Rückblick auf unsere letzte Veranstaltung: Mit Logistiksimulationen Sicherheit gewinnen und Geld sparen

Am 6. Treffen der „Ladies in Logistics, Switzerland“ (LiLS) referierte Dr. Tatiana Starostina, Projektingenieurin Simulation und Optimierung am Institut für Angewandte Simulation, ZHAW Zürich University of Applied Sciences, über simulationsgestützte Planung und Optimierung in der Logistik. Anhand von Praxisbeispielen zeigte sie den Teilnehmerinnen, wie mit Hilfe von Simulationen bessere Planungsentscheide und Ergebnisse erzielt werden können.

Moderne Logistikprozesse und -systeme sind durch eine hohe Dynamik und Komplexität geprägt. Das Institut für Angewandte Simulation (IAS) der Zürich University of Applied Sciences (ZHAW) hat viele Modelle entwickelt und verschiedene Logistiksimulatoren im Einsatz, welche Material-, Verkehr- oder Personenflüsse simulieren und Verbesserungspotenziale aufzeigen können. So ist es möglich, Prozesse und/oder Ressourcen zu optimieren, die Produktivität in einer Fabrik oder einem Lager zu steigern, oder die Inbetriebnahme-Zeiten zu verkürzen. Alle relevanten Abläufe können frühzeitig in ihrem Zusammenspiel mit Produktionsszenarien, Montage, Verkehrsströmen etc. bewertet und optimiert werden. Das im IAS aufgebaute Modell eines Logistiksystems dient beispielsweise zur Erarbeitung von Steuerungsstrategien, Optimierung von Lägern, Transportmengen, Zeiten und Kosten. Mit der Simulation können unter anderem Risiken und Schwachstellen identifiziert und Engpässe eliminiert werden.

Die Einsatzfelder reichen von Machbarkeitsstudien zu einem sehr frühen Zeitpunkt über die Unterstützung der Grob- und Feinplanung bis in die Realisierungs- und Anlaufphase von Logistiksystemen. In den immer kürzeren Realisierungszeiträumen von Logistikprojekten ist die Materialflusssimulation ein Werkzeug, das nachhaltig zur Planungssicherheit und damit zum Erfolg eines Projektes beiträgt. Beliebt sind Simulationen auch als Leistungsnachweis, zur Optimierung bestehender Prozesse und Anlagen, zur Unterstützung von Investitionsentscheidung, als Verkaufstool und Diskussionsgrundlage. Simulationen lohnen sich allerdings nur bei komplexen Systemen mit dynamischen Abläufen., Dabei können grosse Datenmengen respektive Datenstrukturen berücksichtigt werden.

Die ZHAW führt seit 28 Jahren Logistiksimulationen durch und hat über 300 Projekte mit rund 200 Partnern realisiert. Dazu gehören Die Post, MCH Group, Migros, Möwenpick, Nestle, Roche, SBB, Siemens, Stöcklin, Valora, Valser und viele mehr. Schlüsselfaktoren des erfolgreichen Simulationseinsatzes waren dabei die schnelle und qualifizierte Modellbildung, Experimentdurchführung und Auswertung. Das IAS nutzt dazu selbst entwickelte sowie eingekaufte Software, ihre Erfahrungen im Bereich Logistiksimulationen, eigene und externe Datenbanken zur Erfassung von Planungs-, Ergebnis- und Onlinedaten bei der Projektdurchführung sowie aussagekräftige Visualisierungen mit 2D- bzw. 3D-Animation. Ein modularer Aufbau ermöglicht eine schnelle Anpassung des Simulationsmodells an den Planungsstand und somit einen aktiven Beitrag zur Gestaltung und Weiterentwicklung des Logistiksystems.

Der lebhafte Gedanken- und Erfahrungsaustausch beim Networking-Apéro nach dem Vortrag zeigte, dass das IAS sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen an der ZHAW noch zu wenig bekannt sind. Ein weiteres Highlight des Abends war die Führung durch den traditionsreichen Garten des Campus Grüental der ZHAW in Wädenswil mit seinen über 250 Arten und Sorten von Pfingstrosen.