Seinsverhältnisse

Es gibt sehr viele Gründe, bereits aus Prinzip Queer zu sein, wenn man prinzipiell nicht in das vorgebene Schubladensystem paßt. Paradoxerweise hat sich mir meine persönliche Unpäßlichkeit als ein Akt herausgestellt, welcher mir heute das Gegenteilige gegenüber stellt, nämlich daß all die maßgeblichen Elemente meines Daseins einem menschlichen System gegenüber stehen, welche mir gegenüber Queer sind. Theorie und Praxis sind halt doch zwei verschiedene Welten. Uns so hat man es tagtäglich damit zu tun, daß uns diese durch Menschen gebildeten Abläufe, Abbilder des Seins vor Augen halten, welche tatsächlich doch nur durch die personelle Subjektivität gebildete Abbilder von Abbildern des Seins darstellen, aber nur in der Vorstellungswelt existieren.

Wem ist das schon klar, daß ein Gegenüber in erster Linie sich selbst darstellt und nicht das, was tatsächlich ist?

Unsere Wahrnehmung enthält das Subjekt (Ich betrachte/lese/höre/... etwas), wie auch unsere Kommunikationsmittel (Satzbau: Subjekt - Verb - Objekt), sodaß man über dieses Verhältnis in erster Linie etwas über sein Gegenüber erfährt. Wie aber gelangt man zur Objektivität über die Gänzlichkeit des Sachverhaltes?

''Es ist eine Sache, sich selbst zu entdecken. Eine andere, man selbst zu sein'' Ich habe mein halbes Leben mit Ersterem verbracht, um Zweiteres jetzt zu beginnen ideal umzusetzen, denn an sich ist man es ja (ausprägungsbedingt) nur in sich selbst und es bedingt in erster Linie des Willens und der Fähigkeit des Einblickes in sich selbst, wie man es auch innerhalb eines engen Rahmens relativ umsetzen kann, aber es tatsächlich auch im alltäglichen Leben generell dann auch zu sein bedingt einer Umwelt, welche es generell sein läßt und dazu auch noch fördernd unterstützt (ist kausalitätsbedingt)! Man muß sich also erst einmal kennen, um ... Bezüglich des Bewußtseinsverhältnisses ist zu bedenken, daß dieser 'Behälter' standardmäßig mit Inhalten permanent befüllt ist, wobei Inputs ihre entsprechende Wirkung darauf haben. Eine tatsächliche Bewußtseinserweiterung hingegen bedingt des Aufräumens der gegebenen Befüllung, welche daraufhin eine Erweiterung über das reguläre Nutzungsverhältnis überhaupt erst zuläßt. Um die erste Stufe dessen erlangen zu können, hatte ich zu Beginn meiner Entwicklung einst 10 Jahre benötigt. Erst seit dem Zeitpunkt sind mir diese Verhältnisse klar und ich kann sie auch spezifiziert gestalten, koordinieren und einsetzen. Das gängige Gegenbeispiel ist z.B. das, was man Burn-Out-Syndrom bezeichnet. Da geht dann gar generell immer weniger, weil nämlich das Bewußtsein sich einkapselt (das bewußte Sein regelrecht einschrumpft), um nicht zu kollabieren.