: um das tatsächliche Verhältnis der Bisexualtität 'zu ersehen', empfehle ich, sich einmal auf einem Blatt Papier ein Dreieck zu zeichnen und die jeweiligen Eckpunkte mit dem Geschlecht zu versehen, dann wird es daraus ersichtlich ;)
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