In Brasilien ist in den vergangenen Jahren ein quasi-Monopol zur Lieferung von Sitzbänken an die nationale Automobilindustrie entstanden. Der deutsche Finanzinvestor Prevent kaufte in den vergangenen Jahren fast alle Lieferanten in Brasilien auf und wurde somit zu einem quasi-Monopolisten.
In der vergangenen Woche hat das Fiat Werk in Betim (MG) seine Produktion paralysiert. VW do Brasil hatte schon vorderbekannt gegeben, dass drei seiner Fabriken keine Fahrzeuge mehr produzieren. Insgesamt wurden 20.000 Mitarbeiter in einen temporären Urlaub geschickt.
Für VW und Fiat sind die beiden Lieferanten Tower und Mardel die Monopollieferanten für Sitzbänke; beide Unternehmen gehören zur Keiper-Prevent Gruppe. Mitte vergangener Woche wurden die Lieferungen abrupt eingestellt. Beide Marken informieren, dass sie sich seit geraumer Zeit in Preisverhandlungen befinden.
Die Stilllegung der Fiat Produktion kann weitere ca. 50.000 Arbeitnehmer bei Unterlieferanten in der Region in die gleiche Situation versetzten wie im Stammwerk von Fiat. Der Verlust kann sich auf ca. Mio. R$ 30.0 belaufen.
VW do Brasil informierte zum Ende der vergangenen Woche, dass ca. 5.000 Fahrzeuge nicht produziert wurden. Via einer einstweiligen richterlichen Verfügung erwirkte VW do Brasil eine Wiederaufnahme der Lieferungen binnen 24 Stunden für zwei Werke in SP und ein Werk in PR.
Gem. Keiper-Prevent diktieren beide Hersteller eine Mindestproduktion welche allerdings nicht regelmässig abgenommen wird. Weiterhin informierte das Anwaltsbüro von Keiper-Prevent , dass beide Hersteller ausstehende Zahlungen von Lieferungen haben, was im Verlauf der letzten Jahre zu einer Akkumulation von Verlusten führte. Die Keiper Gruppe musste in diversen Werken schon eine signifikante Anzahl von Mitarbeitern entlassen; des Weiteren besteht die Gefahr, dass Fabriken geschlossen werden müssen.
VW do Brasil und Fiat do Brasil ihrerseits führen ins Feld, dass die Keiper-Prevent Gruppe konstant Preisanpassungen ohne Nachweiss der Notwendigkeit durchführe.
Keiper-Prevent betreibt sechs Fabriken in Brasilien, welche vor allem zwischen 2015 bis 2016 aufgekauft wurden und in ein nationales Konglomerat zusammengefasst wurden. Gem. VW und Fiat begannen die Probleme mit der Monopolisierung durch den Finanzinvestor Prevent. Das Unternehmen beliefert auch Ford, Mitsubishi und Toyota in Brasilien. Alle drei Hersteller berichten über keinerlei Schwierigkeiten bei der Lieferung durch Keiper-Prevent.