Es gibt sehr viele Gründe, bereits aus Prinzip Queer zu sein, wenn man prinzipiell nicht in das vorgebene Schubladensystem paßt. Paradoxerweise hat sich mir meine persönliche Unpäßlichkeit als ein Akt herausgestellt, welcher mir heute das Gegenteilige gegenüber stellt, nämlich daß all die maßgeblichen Elemente meines Daseins einem menschlichen System gegenüber stehen, welche mir gegenüber Queer sind. Theorie und Praxis sind halt doch zwei verschiedene Welten. Uns so hat man es tagtäglich damit zu tun, daß uns diese durch Menschen gebildeten Abläufe, Abbilder des Seins vor Augen halten, welche tatsächlich doch nur durch die personelle Subjektivität gebildete Abbilder von Abbildern des Seins darstellen, aber nur in der Vorstellungswelt existieren.
Wem ist das schon klar, daß ein Gegenüber in erster Linie sich selbst darstellt und nicht das, was tatsächlich ist?
Unsere Wahrnehmung enthält das Subjekt (Ich betrachte/lese/höre/... etwas), wie auch unsere Kommunikationsmittel (Satzbau: Subjekt - Verb - Objekt), sodaß man über dieses Verhältnis in erster Linie etwas über sein Gegenüber erfährt. Wie aber gelangt man zur Objektivität über die Gänzlichkeit des Sachverhaltes?