Als Marketing- und PR-Berater habe ich regelmäßig interessante Diskussionen über die Unterschiede von Marketing und PR. Allerdings führe ich diese Diskussionen überwiegend mit Kolleg/innen aus größeren Unternehmen.
Meine Erfahrung: In mittelständischen Unternehmen findet viel häufiger eine integrierte Kommunikation statt, wenn auch oft aus der Not heraus: Die organisatorische Trennung zwischen Marketing und Unternehmenskommunikation findet mangels ausreichender personeller Besetzung viel seltener statt. Die gleichen Mitarbeiter (meisten aus dem Marketing) müssen alle Kommunikationsaufgaben abdecken. Am ehesten ist noch die interne Kommunikation abgetrennt und im Personalbereich angesiedelt.
Das Positive: Da es seltener Kompetenzgerangel gibt, können Kommunikationskonzepte von Anfang an alle relevanten Zielgruppen berücksichtigen. Die meistens recht überschaubaren Budgets machen auch eine Argumentation einfacher, die die den Schwerpunkt weniger auf teure Anzeigenkampagnen legt.
Das Problematische: Die Kommunikationsmaßnahmen sind häufig nur am Tagesgeschäft orientiert mit vertrieblich bestimmten Themen (neue Produkte, Messetermine usw.). Hier ist ein systematisches Kommunikationskonzept – beauftragt und abgestimmt mit der Geschäftsführung - ein guter Hebel.
In einer ordentlichen Stärken- und Schwächenanalyse lässt sich auch der Vertrieb mit seinen Problemen gut einbinden. Im daraus entwickelten Kommunikationskonzept findet er seine Zielgruppen wieder. Die Kommunikationsziele und die Kommunikationsmittel geben möglichst ein Kommunikationsmix vor, das sowohl die klassischen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit als auch das Instrumentarium des Marketings berücksichtigt. So erarbeitet, ist die Akzeptanz für eine integrierte Kommunikation recht hoch.