Aktuell suche ich für einige 20plus Bewerber/innen Lehrstellen. Die Jobwünsche der jungen Bewerber/innen sind nicht sehr ausgefallen (Bürokaufmann/frau, KFZ-Techniker/in etc.) .
Die potenziellen Lehrlinge haben schon einiges im Hilfsbereich erlebt und sind zum Schluss gekommen, dass es doch sinnvoll ist eine betriebliche Lehre zu absolvieren. Oft war es die Versuchung schnell Geld zu verdienen, die sie in die Aushilfstätigkeiten brachte.
Wenn ich Unternehmen kontaktiere, ob diese an Lehrlingen mit dem Alter 20plus interessiert seien, bekomme ich in vielen Fällen ein "Nein, wir möchten Schulabgänger/innen..." als Antwort. Oder: "Nein, wir bilden jüngere Lehrlinge aus. Ein 23-jähriger passt das nicht ins Team."
Worauf stützen sich diese Ansichten? Auch die Statistik belegt es: In Recherchen des öbif wird dokumentiert, dass Lehrlinge, die mit 18 in Österreich eine Lehre beginnen, im einstelligen Prozentbereich anzusiedeln sind? Dabei betreiben einige Branchen - wie etwa die Hotellerie - einen hohen Aufwand im Rekruiting (Lange Nacht der Hotels, Kinospots etc.)
Stimmt das alles? Wollen österreichische Unternehmen keine Lehrlinge ausbilden, nur weil sie ein paar Jahre älter sind? Wenn ja, woher kommt diese Einschätzung? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion, zumal der Facharbeitermangel ja fast schon gebetsmühlenartig ist.