Unterscheidungsmerkmale zwischen Menschlichkeit und Sachlichkeit

Wie sich mir aufzeigt, so hat man keinerlei Bezug dazu, wie es sich mit der Unterscheidung der Menschlichkeit gegenüber der Sachlichkeit verhält. Aus diesem Verhältnis heraus ergibt es sich auch, daß man dies überhaupt nicht in Betracht zieht, da man es gar nicht wahrnimmt. Funktional basiert dies darauf, daß Wahrnehmung und Vorstellung miteinander kombiniert einhergehen, sodaß insofern für etwas keine Vorstellung existiert, in dem Bezug auch keine Wahrnehmung darüber hervortritt. Es bedingt somit primär der Wahrnehmung dessen, ohne die die Vorstellung darüber nicht sein kann, wohingegen eine Vorstellung abseits des Wahrnehmungsverhältnisses eine reine Illusion ist.

Regulär gelangt man zur Wahrnehmung über das Erleben des Jeweiligen. Jedoch ergibt sich hierin eine Lücke im Bezug auf Gegebenheiten, die auf der Grundlage des rein geistigen Verhältnisbezuges beruhen und darüber ein Bildnis repräsentieren, welches ein Sowohl-Alsauch simulieren. Zwei Musterbeispiele sind der Staat und auch Unternehmen und Institutionen, welche als juristische Person einhergehen und somit dies einer Person nur gleichgestellt wird, jedoch nicht Mensch ist. In solchen Fällen wird dem Wahrnehmungsverhältnis zwangsläufig eine vorstellungsgemäße zwiespältige Kombination aufgedrängt und somit tritt auch einzig in extremen Einseitigkeitssverhältnissen des erlebensmäßigen Bezuges die eigentliche Differenzierung hervor.

Gravierend an diesen Musterbeispielen ist, daß sie in ihrer Substanz rein geistige Gebilde sind, welche der organisatorischen Handhabe dienen, jedoch ergibt sich gerade darin die reine Sachlichkeit, die sich von der darüber hinausreichenden sinnengeprägten Menschlichkeit unterscheidet. Ersehen wird es somit auch aus dem Grund nicht gemäß dem, da es einzig durch das menschliche Wirken in Erscheinung tritt und somit das Sinnengeprägte 'anteilig' stattfindet. Entzieht man diesem hingegen den menschlichen Anteil, so existiert es nicht und wird somit auch in dem Bezug nicht ersichtlich!

Substanziell ergibt sich die Menschlichkeit aus der Differenzierung gegenüber dem, was nicht Mensch ist. Hierzu kennen wir auch eine stufenweise Abgrenzung im Bezug auf Lebewesen, Pflanzen, wie auch generell Organischem und was nicht dem zugehörig ist. Die eigentlich grundlegende Differenzierung des Menschen gegenüber anderen Lebewesen basiert hingegen auf der substanziellen funktionalen Präsenz geistiger Vorstellung in Gegenüberstellung zur sinnengeprägten Wahrnehmung. Während die Wahrnehmung eine Reflektion von Wirkungen hervorbringt, projiziert hingegen der Geist Vorstellungen, welche sich maßgeblich von dem der sinnengeprägten Reflektion differenziert, indem darin keine Sinnesempfindungen enthalten sind (da diese nicht Bestandteil des Hervorbringens sind - einzig eine Ver(sinn)bildlichung sind!).

Aufgrund dessen ergibt sich somit auch für rein Geistiges eine Versachlichung abseits des Empfindungswesens Mensch.

Müsstet im Naturbetrachten / Immer eins wie alles achten /Nichts ist drinnen, nichts ist draußen / Denn was innen, das ist außen / So ergreift ohne Säumnis / Heilig öffentlich Geheimnis / Freuet Euch des wahren Scheins / Euch des ernsten Spieles! / Kein Lebendiges ist Eins / Immer ist's ein Vieles (Goethe "Epirrhema"). "Ohne das lebensabhängige oder symbolische Denken ("biozentrisch") kann die vergleichsweise lebensabgelöste Besinnungsweise des begrifflichen Denken ("logozentrisch") weder verstanden werden noch überhaupt stattfinden" (Ludwig Klages), beides aus Jonas Maatsch (Hrsg.): Morphologie und Moderne
Ihre Worte beziehen sich auf das Denken, welches sich im Zirkelsystem der Phänomenologie des Geistes verloren hat, Herr Krahnen. Ist Ihnen der dem gemäße Sinnspruch von Descartes bekannt - ich denke, also bin ich? Vielleicht fällt Ihnen zu meiner Ausführung die elementare Unterscheidung auf.