Mit dem Ramp Up der Version 7.2 im Dezember 2015 wartet SAP mit einigen Änderungen in der Konfiguration, dem Testmanagement, dem Change-Control-Management, dem IT-Servicemanagement, den Application Operations und dem Betrieb von Geschäftsprozessen auf. Das ist Release-spezifisch ganz normal, aber der Umfang ist hier doch beträchtlich. Ein paar wesentliche Neuerungen im SAP Solution Manager 7.2 möchte ich hier kurz vorstellen.
Usage Rights
Ich interpretiere den neuen aufgezeigten SAP-Weg, als „Weg vom Standard Support“. Die Kosten zum Enterprise Support wurden ja schon stark verkürzt. Wer plant den Solution Manager auszubauen wird um den Enterprise Support nicht herumkommen.
Konfiguration
1. Dual Stack
Die lange angekündigte Trennung des Dual Stacks ist in diesem Release endlich vollzogen. Die Unabhängigkeit eines ABAP und Java Systems macht in Hinsicht auf unterschiedliche zeitliche Entwicklungen auf jeden Fall Sinn.
2. Berechtigungen
Es werden weiterhin Composite Rollen ausgeliefert, die eine vereinfachte Rollenzuweisung ermöglichen. Wie auch schon vorher, müssen diese im Detail dann zugeschnitten werden. Es gibt jetzt für die Berechtigung der Notifications eine separate Rolle SAP_NOTIF_ADMIN und einige weitere neue Rollen. Weiterhin werden neue Rollenabhängigkeiten für bestimmte Rollen benötigt (z.B. Fiori).
3. Szenario spezifische Administration
Das Berechtigungskonzept für Szenarios prüft jetzt die erforderlichen Rechte Ihres Dialogbenutzers im jeweiligen System. Bei fehlenden Rollen findet eine Benachrichtigung statt. Der anonyme Konfigurationsbenutzter aus dem Solman_Setup (Basis Konfiguration) wird nicht mehr angelegt und die Rollenzuweisung findet über berechtigte Administratoren statt. Das erleichtert den dezidierten Rollenaufbau bei einer eng gefassten Segregation of Duty (SOD). Die Berechtigungen und Rollen können dann trichterförmig nach dem Anforderungsprofil erweitert werden.
4. Solution Manager User Administration (SMUA)
Die Berechtigung einzelner Administratoren für die SMUA wird über die Zuweisung der Rollen SAP_SM_WORK_ADMIN, SAP_SM_USER_ADMIN und SAP_SYSTEM_REPOSITORY_ALL realisiert. Zusätzlich ist die übliche RFC Berechtigung über Objekt- oder weitere Rollenzuweisung erforderlich
5. Rollenkonfiguration
Die Rolle SAP_SM_ROLECMP_* ist für die Pflege bereits bestehender Rollen gedacht. Aber auch für neue von SAP gelieferte Erweiterungen. Die Rollen SAP_SAP_SMWORK_ADMIN, SAP_SM_USER_ADMIN und die Rolle SAP_SM_SMUA_DIS ermöglichen die Berechtigung.
6. Solman Setup
Die Benutzerpflege in der System- und Basiskonfiguration wurde erweitert. In der Basiskonfiguration können Basisdialogbenutzer für die Ursachenanalyse und die Serviceauslieferung angelegt werden.
SAP Hinweise werden in dem Unterschritt „Wichtige ABAP-Korrekturen“ durchgeführt. Hier können Korrekturen für SNOTE und Java implementiert werden. Viele Unternehmen aktualisieren den ZHK eher selten und liefern nicht zentral aus. SAP Notes werden bisher oft traditionell eingespielt.
Die Infrastrukturvorbereitung wurde überarbeitet und in mehreren Schritten für logische Einheiten angeordnet. Das erscheint mir als absolut notwendig. Die Praxis wird zeigen, ob es sich um eine Verbesserung handelt und die Konfiguration erleichtert.
Der inzwischen in die Jahre gekommenen Step „SMSY-Daten in die LMDB migrieren“ wurde jetzt endlich gelöscht. Oft war er nach einem Release der Auslöser für doppelte Systeme in der IBase (Gleiche SID mit verschiedenen Installationsnummern).
Die benötigten RFC können, wie vorher auch, unter Managed Systems automatisch angelegt werden. Zum Anlegen wird der Technische Read-User SM_(SID of Solution Manager) benötigt. Außerdem wurden zwei Unterschritte angelegt „RFC-Verbindung angeben“ und „Hub-Konnektivität unterstützen“.
Änderungen im Bereich des Outside Discovery und der Anbindung der SMD Agenten. Im neuen Release werden die Agenten nicht mehr über das SLD mit dem Solman verbunden. Sie werden direkt bei der Installation oder mit dem BS-Befehl „smdsetup“ mit dem SM Java Stack System verbunden. Die Verbindung über P4 ist obsolet. Der SAP-Netweaver Administrator (NWA) bleibt der einzige Überwacher bis das Upgrade abgeschlossen ist. Damit ist soll eine automatische neue Verbindung aller Diagnostics Agenten gewährleistet werden. Bei einem Systemneustart wäre eine erneute Verbindung über den SAP Host Agenten (Start) möglich. Aber in Szenarien die keinen Systemneustart benötigen würde die Verbindung zumindest zeitweise ausfallen. Also prinzipiell ein guter Ansatz.
In der Systemvorbereitung wurden einige Roadmap Steps geändert, erweitert oder umbenannt.
Die Einrichtung des SAP BW und entsprechende Konfigurationsschritte wurden geändert. Die Aktivitäten neu strukturiert.
Wily CA Introscope konfigurieren wurde aus der Basiskonfiguration entfernt. Diesen Schritt habe ich immer als echte Herausforderung angesehen.
Die IBase Pflege wurde erweitert und verschoben.
Konnektivität und Gateway konfigurieren wurde erweitert und verschoben.
Es gibt eine sogenannte „Nachinstallation“. Diese wird zum Beispiel für die Konfiguration der Standardjobs verwendet. Die LMD Inhaltsprüfung ist jetzt für die Infrastrukturvorbereitung zuständig
Ein neuer Schritt für die automatische Planung von Hintergrundjobs wurde hinzugefügt.
Der Schritt Lösung angeben (Basis Konfiguration) wurde gelöscht. Die Demo SAP-Solution die bei der Basiskonfiguration für das Setup angelegt wurde bleibt oft ohne weitere Verwendung.
Der Abschluss der Basiskonfiguration ermöglicht den Zugang zum Customizing des SAP Fiori Launchpad. Schönere Basis Konfigurationsabschlüsse, aber im Prinzip gleiche Bedeutung. Der Support kann direkt über das Launchpad im CRM WEB UI kontaktiert werden.
Es gibt eine Guided Procedure für den Step „System konfigurieren“. Diese Beschreibung übernehme ich hier mal 1:1, weil Sie wirklich gut klingt:
"Sie müssen lediglich die Diagnostic-Relevanz definieren. Sie müssen dem technischen System nun kein Produktsystem und keine logischen Systeme mehr zuordnen".
7.Change-Control-Management
Das CCM hat jetzt drei neue Subszenarien erhalten
Change Request Management
Quality Gate Management
SETUP des verwalteten Systems
8. Change-Request Management
Die Guided Procedure für das ChaRM wurden geändert und in Change-Request-Management und Setup des verwalteten Systems untergliedert.
9. IT- Servicemanagement
Der Schritt Voraussetzungen prüfen wurde erweitert, so das alle obligatorische relevante Konfiguration und de verwalteten Systeme geprüft werden. Die Möglichkeit manuell auf performed zu setzen kann eine unentdeckte Fehlerquelle werden. Performed ist nicht immer wirklich performed.
In der Kopiersteuerung für Aktivitäten lassen sich jetzt Vorgangsarten für Folgeaktivitäten zuordnen.
Die Statusberechnung wurde geändert.
BW bezogene Aktivitäten wurden geändert und verschoben. Es gibt einen eigenen Step für das Einrichten des ITSM BW-Reporting.
Die Konfiguration des Serviceanforderungsmanagement und des Service Kataloges wurden als Schritt hinzugefügt. Endlich in die „hall of Solman_Setup“ aufgenommen.
Ein Step für Embedded Search und das Solution Manager Launchpad im WEB UI schafften ebenfalls den Sprung in das Solman_Setup.
Es wurde ein Schritt zum Einrichten des Eingangs im WEB Client UI hinzugefügt.
Das SAP Fiori Launchpad wurde hinzugefügt. Der Support kann direkt über das Launchpad im CRM WEB UI kontaktiert werden. Eigene Applikation eigene Supportlinie. Ich bin gespannt, ob dies genauso gut wie beim AGS funktioniert.
Weitere Aktivitäten zur Performance Erweiterung des WEB Client UI, Konfiguration von Widgets zum Anlegen von Meldungen und Service Anforderungen wurden eingefügt. Zur Performance des WEB UI gibt es ja viel zu sagen. Die Dashboard (x-celsius), BI Aktivierung (Datum mehr als 4 Jahre zurückliegend) und auch die geliebten SAP Queries (CRM/ ITSM BW) lassen das SAP Rad oft lange drehen. Dieser Bottleneck wird uns sicher auch in Zukunft noch eine Weile beschäftigen.
Zum Abschluss noch ein paar INFOS
Neue Software Komponente ST-UI
Komponenten ST-ICO und RDS wurden im SM 7.2 entfernt
SAP Hinweis 394616 - Strategie
SAP Hinweis 2227300 - Upgrade Info
SAP Hinweis 2229953 - SM 7.2 Stack 01
Und schon der Schluss
Ich hoffe es sind ein paar brauchbare Informationen für das Upgrade für Sie dabei? Ich jedenfalls bin absolut gespannt auf den Neuen 7.2. Ja, auch für mich gibt es Zweifel und Unsicherheiten für den reibungslosen Umstieg bei einem Wechsel. Es wird für mich aber niemals die Frage geben, ob das Upgrade SAP Solution Manager 7.2 stattfinden muss. Ja, natürlich.
Der SAP Solution Manager ist nicht mehr nur die Kür für Support Packages sondern bereits Pflicht als zentrales Administrationstool in SAP Landschaften. Als einzige Applikation deckt er den ganzen Bereich des Applikation Lifecycle Management (ALM) ab und bietet ITIL konforme Operations in allen einzelnen Phasen an.
mrs consult - Manfred Riese-Springer